weiterhin aufwärts

Mehr für mich zum festhalten:

Vieles läuft mittlerweile ziemlich gut:

– Angsttraining 1: Bushaltestellen. Irgendwann merkte ich, dass ich Umwege laufe um nicht an Bushaltestellen vorbei zu müssen. Was in der Stadt viele Umwege bedeutet. Also war klar: gezielt Bushaltestellen passieren.
Mittlerweile geht es – immer noch mit mulmigen Gefühl, aber nicht mehr mit Panik. Der nächste Schritt ist an Bushaltestellen auch mal kurz stehen zu bleiben: was aus dem Rucksack holen, Schnürsenkel neu binden usw.

– Angsttraining 2: Sprechen war wieder ein Riesenproblem und bei mir unbekannten Leuten völlig unmöglich. Also gezielt an den Bankschalter und nicht an den Automaten, Brötchen aus der Bäckerei und nicht von Discounter und auch sonst gezielt Situationen suchen, in denen ich was sagen muss. Beim Bäcker konnte ich zur Not auf was zeigen – also fing ich damit an. Ich muss es noch sehr vorbereiten und es ist immer noch sehr schwierig, aber auch hier merke ich deutliche Fortschritte. Wenn ich Leute kenne, hab ich eigentlich kein Problem mehr damit (außer in der Therapie, wenn Gefühle hochkochen). Ziel für diese Woche: in eine mir fremde Apotheke und zu einem Produkt beraten lassen. Wenn das gemeistert ist, geht es eher darum, das weiter zu üben, evt. mal im Laden eine(n) VerkäuferIn anzusprechen usw.

– Sport: der Crosstrainer ist wieder Alltag, auch mehr als draußen mind. eine Stunde laufen.

– Wohnung: mit dem Plan, den ich immer mit dem Betreuer für die Küche erstelle, klappt es – es ist noch sehr schwierig und wenn was dazwischen kommt kippt es immer noch, aber es ist im Welten besser und kippt auch nicht in so ein Extrem. Auch hier wird immer klarer wann es hakt/kippt, so dass wir unseren Plan jedesmal ein bisschen besser anpassen können.

– Struktur und Stabilität: ich bin sehr viel stabiler, wir hatten zum Beispiel übersehen, dass der Betreuer morgen den Termin gar nicht machen kann (was wir vor ner Weile schon besprochen hatten, aber beide gestern vergessen hatten). Also fällt der Termin morgen aus. Was erst bisschen blöd war, weil ich mit ihm zur Post und Apotheke fahren wollte, aber nur kurz. Es löste keine Krise aus und auch keine Unsicherheit. War einfach nur ein umplanen, was sich auch recht schnell erledigt hatte. Ähnlich war es ja auch als die Therapie letzte Woche ausfiel oder auch sonst wenn was unerwartet dann doch anders ist.

– Symptome: es werden weniger Alpträume und Flashbacks. Die Nächte sind insgesamt wieder ruhiger, ich merke dass mehr Kraft da ist. Das merke ich vor allen an den Flashbacks, die Skills laufen sofort an und ich kriege sie wirklich schnell beendet – so dass das oft nicht mal eine Minute dauert (insgesamt) und eben auch wirklich genug Kraft für Skills usw da ist. Was das Körperliche angeht wird es auch langsam besser – schmerztechnisch bin ich mittlerweile bei 4-5 (war vor kurzem wenns gut war bei 6 und sonst auch deutlich drüber) und die Entzündung der Achillessehnen werden langsam besser. Auch hier insgesamt die Tendenz zu stetig besser, mal mit einem schlechten Tag oder so, aber generell geht es aufwärts.

– generell Kraft/Energie: ich schaffe meine Sachen, muss auch bei den Basics (essen oder duschen usw) keine Prioritäten setzen, darüber hinaus schon, aber in einem Rahmen der sich im Alltag gut machen lässt. Entsprechend genieße ich es sehr, wenn ich abends nicht einfach nur tot ins Bett falle, sondern noch gemütlich lesen kann oder mich mit den Bonsai-Tigern beschäftigen oder was mir sonst so einfällt. Einfach, dass nicht mittags schon die Kraft für den Tag verbraucht und ich nur noch verzweifelt versucht hab bis zum Schlafen zu überleben. Ein tolles Gefühl, dass ich auch (aus-)nutze.

– Im Alltag kommt ich aktuell wirklich gut klar, Therapie hakt noch, aber da weiß ich woran es liegt und wir arbeiten daran. Da liegt es zu 98% einfach auch an mir – ich rutsche sofort in die Täterintrojekt-/Widersacher-Ecke und der Thera kann dann machen und sagen was er will. Auslöser meist die Situation letztes Jahr, die mich halt immer noch aushebelt. Aber auch da ist klar: da muss ich ran, sonst können wir uns nicht den anderen Themen widmen.

– Frusttoleranz und andere Menschen: in der Buchbinderei läuft es wieder gut, die Frusttoleranz ist wieder „normal“ und nicht bei jeder Kleinigkeit erreicht und auch die anderen Mitpatienten kann ich besser ausblenden und halte es auch mal ohne Kopfhörer im Ohr aus (bin ja im Nebenraum). Auch wenn ich unterwegs bin kann ich – wieder mit Hörbuch/Musik auf den Ohren – andere Menschen wieder besser ausblenden, das war in letzter Zeit sehr anstrengend, da das nicht gelang und es kaum auszuhalten war andere Menschen zu sehen/spüren/hören. Hat sicher auch damit zu tun, dass ich halt stabiler bin.

Doch doch – es geht klar in die richtige Richtung und ich bin da wirklich sehr froh drüber. Versuche auch mir das immer vor Augen zu halten, grade wenn dann mal was nicht klappt oder gut läuft. Da Gute überwiegt zur Zeit.

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Eine Antwort auf weiterhin aufwärts

  1. ingrid, die Bastelmaus sagt:

    Liebe Ilana,
    hört sich gut an und so wünsche ich Dir, dass es so (positiv) weiter geht!
    Ansonsten GUTE NACHT, schönen Schlaf und gute Träume
    Deine Ingrid

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