Thera heute

Fing schon ungut an, weil um viertel nach weder Thera noch eine Nachricht da war. Eigentlich krieg ich eine SMS, wenn es mehr als 10 Minuten sind. Da er letzte Woche auch krank war, war ich mehr als nur unsicher. Um 20 nach kam er dann, entschuldigte sich auch, aber der Start war entsprechend holprig.

Immerhin ist es uns gelungen, dass wir im miteinander blieben. Obwohl tatsächlich schon gleich zu Beginn  ich mich in Täterintrojekten verlor und Reden gar nicht mehr möglich war. Über Schreiben konnten wir dann wieder in Kontakt kommen.

Ich weiß, dass er die Situation ganz anders sieht und auch einschätzt. Das ist auch gar nicht so sehr das Problem, er macht ja schon auch deutlich, dass die Gefühle eben da sind und damit natürlich auch sein dürfen. Nur dass das dann für mich nicht geht.

Gefühle sind für mich erstmal nicht in Ordnung und nicht angemessen – egal was. Es braucht immer auch eine Bestätigung von außen, dass sie angemessen/normal/ok sind – erst dann kommt es an den Punkt, an dem ich das „darf nicht“ überhaupt erstmal in Frage stelle – bis dahin stellt sich die Frage gar nicht – da ist klar: Gefühle – nein!

Außerdem ging es um den Begriff „überleben“. Ein gehörtes „Sie haben/Du hast es ja überlebt“ hat fast Brechreiz ausgelöst. Heute wurde klar, dass es auch da wieder mal um Definition gibt. Klar hab ich – körperlich – überlebt – keine Frage.

Aber dieser zersplitterte innere Kern – da bin ich grad mal dabei die Scherben zusammen zu sammeln – da ist noch nichts gekittet oder klar, wie viel da noch da ist.

Klar ist auch da „überlebt“ – aber eben nicht klar – wie. Da bin ich ja grad dran.

Es ist klar, dass ich mir da im Weg stehe – heute wurde etwas klarer was es ist und wo es für mich sich verwickelt. Das muss sich aber noch etwas setzen, noch ist es nicht wirklich formulierbar.

Das Wichtigste war mir heute, dass wir im Miteinander bleiben. Denn es macht keinen Sinn, wenn bei mir alles so dicht ist, dass der Thera machen und sagen kann was er will und nichts mehr ankommt/ankommen kann.

Auch heute gab es diese Momente, aber wir haben sie immer wieder – auch recht schnell – wieder hin bekommen.

Das macht mir wieder etwas Mut. Mut, der grade zu Beginn des Termins völlig abhanden kam. Noch sehe ich da nicht den Weg, aber immerhin sind wir zusammen auf der Suche nach einem gangbaren Weg. Das ist mehr, als es beim letzten Mal war.

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