WMDEDGT 12/17

Wie jeden Monat fragt Frau Brüllen: “Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“

Leider wieder einmal in der Krankenhaus-Edition (Psychiatrie Akutstation).

3.45 Uhr – wie immer zur Zeit wach, müde, dank Einzelzimmer Serien schauen (zum lesen fehlt die Konzentration), stricken, heißen Kakao machen und versuchen nicht durch zu drehen, was bis 6 oder 6.30 auch meist gut klappt.

Dann wird’s schwieriger, aber um 7 Uhr ist wecken.

Bis dahin hab ich das Bett gemacht, war im Bad und bin angezogen und meist wieder am strickend Serien schauen oder Hörbuch hören.

7.30 Uhr gibt’s Frühstück, wobei ich das meiste für abends aufbewahre, da ich nach nem Dreiviertel Liter Kakao eher satt bin.

8.00 Uhr – endlich gibt’s Medis, dringend notwendig und gleichzeitig mit dem Wunsch sie nicht brauchen zu müssen.

8.20 Uhr – ich tappe Moos zur Buchbinderei, dort hab ich erst Wachsmalstifte aneinander geklebt und sie dann versucht gleichmäßig zu schmelzen.

Der Erfolg war mäßig, es war der dritte Versuch, einen letzten gibt’s heute Nachmittag.

11.30 Uhr – wieder auf Station eine Mail gelesen, die leider wieder völlig aushebelte – damit ist klar, dass ich mir die Entlassung am Freitag endgültig abschminken kann und wieder alles unklar ist.

Erstmal gepflegt zusammenbrechen. Sch….!

12.25 Uhr – Mittag essen, ich bin.spät dran (eigentlich um 12), da ich mich dafür erst wieder in einen einigermaßen Funktionsmodus kriegen musste, sortierte nur das Kärtchen um (damit sieht das Personal er da war), nahm das Brötchen, dass dabei war und flüchtete wieder ins Zimmer.

Dort kämpfte ich weiter

Durch die Situation flammten wieder suizidale Gedanken in einem Ausmaß auf, das nicht gut ist (was ein weiterer Grund für keine Entlassung Freitag ist).

Die Gedanken waren nie weg, aber sie waren halt die letzten Tage “nur“ Gedanken, ohne realer Gefahr dahinter. Es ist frustrierend, dass es da jetzt so einen herben Rückschlag hab. 

Das will ich so nicht! Ehrlichgesagt hab ich damit auch nicht gerechnet und weiß jetzt nicht wirklich weiter.

Die Notfallmedikation griff wieder mal nicht wirklich, was in Anbetracht der Umstände zu erwarten war. Trotzdem doof.

Eine Nachricht an den Ersatzthera, der hier ja für mich allein zuständig ist, mit der aktuellen Situation bekam ich hin.

Irgendwann beginne ich dann mit diesem Beitrag, über Smartphone ist es ja etwas mühsam.

12.50 Uhr – ich gehe wieder in die Buchbinderei und hoffe auf Ablenkung.

15.00 Uhr – in der Buchbinderei alle Vorbereitungen für ein weiteres Bild getroffen, so dass ich morgen früh gleich loslegen kann.

Ablenken hat teilweise funktioniert.

Wieder auf Station dann erstmal ausgenutzt, dass sie Waschmaschine frei war und eine Maschine angeworfen.

Danach etwa eine Stunde Gitarre gespielt, ist halt immer noch einer der besten Skills, auch wenn das hier natürlich nur beschränkt möglich ist, will ja niemanden stören.

Gleich nochmal versuchen mit Serie schauen und stricken abzulenken.

17.30 Uhr – heute ist definitiv einer der schlechteren Tage. Destruktive Gedanken, Flashbacks, des Kämpfens so müde. Also hangle ich mich in 10 Minuten Schritten vorwärts. In einer halben Stunde gibt es Abendbrot.

18.45 Uhr – hole meine Abendmedis und hoffe auf schnelle Wirkung.

19.10 Uhr – mich kurz mit dem Homöopathen getroffen, der mir was vorbei gebracht hat und jetzt noch versuchen zu lesen oder Hörbuch, mal sehen. Bedarfsmedikation hab ich ja schon ausgeschöpft. Allerdings bin ich ja auch seit viertel vor vier wach und wirklich müde, und eigentlich müsste die Abendmedikation bald greifen und mir wenigstens ein bisschen Ruhe bescheren.

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Eine Antwort auf WMDEDGT 12/17

  1. Julia sagt:

    Nein, gefallen tut es mir nicht, aber ich wollte Dich wissen lassen, dass ich nach wie vor mitlese.

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