Letzte Nacht

Heute ist die letzte Nacht in der Klinik, morgen der letzte Tag.

Da ich erst gegen viertel vor vier nachmittags eingesammelt werde, bin ich morgen tatsächlich noch fast den ganzen Tag hier. Abgesprochen war, dass ich bis dahin auch hier im Zimmer bleiben kann, evt. aber das Bett schon morgens frei mache und nicht mehr nutze – heute Abend werde ich dann ja sehen, wie es wirklich ablaufen wird.

Ich weiß, dass der Aufenthalt notwendig war, dass ich ohne nicht mehr leben würde. Und ich bin dankbar – es waren viele Menschen, die einsprangen, sich bemühten, versuchten Regelungen zu finden, mit denen ich klar komme usw.

Vermutlich war es auch gut über die Feiertage zu bleiben – da bin ich immer noch unsicher. Die nächsten Tage werden hart, da der Vermieter die Zähler ablesen kommt und die Wohnung ist gelinde gesagt totales Chaos.  Andererseits – so viel mehr Termine mit dem Betreuer um dem Chaos Herr zu werden hätte ich auch letzte Woche nicht gehabt.

Mir graut vor den nächsten Tagen – aber nicht weil ich zu Hause bin, sondern wegen der Aufgaben die die nächsten Tage auf mich warten. Da ist nichts mit „langsam angehen lassen“ – und es war ja schon hier so, dass bei größeren Anforderungen gleich wieder diese völlige Überforderung da war.

Aber ich freu mich auch auf zu Hause, es reicht jetzt hier. Es war gut und für mich auch richtig, es war eine Auszeit und es gab die Möglichkeit wieder ein bisschen aufzutanken – aber ich will wieder nach Hause und denke – abgesehen von den nächsten Tagen – ist das auch wieder gut so.  Außerdem freu ich mich wirklich sehr auf die Bonsai-Tiger – die Kuscheleinheiten hab ich echt vermisst.

Wir haben morgen ja nur wenig Zeit für die Wohnung, da der Betreuer mich hier ja einsammelt und bis wir dann zu Hause sind und alle Sachen oben haben, ist die Zeit auch schon weitestgehend um. Wichtig ist, dass wir das  Bett neu bezogen/benutzbar kriegen – der Rest wird sich finden.

Aber am Samstag haben wir dann Zeit und im Endeffekt sollte das soweit auch klappen. Zur Not lesen wir selbst ab und ich muss nur das Schlafzimmer und den Flur richtig machen (im Schlafzimmer kontrolliert er den Rauchmelder und im Flur hinterm Regal ist der Wasserzähler des Nachbarn).

Es wird werden.

Erschwerend kommt hinzu, dass ich von Freitag bis Montag kein Internet habe – wegen Umstellung des Anschlusses.

Aber da ich die letzten Wochen das auch übers Handy hinbekommen habe, wird das zu Hause jetzt auch soweit klappen.

Nächste Woche dann geht der „normale“ Alltag wieder los – Betreuung, Thera, Arbeitstherapie, Physio usw laufen dann wieder im alten Rhythmus.

Es ist Zeit für mich wieder nach Hause zu gehen. Und das ist ein gutes Gefühl.

Dieser Beitrag wurde unter Betreuung, Beziehungen/Kontakte, Bonsai-Tiger, destruktives Verhalten, Erinnerungen, Grenzen, kleine Schritte, Leben, Psycho-Somatik, stationärer Aufenthalt veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.