ich wünschte …

Ich wünschte, ich könnte solche Termine wie beim Gericht, einfach wahrnehmen.

Ich wünschte, ich könnte den zuständigen Menschen gegenüber treten und einfach für mich eintreten.

Ich wünschte, ich bräuchte das alles gar nicht – weil ich es auch ohne deren Hilfe hinbekomme.

Ich wünschte, ich könnte anderen gegenüber einfach – sprechen.

Ich wünschte, Gruppen würden einfach nur bedeuten mit anderen Menschen gute Zeit zu verbringen.

Ich wünschte, ich könnte mein Leben eigenständig gestalten.

Ich wünschte, ich könnte einfach in den Laden gehen und einen Liter Milch kaufen, wenn mir danach ist.

Ich wünschte, ich könnte einfach vor die Tür gehen, auch ohne Begleitung.

Ich wünschte, ich könnte in den Bus steigen und zu Terminen oder dem Schwimmen fahren.

Oder einfach so zu einem Stadtbummel.

Ich wünschte, ich wäre so stabil und fit, dass ich einer geregelten Arbeit nachgehen könnte.

Ich wünschte, ich könnte meine Zeit einfach so gestalten, wie ich möchte – und nicht so, wie ich es eben mit Begleitung und Fahrten organisiert bekomme.

Ich wünschte, ich hätte eine Familie, Kinder – und könnten ihnen ein gutes Leben und Liebe bieten.

Ich wünschte, ich würde hier im Haushalt alles hinbekommen.

Ich wünschte, ich könnte den Bonsai-Tigern mehr gerecht werden – sie mehr beschäftigen.

Ich wünschte, ich könnte einfach das kochen oder zubereiten, was gesund und lecker ist, weil genug Kraft dafür da ist.

Ich wünschte, dass einkaufen einfach so ginge.

Ich wünschte,  dass nicht so viel Zeit für Alptträume, Flashbacks und Kämpfe gegen Täterintrojekte drauf ginge.

Und ich wünschte, die Kraft, die dafür draufgeht, stünde mir für anderes zur Verfügung.

Ich wünschte, ich wäre frei von all den inneren und äußeren Geistern und Dämonen.

Ich wünschte, ich könnte ganz im heute leben, ohne die Fesseln der Kindheit, die mich bis heute gefangen halten.

Ich wünschte, ich bräuchte keine (oder wenigstens nicht so viele) Medikamente um das Leben auszuhalten.

Ich wünschte, ich könnte einfach weinen. Oder Gefühle zulassen.

Oder Gefühle spüren.

Ich wünschte, „irgendwie überleben“ wäre nicht so vertraut.

Und der Kampf darum nicht so sehr Alltag.

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