1000 Fragen an dich selbst – Fragen 61-100

Bei Frische Brise bin ich darüber gestolpert. Sie fand die Idee hier. Ursprünglich aus dem Heft „Flow“ (Ausgabe Nr. 18), das hier nachbestellbar ist.

Ich versuche jedes Wochenende einen Block zu beantworten. Da ich das nicht das ganze Jahr machen möchte, werden die Blöcke diesmal 40 und in Folge dann 50 Fragen umfassen.

61. Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?
Ja.

62. Auf wen bist du böse?
Viel zu oft auf mich, weil ich mir oft selbst im Weg stehe. Ansonsten bin ich selten auf jemanden böse.

63. Fährst du häufig mit öffentlichen Verkehrsmitteln?
Leider nein, ich schaffe es nicht, das hat mehrere Gründe. Aber es ist auch mein Thema in der Therapie dieses Jahr.

64. Was hat dir am meisten Kummer bereitet?
Dass ich so anders bin und Menschen oft nicht verstehe, für jeden ein eigenes „Wörterbuch“ brauche und egal wie sehr ich versuche Menschen zu verstehen oder zu sein wie sie – es doch nie schaffe.
Und dass ich nicht lieben kann und auch nicht weiß wie es ist geliebt zu werden, was mit dem ersten zusammen hängt.

65. Bist du das geworden, was du früher werden wolltest?
Nein – es gab nie die üblichen kindlichen Wünsche – es war immer „Lohnbuchhalter“ – auch wenn ich gar nicht wusste warum, aber so war es halt „vorgegeben“ (von der Mutter hauptsächlich), als Jugendliche dann hab ich im sozialen Bereich gearbeitet (Sanitäter, Sterbebegleitung für Kinder, kurz auch für Erwachsene, Betreuung von Kindern mit Behinderungen usw), auch das war irgendwie einfach so „reingeraten“.
Als Berufswunsch war dann irgendwann Musiktherapeutin da – aber heute denke ich, dass es gut ist, dass das nicht geklappt hat – ich wäre keine gute Therapeutin.

66. Zu welcher Musik tanzt du am liebsten?
gar nicht – ich hasse tanzen und es triggert mich (auch so eins der Dinge, die ich vermutlich deshalb so gar nicht ab kann, weil meine Mutter es so gerne getan und gesehen hätte)

67. Welche Eigenschaft schätzt du an einem Geliebten sehr?
Kann ich nur theoretisch beantworten, aber Treue und Ehrlichkeit stehen da bei mir ganz oben.

68. Was war deine grösste Anschaffung?
Größte weiß ich nicht wirklich – teuerste sicher mein Crosstrainer. Da ich einen mit elliptischen Lauf und Standflächen, die direkt nebeneinander sind (damit ich nicht x-beinig drauf stehe), kamen nur teure in Frage und ich hab meinen dann über die Kleinanzeigen gefunden.
Das war vor 3 oder 4 Jahren und ich bin immer noch froh darüber (auch wenn ich über die Displayreparatur letztes Jahr nicht grad erfreut war – damit wurde das Teil etwa doppelt so teuer wie jede andere Anschaffung von mir).

69. Gibst du Menschen eine zweite Chance?
Hängt davon ab um was es geht und ob ich merke/spüre, dass dem anderen der Grund, warum es eine zweite Chance braucht, wirklich leid tut, es ihm ernst ist.

70. Hast du viele Freunde?
Nein, wenige, aber dafür ganz tolle.

71. Welches Wort bringt dich auf die Palme?
Puh – lange war es „radikale Akzeptanz“, ansonsten wohl weniger Worte als Situationen – Ungerechtigkeit zum Beispiel

72. Bist du schon jemals im Fernsehen gewesen?
Ja, aber nur über selbstgemachte Aufnahmen, die halt auf VHS überspielt wurden. Als Kind wurde ich ständig fotografiert und gefilmt – das war das größte Hobby meines Vaters (und ich habe es immer sehr gehasst und es triggert mich bis heute massiv fotografiert oder gar gefilmt zu werden).

73. Wann warst du zuletzt nervös?
Immer wenn ich mit Menschen zu tun hab/aus meiner Wohnung gehe – entsprechend eben auch erst vorhin – da musste ich noch zum Briefkasten.

74. Was macht dein Zuhause zu deinem Zuhause?
Wenn ich mich dort sicher fühle, es ein „sicherer“ (Rückzugs-)Ort für mich ist. Es eben auch „meins“ ist, die Sachen da sind, wo ich sie haben will oder zurückgelassen habe.

75. Wo informierst du dich über das Tagesgeschehen?
Seit 3 Jahren etwa höre und lese ich keine Nachrichten mehr. Das wichtigste kriegt man über Soziale Medien oder auch in Gesprächen mit Leuten mit – dann kann ich bei Bedarf immer noch gezielt nach Informationen dazu suchen.
Damit fahre ich ganz gut. Angefangen damals, weil ich merkte, dass mir Nachrichten nicht gut tun, oft triggern und ich wohl „zu weich“ bin. Hatte das Gefühl, dass die Inhalte und Bilder immer brutaler wurden und merkte auch, dass mir diese Sensationsgier (Fotos von Menschen in schlimmen Situationen, die möglichst schlimm aussehen müssen – ohne Rücksicht darauf, dass es für diese Personen und ihre Familien vielleicht nicht so toll ist, dass diese der Welt gezeigt werden – z.Bsp Menschen die verzweifelt versuchen nicht zu ertrinken oder in ihrem größten Leid) Übelkeit bereitete. Ich fand und finde das so grenzüberschreitend und unmöglich, dass ich mich bewusst dagegen entschieden habe, weil ich das nicht unterstützen möchte.

76. Welches Märchen magst du am liebsten?
Keine Ahnung, es gibt die Geschichte, dass ich als Kind wohl Rotkäppchen total gern mochte und auch immer sagte, sie sollen gleich zu dem Punkt kommen, an dem es gefressen wird. Aber ich kann mich daran nicht erinnern.
Eigentlich erinnere ich mich nur daran, dass ich Märchen und Sagen nicht mochte, sie mir zu gruselig waren.

In Criminal Minds hörte ich mal ein Zitat, dass mich mit Märchen etwas versöhnt hat:
„Märchen erzählen Kindern nicht, dass Drachen existieren. Denn das wissen Kinder schon. Märchen erzählen den Kindern, dass Drachen getötet werden können.” – G.K. Chesterton.
(und ich hatte es in Erinnerung mit Monstern, nicht Drachen)

77. Was für eine Art von Humor hast du?
Oft einen schwarzen, meistens wohl Galgenhumor.

78. Wie oft treibst du Sport?
Ich versuche täglich raus zu gehen und wenn ich das nicht schaffe auf den Crosstrainer. Im Endeffekt wohl 4-5x die Woche im Schnitt.

79. Hinterlässt du einen bleibenden Eindruck?
Wenn ich nicht grad von einem Fettnäpfchen ins nächste schreite wohl eher nicht.

80. Auf welche zwei Dinge kannst du nicht verzichten?
Fahrtkostenübernahme zur Therapie und Musik

81. Was würdest du tun, wenn du fünf Jahre im Gefängnis sitzen müsstest?
Puh, wohl durchdrehen und in der Psychiatrie landen.

82. Was hat dich früher froh gemacht?
Ich war über 30, als ich das erste Mal wirklch „Freude“ wahrnahm, spürte. Daher hab ich Schwierigkeiten mit dem Begriff „früher“, weil ich nicht weiß, was damit gemeint ist.
Zu der Zeit hat mich froh gemacht, wenn ich wieder was entdeckt habe, was ich wirklich mag, wer ich bin oder wenn ich Sturm und/oder Regen im Freien war und einfach in den Himmel sah (wissend, dass bei dem Wetter keine Leute draußen sind).

83. In welchem Outfit gefällst du dir sehr?
Da müsste ich mich ja mögen, mir gefallen, was nicht der Fall ist. Aber ich arbeite daran.

84. Was liegt auf deinem Nachttisch?
Mein Nachttisch ist ein Ivar-Regal. Da liegen die Medis, E-Book-Reader, Ohrenstöpsel, Brillenetui, Gummibärchen, Taschentücher und alles fürs CPAP-Gerät. Dazu noch so mancher Kleinkram.

85. Wie geduldig bist du?
Sehr ungeduldig wenn es um mich geht. Anderen gegenüber bin ich wohl sehr geduldig – zumindest wird mir das immer gesagt.

86. Wer ist dein gefallener Held?
Als Jugendliche war ich Fan von Michael Jackson. Ob wirklich wegen ihm oder weil das halt bei Gleichaltrigen grade so war, kann ich nicht sagen, schätze eher letztes. Da Missbrauch für mich eins der Trigger-Themen war, hatte ich damals dann damit wirklich Probleme, als diese Vorwürfe gegen ihn aufkamen.

87. Gibt es Fotos auf deinem Mobiltelefon, mit denen du erpressbar wärst?
Nein.

88. Welcher deiner Freunde kennt dich am längsten?
Ich hab mit Freunden aus der Jugendzeit nur noch sehr sehr selten (alle paar Jahre mal) Kontakt. Mit einem Freund aus Biberach hab ich etwa 2x im Jahr email-Kontakt, er ist wohl der, der mich am längsten kennt, wenn ich „mind. 1x im Jahr Kontakt“ als Kriterium hinzu füge. Regelmäßig dann mit R., die ja eher eine Art Oma für mich ist und mich regelmäßig mit Care-Pakten versorgt.

89. Meditierst du gern?
Nein!

90. Wie baust du dich nach einem schlechten Tag wieder auf?
Wenn noch Kraft zum „aufbauen“ da ist mit „Welt aussperren“, Seelenfutter (Süßkartoffeleintopf) und Ruhe, eventuell noch Musik machen.
Wenn keine Kraft mehr da ist reduziert sich das auf „Welt aussperren“ und Bett (zur Not mit medikamentöser Unterstützung).

91. Wie heisst dein Lieblingsbuch?
„Wenn ich einmal groß bin“ von José Mauro de Vasconcelos

92. Mit wem kommunizierst du am häufigsten über WhatsApp?
MissMutig

93. Was sagst du häufiger: Ja oder Nein?
Das hält sich schätzungsweise die Waage.

94. Gibt es Gerüchte über dich?
Hier im Haus wohnen durchaus auch Sonderlinge und in der Nachbarschaft gehörte ich sehr lange dazu und bin mir sicher, dass das für einige immer noch so gilt. Dazu kommt, dass ich ja regelmäßig mit dem Taxi abgeholt werde und da auch schon mitbekommen habe, dass das für Gerüchte sorgt.

95. Was würdest du tun, wenn du nicht mehr arbeiten müsstest?
Durchdrehen. Nur ohne würdest und müsstest. Ich bin in Frührente und nur zu Hause sein kann ich nicht, da fällt mir die Decke auf den Kopf. Aber es gibt auch einen Grund für die Frührente, so dass regelmäßig Arbeiten nicht geht.
Ich hab Gott sei Dank die Buchbinderei – allerdings auch nicht für ewig.

96. Kannst du gut Auto fahren?
Nein. Ich hab den Führerschein gemacht und konnte da auch gut fahren. Aber da ich seit 22 Jahren nicht mehr gefahren bin, fahre ich heute sicher nicht mehr gut.

97. Ist es dir wichtig, dass dich die anderen nett finden?
Wichtiger ist mir, dass ich mich nicht verbiegen muss – da ist mir dann „nett“ egal.

98. Was hättest du in deinem Liebesleben gerne anders?
Welches Liebesleben?

99. Was unternimmst du am liebsten, wenn du abends ausgehst?
Mit MissMutig zu den Burning Hartz

100. Hast du jemals gegen ein Gesetz verstossen?
Ja – ich habe als Kind geklaut und ich habe Unterschriften auf Entschuldigungen gefälscht für die Schule. Für letzteres wurde ich sogar verurteilt (lange und komplizierte Geschichte, die für mich heute noch so surreal ist wie damals)

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