Therapie heute

Wir wollten heute an den inneren Orten arbeiten. Die passen nicht mehr, müssen komplett überarbeitet werden bzw komplett neu gestaltet.

Erst sammelten wir Orte, die gut wären:

einer für Ruhe, Wahrnehmen, aber das was da ist auch ziehen lassen

einer wo es nur ums einfach sein geht – egal wie es ist, wie es mir geht, alles darf sein

Es ging auch darum wie das mit den Gefühlen ist, dass es für mich halt immer noch so ist, dass sie gefährlich sind. Nicht die Gefühle, aber was sie auslösen, weil ich keinen konstruktiven Umgang damit hinbekomme.

Dabei ging es dann darum, dass ich da ja schon häufig durch bin – durch diesen Strudel aus Gefühlen, der mich in die Tiefe zieht. Wir hatten das Beispiel einer Rutsche – die mag wild sein, man kann nicht selbst entscheiden ob die Kurve links oder rechts geht – aber irgendwann kommt man am Ende wieder raus – und es wird wieder ruhiger – im Auffangbecken.

Aber in der Art wie es grade ist, war es noch nie – es gab nie diese massive Intensität. Nur dass ich das nicht erklären konnte – ich sagte nur, dass es eben nicht so ist, dass ich da nicht schon oft durchgeschleudert wurde.

Auf seine Frage warum – konnte ich in dem Moment nicht antworten. Dafür fluteten innerlich Tränen.

Keine Ahnung warum. Ich bekam sie in den Griff, konnt es dem Thera auch sagen. Dann war die Frage, ob ich den Tränen nachgehen möchte.

Also versuchten wir es – und scheiterten an einer durchsichtigen Wand, gegen die ich ständig gegen lief, ich sah sie ja nicht, aber sie war da. Eine Wand – ein ganz klares: NEIN.

Daraufhin folgten dann Traurigkeit und Verzweiflung – ich will dieses Nein nicht, ich will Tränen zulassen können – das konnte ich doch auch schon. Woher kommt diese Wand wieder?

Es war frustrierend.

Also folgten wir dem „Nein“ und dann flutete viele Gedanken, Sätze usw.

Es darf dir nicht schlecht gehen.

Du willst mit den Tränen nur manipulieren

Stell dich nicht so an.

Du tust zu wenig.

Du willst nur Mitleid.

Dazu Sätze aus einzelnen Situationen (auch Missbrauchsituationen)

usw usf.

Die Sätze mischten sich. Hauptthema war da die Klinik, aber nicht nur – dennoch ging es hauptsächlich um die Klinik.

Die Sätze und Gedanken fluteten mich und war nicht mehr wirklich aus dem Kopf zu kriegen.

Gleichzeitig war so viel Traurigkeit da – weil alles irgendwie auf verdrehte Weise ist, denn es sollte dort ja um Tränen und Gefühle zu lassen gehen – und irgendwie geht jetzt weniger als vorher. Und das liegt nicht an der Klinik, sondern daran, wie es dort für mich gelaufen ist. Da wurde einfach viel Altes angetriggert, so dass ich da einiges vermischte, was nicht zusammengehört. Das ist vom Kopf her auch klar.

Bisher dachte ich, dass die Tränen nicht mehr gehen läge daran, dass es nicht bei Tränen  bliebe – sondern in Geräuschen enden würde. Die sind ja nach wie vor ein „no-go“.

Heute war klar, daran liegt es nicht. Denn da bestand keine Gefahr. Das ist frustrierend. Ich verstand nicht warum es so ist. Und dass wir jetzt wissen was da alles mit reinspielt – ist vielleicht ein Ansatzpunkt. Hoffe ich.

Also ein intensiver, aber guter Termin.

 

 

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