Thera heute

Zusammengeklappt.

Anfangs sprachen wir über letzte Woche, über das Buch und was eben ähnelt usw – soweit alles im Rahmen.

Es war schon reichlich spät, etwa ne halbe Stunde vorm Ende, als es kippte. Auslöser war ein Wort. Ein Wort, dass ich selbst gesagt habe.

Gericht.

Tränen schossen in die Augen, die Verzweiflung überrollte mich. Der Thera bekam es nicht gleich mit, denn geredet hatten wir über ein anderes Thema – um Glaubhaftigkeit und dass diese Drohungen „dir glaubt eh keiner “ (auf Missbrauch bezogen) ja Methode hat und es auch noch andere gibt um jemanden zum Schweigen zu bringen.

Also ging er davon aus, dass es darum ging, bestätigte mir, dass er mir glaube usw. Das hat irgendwie die Tränen nur noch weiter angekurbelt. Ich verlor mich in der Verzweiflung und im „Erkennen“, dass ich vielleicht nur noch zwei Termine bei ihm habe. Das drohende Ende wurde real in dem Moment. Verzweiflung, Ohnmacht, Ausgeliefert fühlen – massiv vermischt mit Altem – denn es ist das gleiche Gefühl.

Danach – keine Ahnung, ich bekam die Tränen nicht in Griff, gar nicht. Geräusche kamen dazu, die dann die Verzweiflung und Ohnmacht mit Panik ablösten. Panik, weil ich es nicht in Griff bekam, es ja absolut „verboten“ war – grade Geräusche und verhedderte mich dann in Gefühlen, Täterintrojekten und der Körper tat was er wollte.

Irgendwann, den Thera hatte ich rausgeschickt in der Hoffnung es dann besser in Griff zu kriegen, schnappte ich mir Zettel und Papier und schrieb auf, dass es grad um Gericht und den Termin ginge – und es grad nicht in Griff bekäme.

Ab da wusste er wenigstens um was es ging und musste nicht weiter raten.

Er bot zusätzliche Termine an oder wie er sonst helfen könne – aber wozu? Er fragte auch, ob er mit dem Ersatzthera mal sprechen sollte – was ich bejahte. Ich glaub das wäre eine gute Idee.

Aber zusätzlichen Termin? Der Grund, warum das nötig wäre, darüber will und kann ich nicht sprechen. Was also tun in diesen Terminen? Ich möchte aktuell nur gezielt alte Situationen anschauen. Einfach weil ich da was tun kann, aktiv sein kann und gleichzeitig eine Situation, in der ich ausgeliefert und hilflos war, so bearbeiten kann, dass die Situation zwar noch da ist, aber nicht mehr diese Gewalt über mich hat – also auch da – dass ich die Passivität verliere. Aktiv was machen kann.

Dazu kommt, dass das grad so ziemlich das einzige ist, bei dem ich nicht sehr dissoziiert bin und eben grad trotzdem klar komme. Das ist erschreckend und traurig zu gleich.

Dass aber Aktuelles nicht geht, „Notfalltermine“ für mich aber eben auch bedeutetn den „Notfall“ also das Aktuell aufzugreifen und ich das nicht kann und nicht will, sondern nur Altes aufgreifen möchte – konnte ich natürlich nicht formulieren – also gab es eben keine Antwort.

Das Ende des Termins fehlt – ich weiß nicht wie die Tränen aufhörten oder ich gegangen bin.

Das nächste war, wie ich nach Hause kam. Stunden später mit leerer Brieftasche und keiner Ahnung, was ich in der Zwischenzeit gemacht habe.

Einzelne Sachen konnte ich im Nachhinein klären, aber eigentlich sind das nur einzelne Minuten. Wann den Fahrer angerufen, mit MissMutig gechattet usw. Was alles „normal“ klingt – also eher im Funktionieren wohl.

Übrig geblieben sind rasende Kopfschmerzen und eine unglaubliche Müdigkeit, aber Gott sei Dank auch wieder Dauerdissoziation und weit weg sein.

 

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