sein

In der Buchbinderei geht es ganz gut. Ich wurstel vor mich hin und die Zeit verfliegt. Die Ergebnisse zeigen die Unkonzentriertheit, aber das ist atuell auch ok so für mich.

Ansonsten ist es schwierig. Heute wäre ja der Termin für die Nervenleitgeschindigkeitsmessung gewesen. Seit 2 Tagen telefoniert mein Betreuer nun rum, immer mit einem „klar geht das auch wenn die Patientin stationär ist“ und die Kasse versprach ein Fax, in dem genau das drin steht.

Der Termin wäre um 11 gewesen. Um 20 vor zehn kommt die Nachricht: Fax wird in der nächsten halben Stunde geschickt. Die halbe Stunde brauhten sie wirklich es war bereits viertel nach. Nur dass im Fax stand, dass ich zwar stationär wäre, aber von der Klinik noch keine Aufnahme bescheinigt und daher müssten noch Fragen geklärt werden – eine Telefonnummer war dabei.

Schon gestern war ich an dem Punkt, dass ich dachte, selbst wenn jetzt alles klappt – krieg ich das nicht mehr hin. Ist immerhin ein Arzttermin, Anfassen.

Ich saß also im Schwesternzimmer (wie nennt man das jetzt eigentlich korrekt? Pflegedienstzentrale?) als das Fax kam und statt dem „ja geht klar“ – eben obiges.

Ich konnte nicht mehr, drehte ab, bat erstmal um Tavor und verkroch mich heulend. Für mich war klar – egal ob da jetzt jemand anruft und dann noch was rechzeitig kommt – ich kann nicht mehr. Ich hatte grade noch eine halbe Stunde bis zum Termin, hätte noch Minicar rufen müssen usw.

Stattdessen klappte ich – wieder mal – zusammen. Nichts ging mehr und nur noch verkriechen half.

An dem Termin hing einiges. Es verschieben sich dadurch Handchirurgie, Entscheidung ob OP oder nicht (eher nicht), aber vorallem, dass ich das Thema Hand endlich mal abschließen kann.

Ich war absolut am Ende. Und musste dem Ersatzthera recht geben – ich bin noch nicht im mindesten fit genug für  wieder nach Hause gehen.

Auch wenn die Fahrten geklärt sind, drehe ich hohl. Solange das Thema war, dass eben wegen WEgfall der Fahrten die Thera (und damit für mich alleine überleben) wegfiel, war das wie ein Pfropfen, der alles blockierte.

Jetzt ist das weg – und das dahinter schießt nur so hervor, der Druck unendlich groß und brüllt und schreit durcheinander. So viele (auch heftige) Themen, die dahinter stehen, so viel angetriggert, so viel Zerstörrerisches und ich bekomm es nicht sortiert.

Altes und Aktuelles mischt sich und es gibt kein durchkommen oder – ja eben sortieren.

Der Alltag besteht aus Zusammenbrüchen, Flashbacks (in allen Varianten und Mustern), Panikattacken, hoffnungsloser Überfordertung und mischt sich in ein „zuviel“.

Da ich einsehe, dass da wirklich noch ne Woche dran muss, brauche ich meine Gitarre – oder das E-Piano (wobei das eingepackt und transportiert wird schwierig, also Gitarre)

Ich hoffe dass MissMutig mich heute fahren kann – wollte sie eigenltich, dann hatte ich das auf So verschoben und dann wieder auf heute.

Ich hab grad nicht mal nen Hauch von Stabilität – und solange keiner was will oder alles nach Plan läuft – geht es. Aber schon die kleinste Abweichung lässt alles zusammenbrechen.   Mist.

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