soweit

Termin mit Ersatzthera, feststellen, dass er genau am Tag des Gerichtstermins gar nicht da ist, der Versuch mit den Akutstationen ein „keine Gruppen, kein Speisesaal“ auszumachen, was tatsächlich ausschließlich am „kein Speisesaal“ scheiterte.

Im Endeffekt haben wir jetzt Plan A: mit stationärer Aufnahme am Gerichtstag und erstmal bis zum Montag drauf (da hab ich wieder Termin beim Ersatzthera).

Ob das klappt, erfahr ich zwei Tage vorher, wenn bis dahin das Stationssetting für mich noch nicht geklärt ist/werden konnte gibt es Plan B. Dieser beinhaltet sehr viele Stunden ambulante Betreuung inkl engmaschiger (täglicher) Termine (die wir schauen müssen, wo wir die dann wieder reinholen, denn Extrastunden gibt es keine).

Für Plan A muss ich auch noch mit MissMutig sprechen wegen der Bonsai-Tiger.

Das einzige was bisher klar ist: das Ergebnis krieg ich über WhatsApp in der Zeit, in der ich mit meinem Betreuer unterwegs bin inklusive der Absprache, die eben auch mit ihm zu lesen und nicht allein. Davor Buchbinderei, wobei da im Moment die Überlegung ist etwas zu machen, was ich eigentlich schon lange zu Hause mal machen wollte (ein Wachsmalstifte-Schmelz-Bild).

Wieder daheim wartete schon der Typ wegen der Maske vom CPAP-Gerät. Die neue Maske scheint erstmal dicht zu sein, ob sie das auch über Nacht ist, wird sich zeigen. Interessant finde ich den Magnetverschluss, der mir bei nächtlichen Panikattacken vielleicht zu Gute kommt.

Neues Kinnband hatte er auch mit, aber ich brauch einen neuen Schlauch, da der alte wohl etwas „ausgelutscht“ ist – zumindest mussten wir erstmal mit Klebeband die Verbindung aufpeppen, damit der auch an der neuen Maske hält. Aber ein neuer Schlauch wird mir zugeschickt (mit GLS – ich bin also gespannt, ob das hier ankommt oder wieder irgendwo in der Pampa landet).

Leider hat der Besuch des Herren dazu geführt, dass ich mich in der Wohnung wieder unsicher fühle (an sich nichts neues – ist ja mit ein Grund, warum ich Fremde nicht gut in die Wohnung lassen kann, aber es ist deutlich extremer als erwartet). Bis hin zu alle 5 Minuten aufstehen und kontrollieren, ob wirklich niemand in der Wohnung ist außer mir und den beiden Bonsai-Tigern, bei jedem Geräusch erstmal Panik schieben, Schritte des Nachbarn panisch als „da ist jemand in der Wohnung“ interpretieren (wieder mit panischem Erstarren und dann panisch Wohnung kontrollieren) usw.

Das liegt auch nicht an ihm – er ist wirklich nett, aber er ist halt auch ein Fremder und muss dazu noch ins Schlafzimmer (weil er ja zum CPAP-Gerät muss).

Also wird heute Nacht zur (doppelten) Schlaftablette auch noch Festbeleuchtung in der gesamten Wohnung sein. Und vor der abgeschlossenen Tür so ziemlich alles, was ich davor schieben kann. Dafür den Wecker für morgen eher stellen, damit ich auch rechtzeitig dann die Tür wieder frei geräumt kriege.

Mir ist durchaus klar, dass ich damit mehr Gefährdung erzeuge (für den Fall, dass ich dringend die Wohnung verlassen muss), aber geht grad nicht anders.

Daher dann auch mit dem Betreuer ein dringedes „ich muss hier raus!“ – weil ich merkte, dass die Panikschleife immer heftiger wird. War einerseits gut, weil eben raus hier, andererseits wohl zuviel, weil der Körper so massiv mit Blähungen/Durchfall/Übelkeit reagiert hat, dass  wir quasi von einer Kundentoilette zur nächsten sind, dabei wollten wir eigentlich einkaufen (vor allem Ersatzlampe für die Küche, die ist nämlich durch).

Wieder daheim dann doch nochmal eine Cortison-Tablette eingeworfen (und siehe da, es wurde recht schnell besser), eventuell gibt es gleich noch ein Süppchen, denn zum einen muss ich dringend Flüssigkeit auffüllen und zum anderen wird die Nacht sonst ungemütlich, wenn ich dann wegen Hunger wach werde oder so. Denn so richtig was gegessen hab ich heute noch nicht.

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2 Antworten auf soweit

  1. Renée sagt:

    Das mit dem kein Speisesaal wundert mich, denn ich meine in meiner Zeit in Akutstationen definitiv beobachtet zu haben, dass gewissen Leuten lange Zeit ein Tablett ins Zimmer gebracht wurde und sie erst nach Wochen an den Mahlzeiten im Speisesaal teilnahmen. Hm. Naja, ich drücke einfach mal die Daumen, dass Plan A klappt, und natürlicih auch, dass ein guter Entscheid vom Gericht kommt. Ganz viele gute Wünsche!

    • Ilana sagt:

      Danke dir.
      Hier ist die Argumentation dass ja zum einen Verletzungsgefahr (Besteck) bestünde, aber vor allem, dass es dann die Dauerdisskussion im anderen Patienten gäbe, warum der darf und der eine nicht usw.
      Im Moment stehen noch 3 Stationen zur Verfügung, bei denen geklärt werden muss, ob das nun geht oder nicht (was eben auch davon abhängt wo ein Bett verfübar wäre).

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