samstags-dies-und-das

Die Bonsai-Tiger sind wieder fit und der Kopfhörer-Ersatz ist angekommen – alles wieder gut – sozusagen.

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Es geht mir besser. Sehr deutlich sogar. So langsam ist auch wieder Boden unter den Füßen, der spürbar ist. Mir ist klar, dass ich noch ein gutes Stück Weg vor mir habe, aber es geht in die richtige Richtung.

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Die nächsten Tage werden insofern schwierig, als dass kein Programm ist. Außer die drei Mahlzeiten, die zu festen Zeiten stattfinden, gibt es keinen Termin. Das bedeutet sehr sehr viel freie Zeit, die gefüllt werden will.

Da mir die letzten Wochenenden dann schon oft lang vorkamen (und in der Regel hatte ich mich da ja auch mit MissMutig getroffen), hab ich da schon etwas Schiss vor – denn bis zur Entlassung wird sich daran nichts ändern.

Aber besser hier als zu Hause, denn gleich eine so strukturlose Zeit zu Hause würde wohl wieder alle zusammenbrechen lassen.

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Ich freu mich sehr auf übermorgen – da bin ich bei MissMutig und dem Junior zum Essen eingeladen und ich hab den Jungen schon sehr lange nicht mehr gesehen. Außerdem bekommt er endlich das heißersehnte Smartphone und ich freu mich jetzt schon auf seine Begeisterung. Natürlich freu ich mich auch sehr auf MissMutig und somit fiebere ich dem Übermorgen schon entgegen.

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Heute morgen war es extrem wuselig auf Station. Ausgelöst von zwei Mitpatientinnen – die eine, weil sie unbedingt den Weihnachtsbaum mit anderen gemeinsam schmücken wollte (dieser wurde heute morgen aufgestellt und die Kartons mit Schmuck rausgekramt  – macht wohl sonst jemand vom Pflegepersonal zusammen mit denen die wollen, aber die werte Dame machte alle wuschig mit ihrer Aufgeregheit – es war grad mal sieben Uhr morgens) und einer zweiten Dame, die generell für mich sehr anstrengend ist.

Immerhin hab ich es geschafft Nein zu sagen, als sie mich fragte, ob sie mich was fragen darf. Das ging in diesem Moment gar nicht – weil eh schon alles so wuselig und viele Leute und überhaupt. Auf mein „nein, bitte nicht ansprechen“ war ich in dem Moment tatsächlich etwas stolz.

Im Laufe des Tages wurde es dann etwas ruhiger. Gott sei Dank!

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Auch geschafft hab ich das Wäsche waschen, als alte Kleckertante ist das ja mind. einmal die Woche hier nötig. Leider waren alle Wäscheständer voll, so dass die Wäsche jetzt hier auf Heizung und Stühlen verteilt zum Trocknen hängt (dank „Multifunktionraum“ hab ich ja neben Bett und Nachttisch auch einen Acktenschrank, einen Rollcontainer (ideale Ablage für so vieles), einen riesigen Schreibtisch, einen bequemen Bürostuhl und vier weitere Stühle mit im Raum. Achja – und noch so ein kleines Tischchen).

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Wäre normaler Alltag wäre ich sicher zu Hause jetzt – so fühl ich mich etwas zwiespältig hier – für eine Akutstation gehts mir dann doch meistens fast „zu gut“ – gleichzeitig weiß ich, dass es zu Hause eben anders wäre. Hier hab ich halt Sicherheit. Und auch weniger Anforderungen, denen ich gerecht werden muss – ich muss nichts kochen oder abwaschen oder mir den Kopf machen, wie das zu Hause  alles hinkriege.

Vom Kopf und vom Gefühl her ist es also durchaus richtig, dass ich noch hier bin. Aber es geht mir halt auch deutlich besser und es ist nicht mehr dieses „unbedingt nötig“, dieses existenzielle.

Wie sagte der Ersatzthera so schön, es muss ja nicht immer nur das „geht grad irgendwie“ sein, ich darf mir auch mal ein „geht auch gut“ gönnen und den Aufenthalt auch nutzen um nicht nur das nötigste wieder Aufzuladen um wieder irgendwie zu funktionieren, sondern auch mehr Kraft tanken und nicht grade so, sondern stabil wieder in den Alltag starten.

Zumal das Kliniksetting für mich wirklich ideal ist grade.

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