(zu) viel

Buchbinderei ist im Moment gut für mich. Da ich aktuell keine offiziellen Aufträge machen möchte, weil mir schlicht die Konzentration fehlt und ich da Angst habe was zu verhauen, bastel ich so vor mich hin. Nadelköcher für unterwegs stehen auf dem Programm, aber auch dreiteilige Mappen für Musiknoten (meist sind es ja mehr als nur zwei Seiten) hab ich im Kopf.

Es ist ein tüfteln und probieren und wissen, ich kann grad nichts kaputt machen, was ganz bleiben sollte – kann höchstens Material „verschwenden“ – wobei das aktuell auch nicht wirklich stimmt, weil ich eh Reste nutze.

Aber es ist erstaunlich schwer die leeren Rollen von Frischhalte- oder Alufolien zu kriegen – und die brauch ich. Also muss das Projekt vermutlich eh ruhen, bis ich da Nachschub habe.

Dann zu Hause war ich einfach nur unglaublich müde – so sehr, dass ich mich auch hinlegen musste.

Ich mach ja vor November prinzipiell keine Heizung an – jetzt „dürfte“ ich, überlege es mir aber nochmal. Zwar hab ich nur 19 Grad in der Wohnung (fürs Schlafzimmer reicht das dicke, fürs Wohnzimmer wären mir dann zwei bis drei Grad mehr doch lieb), aber diese Temperatur führt dazu, dass ich gleich zwei tierische Wärmflaschen quasi auf mir kleben hab. Und ja, das genieße ich dann auch.

Dann stand heute mit dem  Betreuer Wäsche waschen an. Da ich ja im Waschsalon wasche, ist das immer eine etwas größere Aktion.

Diesmal war es wirklich sehr viel: zwei 10-Kilo Maschinen und drei 6-Kilo Maschinen. Allerdings war das letze Mal auch wirklich sehr sehr lange her. Sonst machen wir das einmal im Monat. Dazu kam auch eine  Decke, die ich ja vor kurzem mit Bratensosse getränkt hab.  So war eine der 10-Kilo Maschinen nur Bettwäsche und Decke.

Bis dann alles auch im Trockner getrocknet war, waren fast 3 Stunden um. Und ganz klar – nächste Mal wieder im Monatsrhythmus, nicht nur weil sonst die Klamotten knapp werden, sondern vor allem, weil es so einfach viel zu viel ist und mich völlig überfordert.

Körperlich bin ich grad auch nicht fit. Zum einen hab ich zugenommen, weil natürlich keine Kraft groß was zu kochen und so ist grad wieder eher ungesundes dran (ist aber grad auch von der Priorität weiter unten), was ich vor allem an Kondition und Rücken deutlich merke, aber auch der Cortisonspiegel ist grad eher unberechenbar (vermutlich müsste ich vorübergehend dauerhaft erhöhen, was ich aber nicht will). Durch die Überforderung hatte ich ja sowieso schon einen Fibroschub ausgelöst, der durch die aktuellen Umstände nicht grad besser wird. Da spielt auch alles zusammen.

Ich versuche nach wie vor mich täglich zu bewegen. Aber draußen spazieren oder auch nach einem Termin halt mal eine Runde gehen, ist grad gar nicht möglich. Crosstrainer geht, da scheitert es tatsächlich grad an Motivation oder Kraft (da bin ich grad echt unsicher, denn wenn ich dann drauf bin, geht es, allerdings mach ich das halt auch nur, wenn sonst nichts anliegt).

Es nervt mich und frustriert. Zeigt aber auch wie sehr aus der Bahn geworfen ich grade bin. Ich muss auch nochmal mit dem Arzt telefonieren, weil ich bei einem Medikament noch höher gehen möchte – schaffe aber schlicht das telefonieren nicht.

Das ist auch ein Problem, weil ich zwar weiß, dass ich im November bei mehreren Arztpraxen einen Termin habe, aber nicht weiß wann. Auch da müsste ich dringend anrufen und nachfragen, bevor der Termin dann um ist. Aber auch hier: ich schaffe es grade nicht.

Morgen dann nochmal Buchbinderei und Ersatzthera.

Heute nur noch die restlichen Griesnockerl von gestern in Brühe und dann Bett. Vermute nicht mal groß lesen, ich bin einfach völlig alle.

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