Thera heute

Heute sollte ja zwischen acht und zehn ein Techniker in die Praxis kommen. Mein Termin ist um neun. Es war also unklar, ob der dann schon da war – oder ob er überhaupt kommt, weil er wohl schon zwei oder dreimal nicht kam.

Entsprechend unsicher war ich schon beim hingehen. Die Klingel dort ist ja ein Trigger (dem wir bisher noch nicht weiter nach gegangen sind), aber auch der Gedanke, dass der Thera eben während meines Termins raus muss, war nicht grad hilfreich.

Als ich ankam erfuhr ich, dass der Techniker noch nicht da war.

Wir starteten mit dem Arztbrief – und dann klingelte es. Abgesprochen war mit dem Thera, dass er dann rausgeht und wenn der Techniker wieder weg ist, mir noch ne Minute gibt bevor er wieder reinkommt.

Die Panik vom Klingeln bekam ich recht schnell in den Griff. Aber dann hörte ich ein Geräusch von dem Techniker und das triggerte sehr massiv. Dummerweise aber auch so, dass da nichts greif- oder benennbar war. Als wäre der Körper in einer alten Situation gefangen – es gab nur Fragmente.

Aber ich kam nicht mehr ins hier und jetzt – oder genauer nur teilweise – dann wieder ein Zucken im Körper und ich war wieder weg. Generell hatte ich sehr hart damit zu kämpfen, nicht ganz weg zu sein.

Als der Thera wieder da war, konnte ich ihm nicht sagen was los ist – ich wusste es ja selbst nicht wirklich.

Wir versuchten dann verschiedenes, aber nicht griff so richtig durch. Bis dann eine Aussage des Thera die Panik auf einen neuen Level hob.

Er wollte halt klar machen, dass das ich hier in seinem Raum bin, im Jahr 2017 – dass ich den Teppich sehe oder die Busse draußen höre – dass ich das was ich sehe und höre eben jetzt ist.

Dummerweise sagte er dann auch, dass auch das was ich fühle (gemeint war von seiner Seite der Stuhl und der Boden unter mir) eben ins hier und jetzt gehört. Nur dass da auch Körpererinnerungen waren – die eben leider nicht ins heute gehören.

Ich konnte ihn da stoppen und wie gesagt – es war dann irgendwie ein anderer Level an Panik da.

Als es dann darum ging Anspannung zu reduzieren, zu entspannen, los zu lassen – alles Dinge die wir regelmäßig machen – kippte es – in eine andere Situation, die klar war.

Das nahm mir erstmal den Atem, aber hier war wenigstens was greif- und benennbar. Und auch klar sortierbar in früher und heute. Dieser erste Schock hat mich immerhin auch den Körper aus der anderen Situation rausgeholt.

Leider hatte ich auch vergessen, dass nächste Woche ausfällt – als es dann darum ging, dass  wir am Ende des Termins sind und uns ja dann in 14 Tagen sehen, kamen Tränen.

In dem Moment war das zuviel – zu lang – zu unsortiert in mir – und einfach auch Angst – was ich jetzt mit dem Kram von heute mache.

Er bot an, wenn es schlimm wird, dass wir einen Termin irgendwo zwischen schieben, was aber diese Angst nicht wirklich linderte.

Gleichzeitig ist es so, dass es auch gut sein kann, dass ich gar kein Problem mit habe – dass die Situationen zwar da sind, aber eben wie die anderen auch, sich grad gut wegpacken lassen. Zumal es zu Hause ja auch nicht darum geht damit zu arbeiten oder „dran zu bleiben“.

Es war ein sehr anstrengender und intensiver Termin und an den Situationen müssen wir arbeiten – ganz klar. Inwieweit ich das jetzt erstmal weg gepackt kriege – werde ich in den nächsten Tagen sehen.

Thera ist ja jetzt sowieso erstmal eher 14 tägig – nächste Woche fällt aus, übernächste ist er da, die Woche drauf ist Feiertag und dann ist er 3x da und dann wieder eine Woche weg. Danach läuft es wieder normal (glaub ich).

Für mich gilt heute: achtsam sein, mir Gutes tun und der Rest wird sich finden. Wie gesagt ist die Chance recht groß, dass es so wie die letzten Wochen weiterläuft – dass das Wegpacken und Ablenken gut klappt. Davon gehe ich jetzt einfach mal aus – und wenn nicht, kann ich immer noch reagieren.

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