Änderungen

Habe in der Buchbinderei abgesagt. Davor hatte ich den Termin beim Ersatzthera, der leider schlechte Nachrichten für mich hatte.

Es ist nicht klar, ob die Fahrtkosten im nächsten Jahr weiter übernommen werden.

Ich verstehe das Ansinnen der Krankenkasse – gar keine Frage. Der Ersatzthera und der Betreuer (und auch der Anwalt) gehen auch davon aus, dass es kein Problem wird. Aber im Endeffekt hängt die Entscheidung nun am MDK.

Der Grund ist, dass das Verfahren wegen des Merkzeichens immer noch vor Gericht liegt, es keine Entscheidung gibt.

Wie gesagt – ich verstehe es. Dennoch ist jetzt halt einfach unklar, wie es dann ab Januar weitergehen soll.

Und damit ist die Unsicherheit, Ohnmacht und Angst, die mit dem Thema Gericht verbunden ist grade am überkochen.

Weg ist es ja nie, es ist wie ein Damoklesschwert, das über mir schwebt, das nie wissen, ob nächste Woche wirklich noch ein Theratermin ist, oder die Buchbinderei, Kurzkontakte usw. Es gibt einen Grund warum wir das Netz so aufgebaut haben.

Und es gibt einen Grund, warum das nötig ist, für mich geht es dabei auch um die Existenz. Nur weil ich dieses Netzwerk aus Therapie, Arbeitstherapie, Kurzkontakten und Betreuung habe, ist ein alleine wohnen möglich. Betreutes Wohnen ist keine Alternative – zumal auch da dann ja noch irgendwie das Wegproblem zu Therapie und Ärzten bleibt.

Dazu kommt, dass jetzt natürlich auch der Arztbrief aus Dresden angefordert wurde. Der, der zu verschiedenen Missbrauchssituationen Details nennt, Details, die niemanden etwas angehen und grade auch  deutlich machen, dass ich es auch nicht in der Hand habe, wer diese bekommt.

Zwar wird der Ersatzthera versuchen das meiste davon zu schwärzen und eine entsprechnde Bemerkung hinzu zu fügen, aber ob das dann akzeptiert wird, ist eine andere Sache.  Außerdem ist er ja auch sonst in vielen Bereichen nicht richtig.

Das Schlimme ist, ich merke, wie ich mich in der Verzweiflung verliere – und nichts entgegen setzen kann. Dass das Gefühl des Ausgeliefert seins, der Ohnmacht alles andere auffrisst.

Leider merke ich aber auch noch was anderes. Mein Blog ist für mich nicht mehr der sichere Ort wie früher. Auch da ist etwas – kaputt – gegangen. Es ist irgendwie nicht mehr „mein“ Ort, er ist irgendwie – beschmutzt.

Ich kann nicht mehr einfach nur frei drauf los schreiben. Vieles, was früher hier dann seinen Platz gefunden hätte, geht nicht mehr – da ist Angst, Unsicherheit, Misstrauen.

Es wurde zu viel – verdreht – und dann gegen mich gerichtet. Und ich merke, dass das, was ich deshalb als Schutz für mich geändert hab (ohne dass es jetzt euch Leser betrifft) – nicht reicht. Dass es grade jetzt, wenn es wichtig wäre, einfach drauf los zu schreiben um all das was die Situation in mir anrichtet – auch raus lassen zu können – für mich nicht geht.

Gleichzeitig ist da ein Teil in mir, der trotzt. Der sich das nicht kaputt machen lassen will, der weiß, dass hier nichts steht, was irgendjemand auf gar keinen Fall lesen dürfte. Es geht nur darum, dass die Angst da ist, dass wieder was falsch verstanden oder so verdreht wird – um mir dann das Genick zu brechen, was ja ähnlich in der Klinik passierte.

Und aus der Klinik liest ja keiner mehr mit (zumindest gehe ich davon aus).

Noch hoffe ich, dass sich das irgendwann einfach wieder einpendelt.

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Eine Antwort auf Änderungen

  1. Renée sagt:

    So ein Mist. Du hast natürlich total recht, dass das Wegproblem zu den Ärzten und zur Therapie auch im Betreuten Wohnen bliebe. Ich hoffe so sehr, dass sie den Klinikbericht mit den geschwärzten Teilen akzeptieren, diese Details gehen die ja nun wirklich nichts an.

    Es tut mir sehr leid, zu hören, dass das Schreiben im Blog nicht mehr das für dich ist, was es mal war. Ich finde es total wichtig, dass Betroffene wie du die Möglichkeit haben, in solchen Räumen wie Blogs von ihren Erfahrungen zu berichten. Ich hoffe, dass du irgendwie die Möglichkeit wieder finden wirst, dich hier wie früher ausdrücken zu können. Dass es eine Frage der Zeit ist oder so.

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