verkehrte Welt

Heute bekam ich eine wirklich gute Nachricht. Eine, die alles verändert – zum Positiven. Ein absolutes Wunder – mit dem keiner auch nur im geringsten gerechnet hatte.

Und doch löste es erstmal nur eine massive suizidale Krise aus. Selbst Tavor griff – wieder mal – gar nicht mehr.

In meinem Kopf wirbelten Gedankenfetzen und Chaos und auch wenn mir vom Kopf her klar war: das ist toll! fehlte die Freude oder die Erleichterung.

Da war weiterhin nur Überforderun, Zusammenbrechen und nichts geht mehr.

Ich schätze es hat zwei Komponenten. Für mich gab es kein Weiter mehr. Es war klar, ich bleibe hier, bis die mich rausschmeissen bzw gehen lassen und  dann setze ich meine Pläne in die Tat um. Vielleicht nicht sofort, sondern erst im Neuen Jahr, aber viel weiter war da nichts.

Plötzlich hab ich wieder Zeit.   Und die Hilfe, die weggebrochen war, kann wieder anlaufen.

Aber es macht auch deutlich, wie viel zerbrochen ist in den letzten Monaten und vor allem den letzten Wochen. So viel zerbrochen – für Nichts?

Lohnt es sich überhaupt wieder an zu fangen alles zusammenzuklauben? Oder bricht dann wieder alles weg? Ist überhaupt noch genug von mir über?

Diese Willkür – hebelt aus. Auch wenn sie diesmal zu meinen Gunsten war.

Es ist schwierig – und ich muss sehen wie es jetzt weiter geht. Ein weiter ist möglich,  aber erstmal muss es bei mir ankommen.

Noch hat es einen sehr fahlen Beigeschmack. Aus Angst, dass sich da wer vertan hat oder es dann doch wieder wegfällt usw usf. Ich kann es nicht glauben, habe Angst daran zu glauben. Aber das Erschreckenste ist, ich frag mich ob das nicht zu spät kommt. Ob nicht schon zu viel kaputt ist. Ein Einlassen überhaupt  wieer möglich ist.

Auch gute Nachrichten können völlig aushebeln. Also erstmal wieder versuchen in die Spur zu kommen und dann zu schauen wie es weiter gehen soll, kann.

 

Dieser Beitrag wurde unter Betreuung, Beziehungen/Kontakte, destruktives Verhalten, Erinnerungen, Grenzen, kleine Schritte, Krisenmodus, Leben, Psycho-Somatik, stationärer Aufenthalt, Therapie veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten auf verkehrte Welt

  1. ingrid, die Bastelmaus sagt:

    Liebe Ilana,
    wie schön, ich freue mich mit Dir! Klar, Du warst in letzter Zeit derart angespannt, da kann auch ein gutes Ergebnis nicht sofort in „juchhu“! umschlagen.
    Erst mal tief Luft holen, oder mehrmals und glaub mir, in ein paar Tagen (spätestens) kannst Du aufatmen und Dich so richtig freuen, zumindest hoffe ich es und wünsche es Dir von Herzen.
    Nun schlaf erst mal schön, schon Morgen wird die Welt ein bisschen besser ausschauen!
    Gute Nacht und liebe Grüße
    INGRID

  2. Renée sagt:

    Das freut mich so zu hören! Es ist aber auch verständlich, dass auf derartig unerwartete Nachrichten in so einer angespannten Zeit erstmal eine tiefe Krise folgt. Ich hoffe, es ist so gut, wie es verspricht, oder sogar besser, und dass du dich jetzt wirklich erholen kannst. Ich hoffe auch, dass der Kern deines Wesens den extremen Stress überlebt hat, sich vielleicht durch die Dissoziation und die Medikamente schützen konnte. Viele Grüße und gute Nacht,
    Renée

  3. Trude sagt:

    Hallo liebe Ilana,
    zu spät ist es ganz sicher nicht. Mit etwas „Abstand“ wirst du schon das Gute daraus erkennen, jeden Tag ein Stück mehr. Deine Seele braucht Zeit zum heilen, das geht nicht mit Schalter an oder aus. Ich glaube an dich.
    Viele Grüße und winke, die Trude.

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