Routine

Die Nacht war schwierig. Bin gestern beim Lesen so massiv über Trigger gestolpert, dass ich aus den Flashbacks und Körpererinnerungen leider kaum noch raus kam. Erst nochmal Medis nachschmeisen half, wenigstens ein bisschen zu schlafen.

Geplant war heute der „Großeinkauf“. Im Prinzip der Einkauf für einen Monat, so dass ich zu Essen und Trinken für diesen Monat habe und nur noch Frisches oder Angebote gekauft werden müssen.

Einkaufen ist schwierig. Der Einkaufszettel ist auf den Cent genau ausgerechnet, die Artikel in der Reihenfolge notiert, in der ich sie im Laden finde. Da steht nicht nur Shampoo oder die Marke, sonder auch die genaue Sorte.  Einfach weil ich mich sonst vor dem Regal verlieren würde.

Es gibt nur  sehr wenig Spielraum – bei Obst und Gemüse zum Beispiel bekommt man ja nicht imm genau ein Kilo oder so. Aber selbst das war heute schon rausgenommen, beschränkt auf Stückpreis-Produkte, deren Preis ich auch wusste.

Klar war auch, dass heute der Betreuer nicht nur dabei sein muss, sondern in best. Läden auch „die Führung“ übernehmen musste – im Real z.Bsp – der überfordert mich schon in guten Zeiten. Ich wollte auch nur Getränke dort.

Im Prinzip lief es soweit ok – bis ich im Kaufland einen mir sehr wichtigen Artikel nicht fand. Ausverkauft wahrscheinlich. Im Prinzip auch nichts extrem wichtiges – es brachte nur meine Planung völlig durcheinander.

Ab da lief es dann gar nicht mehr gut und leider schaffte ich es auch nicht dem Betreuer ein Zeichen zu geben, dass er grad mal mit schauen sollte. Er lief ja neben mir, ich hätte nur was sagen müssen (so ist es abgesprochen).

Also wanderten Sachen in den Wagen, die weder auf der Liste standen, noch wirklich gewollt waren, dafür einiges was auf der Liste stand nicht.

Natürlich brachte das dann auch die finanzielle Planung völlig durcheinander.

Der nächste Laden wird grad ungebaut und entsprechend provisorisch und eng und unübersichtlich ist es darin.  Ich hätte gleich umdrehen sollen, aber ich brach erst sehr viel später ab.

Es ist ok jetzt – ich werde nicht verhungern oder verdursten und es auch sonst hinbekommen, es ist also nicht schlimmes passiert.

Aber ich rutsche immer weiter weg – und den letzten Laden, den hab ich nicht mehr mitbekommen.

Zu Hause war dann eianfch nur diese völlig Überforderung, das Gefühl als wäre jegliche Kraft und Energie ausgesaugt. Schlicht nichts mehr da. So sehr, dass selbst ein Griff zum Becher um etwas zu trinken, zu viel war.

Dabei hatten wir heute nur sehr wenig Läden auf dem Plan.

Es ging, solange wir wie geplant der Routine folgen konnten. Sobald die gestört war (und diesmal reichte dafür, dass einfach ein Aktionsartikel nicht mehr verfügbar war), wurde e zunehmend schlimmer.

Mittlerweile geht es wieder einigermaßen – solange ich nichts tun muss. Nichts erwartet wird.

Grenzen, aktuell so unglaublich früh, dass selbst beim Allernötigstens schon Prioritäten gesetzt werden müssen.

Heute also nur noch Ruhe, morgen außer die Testberichte abzugeben auch nichts weiter.

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