Menschen

Vorab möchte ich mich für all eure Wünsche, Kommentare und mails bedanken. Ich schaffe es nicht sie immer zu beantworten, was teilweise an meinem aktuellen Zustand und teilweise an der Internetverbindung liegt.

Da es hier kein WLAN gibt, läuft alles über das Datenvolumen vom Handy und das war nach 4 Tagen schon verbraucht.

Aber ich habe sie alle gelesen und mich über jedes Wort, jeden Gedanken gefreut. Danke euch.

Wie wohl für jeden, ist es auch für mich so, dass es hier in der Klinik fachliches Personal gibt, mit dem ich besser oder weniger klar komme.

Wobei sich das “weniger“ eher auf Charakter/Persönlichkeiten bezieht und nicht auf Handlungen.

Ganz konkret ist es beim Pflegepersonal so,  dass alle wirklich nett sind und bemüht – da ist keiner „biestig“ oder ähnliches. Für mich ist es sehr schwer mich auf jemanden einzulassen. Meist sind es dann diejenigen, die eben auch sehr offen auf mich zugehen, nachfragen usw – bei denen es dann eher gelingt, dass eine Verbindung entsteht.

So gibt es Tage, da schaffe ich es nicht mir die Bedarfsmedikation zu holen, weil sozusagen beide Seiten „verschlossener“ sind – es mit dann einfach nicht gelingt mich wirklich zu melden. Aber es gibt auch Tage, da geht das gut. Meist ist ja mehr als eine Person im Dienst und es ist wirklich selten, dass ich mit allen „nicht kann“.

Das klingt so blöd, weil das wirklich ausschließlich an mir liegt, daran, dass es halt schwer ist mich zu melden.

Ich bin jetzt schon ne Weile hier und erst die letzten Tage gelang es mir auch etwas offener zu sein. Zumindest zweien gegenüber.

Nach wie vor bin ich alleine im Zimmer. Das hat für mich den Vorteil, dass ein „schlecht gehen“ (unabhängig davon ob es ein zusammenklappen ist oder Flashbacks/Panikattacken und Co sind) keiner mitkriegt. Vorteil deshalb, weil es mich zusätzlich massiv triggern würde und den Druck massiv erhöhen.

Aber es hat auch den Nachteil, dass es niemand direkt mit bekommt und deshalb mein Befinden meist sehr viel besser eingeschätzt wird als es ist. Sie sehen ja nur das „funktionieren“.

Umso wichtiger ist es, dass ich es wenigstens schaffe mich mitzuteilen – zu sagen, was grade das Problem ist.

Die meisten fragen gar nicht nach, wenn ich die Bedarfsmedikation hole, aber manche eben doch. Da ich das in dem Moment dann nicht erklärt bekomme (zu viele Worte nötig und reden geht meist eh dann kaum), ist es so, dass dann halt später nachgefragt wird.

Mir ist durchaus klar, dass die Personaldecke dünn ist. Viel zu dünn. Umso mehr schätze ich den Einsatz der Leute hier, die da sind, sich bemühen – auch wenn sie die Hintergründe gar nicht kennen (können).

Das gibt mir Sicherheit und auch wenn ich grade erst anfange „warm“ zu werden und es sicher auch die eine oder andere Person geben wird, mit der das schwerer fällt, ist genau dieses Bemühen, was es mir leichter macht.

Heute war ein schlechter Tag, der noch dazu damit kollidierte, dass ich mir einbildete, dass ich die Bedarfsmedikation ja reduzieren und daher gar nicht nehmen will. Dazu Schwierigkeiten sich zu melden und so rutschte ich immer weiter in einen Zustand, in dem immer weniger ging.

Irgendwann kurz vorm Abendessen stand ich dann mit Zettel vorm Stationszimmer – mit der Bitte die Tavor der Abendmedikation vor ziehen zu können. Für mich als Art Kompromis – die Bedarfs nicht zu holen, aber es war einfach nicht mehr aushaltbar – und eben doch wenigstens so fit zu sein, dass Abendessen dann zu holen.

War dann an sich auch kein Problem. Das ist es immer nur für mich.

Die letzte Nacht war gruselig und kurz, ich hab sie dann gegen 2 Uhr beendet, weil ich eh nur von einem Alptraum in den nächsten rauschte.

Morgens gegen sechs legte ich mich dann wieder hin und schlief auch nochmal 3 Stunden. Dann holte ich Frühstück und Medis und nach einer guten Stunde legte ich mich erneut hin. Ich war einfach völlig erschossen.

 

So hab ich den Vormittag mehr oder weniger verschlafen und es  blieb nur noch ein halber Tag für Flashbacks und Panikattacken, wobei ich heute mehr mit ersterem zu kämpfen hatte.

Wie auch immer – ich hoffe auf eine bessere Nacht heute – trotz der Tatsache, dass mir die Matratze heftige Rückenschmerzen  beschert. Ohne Übungen noch direkt im Bett, schaffe ich es kaum aufzustehen. Gott sei Dank hab ich im Zimmer auch einen  Bürostuhl – auf dem das Sitzen tagsüber dann einigermaßen geht.

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