Thera heute

Wir sprachen über Gefühle. Drüber sprechen heißt aber auch dass ich sie nicht fühle, sondern eben analysiere, versuche zu verstehen oder auch zu erklären usw.

Damit geht es für mich auch klar nicht ums hinspüren oder beim Gefühl bleiben. Mir ist dabei durchaus klar, dass das für den Thera anders ist, für ihn diese strikte Trennung nicht gilt und er sie auch nicht wirklich nachvollziehen kann.

Generell ist mein Umgang mit Gefühlen ja sehr eigen.

So im Alltag komm ich damit klar, kann sie wahrnehmen und gut. Aber wirklich hinspüren, beim Gefühl bleiben – geht nicht. Da baut sich dann Anspannung auf und Druck.

Gefühle sind also brav hinter einer Mauer und das Problem ist, dass ich nicht ein einzelnes rausgreifen kann, weil ein hinspüren ab einem bestimmten Punkt irgendwie einfach nur eine Flut Mischmasch auslöst. Was ja auch der Grund ist, warum ich nicht hinspüre(n kann) – es flutet dann und ich kann kein einzelnes Gefühl mehr raus fischen.

Auch das ist etwas, was ich nicht besser erklären kann und offensichtlich bei anderen nicht so ist.

Ist halt ein entweder oder – entweder es geht ums fühlen und hinspüren und vor allem beim Gefühl bleiben, dann geht aber kein erklären oder reden oder sonst was. Oder es geht eben um verstehen, sortieren, erklären, analysieren – dann läuft das über den Kopf und es geht nur ein klitzekleiner Hauch von Gefühl – eher ein wahrnehmen und gleich mal mit dem Verstand zerlegen, so dass es gar nicht wirklich zum „fühlen“ kommt.

Dabei ist der „Mauerbereich“ eben eine Grenze, keine klare Linie, eher ein Bereich. Je stabiler ich bin, desto näher kann ich da auch ran, ohne dass es gleich aushebelt,

Aktuell ist die Grenze da, an der Gefühle einen Ausdruck wollen oder gar fordern. Dabei ist es egal ob positive oder negative Gefühle. Solange das alles „unbemerkt“ läuft, ist es ok.  Bei positiven geht auch noch ein Lächeln oder so – aber mehr – geht nicht – da blockiert etwas.

Allerdings hab ich keine Ahnung ob es für mich möglich wäre mich dieser Wand bewusst zu nähern. Da ist so viel – Angst. Und einfach zu viel Chaos dahinter, in dem ich mich zu verlieren drohe.

Mal schauen wie wir da weiter machen.

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