Dissoziation

Bin ein bisschen aus Raum und Zeit gefallen. Dauerdissoziiert, in unterschiedlichen Intensitäten.

Dabei entstehen immer wieder auch interessante Erkenntnisse.

Im Prinzip halt wie in einer Blase, die Sinneseindrücke verzerrt, teilweise leiser oder unscharf – wie durch einen Nebel. Gleichzeitig ein von außen zuschauen – also ich seh mich von oben da unten sitzen und machen, tun und sagen. Das war gestern während eines Telefonates interessant – mich da erzählen hören und irgendwie überrascht sein über das, was ich da so sage.

Gleichzeitig ist es aber auch so, dass mir viel Zeit fehlt – nicht wie sonst gewohnt mit einem plötzlichen wieder zu mir kommen oder „aufwachen“ – sondern eher schleichend.  Wenn es darum geht, was ich gemacht hab oder gegessen oder so – dass dann einfach viel Zeit auch weg ist, an die ich mich schlicht gar nicht erinner.

Wie heute zum Beispiel an den Einkauf mit dem Betreuer.  Dass wir da waren sehe ich an den Lebensmitteln, aber es gibt keine Erinnerung daran.

Das passiert aber auch so am Tag – dass eben einfach Zeit fehlt. Die Übergänge sind nicht klar, sondern fließend.

Das scheint eher in Wellen zu laufen. Mal etwas mehr da, mal wieder weiter weg. Ganz da gibt es aber grad nicht.

Mir waren so massiv dissoziative Zustände schon meist bewusst, aber da ging es dann halt auch mehr darum wieder ins hier und jetzt zu kommen und weniger darum die einfach mal etwas zu „beobachten“.

Aktuell geht es ganz klar nicht darum diese zu beenden, sondern sie aufrecht zu erhalten.

Es ist ungewohnt – da ich manchmal erst an den teils automatisiert einsetzenden Skills merke, dass ich gegensteuer – und das dann sehr bewusst wieder stoppe – das ist wirklich neu. Aber im Moment ist Dissoziation ein Schutzmechnanismus, den ich auch nutzen möchte, der aktuell einfach nötig ist.

Ehrlichgesagt bin ich gespannt wie viel ich dann noch von all dem weiß, wenn ich wirklich wieder „da“ bin.

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