wie es ist

Die Tage gehen so vorbei. Ohne große Krisen oder ähnlichem, plötzlich ist es abends.

Ich bin müde und hab Schwierigkeiten Sachen an zu gehen, sie erscheinen so groß und schwer – aber wenn ich es dann mache, läuft es in der Regel ganz gut. In diesem Wissen schaffe ich es dann auch die Sachen an zu gehen.

Die Nächte sind unterschiedlich – mal soweit ganz gut, mal weniger – wobei es sich im Rahmen hält. Mehrfach wach werden gehört schon seit Jahren dazu.

Selbst Flashbacks sind nicht groß aufwühlend. Irgendwie gar nicht so, dass sie diesen Namen, diese Bezeichnung verdienen. Als wäre es nur irgendein Anteil, der darin festhängt, ein anderer der sich ums rauskommen kümmert – und für den Rest geht der Tag einfach weiter.

Es ist nicht so, als wäre alles wie im Nebel. Es ist fast – ruhig.

Das ist im Vordergrund. Und auch wenn ich weiß, dass das nicht wirklich gut ist, genieße ich diese Ruhe, bin froh darüber – es macht die Tage so viel einfacher.

Das „nicht gut“ ist, dass mir auch klar ist, dass es nur so ist, weil ich sehr weit weg von mir bin. Nicht unerreichbar weg, aber eben dennoch auch nicht mit mir im Reinen.

Nicht  – ganz. Als fehlte immer etwas oder jemand oder was auch immer. Als wäre ein Teil von mir immer woanders.

Das sehe ich, nehme ich wahr – weiß, dass das nicht unbedingt gut ist.

Trotzdem bin ich froh drüber,  dieses Gefühl der Ruhe, der Gleichmäßigkeit, des dahin Plätscherns – ist nach dem Dauertrubel so angenehm. Ein – Atmen können, eine Art Ruhe spüren.

Das ist Trügerisch – es ist ja keine wirkliche Ruhe, eher so, als würde um einen herum das Leben (und Menschen) toben (zum Beispiel im Bus oder so) und man selbst setzt sich hin, Kopfhörer auf um die Geräusche auszublenden und dann Augen zu oder nur aus dem Fenster schauen und sich in Gedanken ausklinken – niemand mehr da – alles ruhig, nur noch die Musik und du – in deiner eigenen Welt.

Sehr wohl wissend, dass das nur eine innere Welt ist, dass es nicht im Einklang mit der Außenwelt ist, dass es eine Flucht ist vor der Realität – aber es ist eine Art Ruhe und Durchatmen können.

So ähnlich fühlt es sich an – das Leben geht weiter, die Tage sind nicht nur irgendwie, sondern sogar sehr gut machbar, ich spüre die „Ruhe“ und das einfach Atmen können – und genieße es.

Es tut gut ist fast wie eine Pause. Und dafür nehme ich aktuell gerne in Kauf, dass halt das Leben so vorbeizieht und nicht wirklich voll bewusst gelebt wird.

Zumal es schon ne Weile her ist, dass ich nicht wegen allem und jedem und noch so kleinem Alltagsding schauen musste, ob das kräftemäßig grad drin ist.

Auf der Prioriätenliste muss ich grade nicht um Basics kämpfen – und das ist ein unglaublich gutes Gefühl.

Besonders wenn ich dann auch merke, dass ich durchaus für Freunde da sein kann – voll und ganz. Dass Helfen oder Zuhören oder Da sein nicht irgendwas auf der Prioritätenliste verschiebt, sondern einfach so geht. Inklusive mit fühlen! Was ja für mich grad nicht so geht – da geht es durchaus – und das finde ich super.

Von daher kann ich diesen „Zustand“ grade auch wirklich sehr gut stehen lassen. Es sehen, wahrnehmen, durchaus auch das „nicht gute dran“ und die Fallen die es bietet sehen, aber es dennoch grade so annehmen – als was positives.

Und es genießen!

 

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Eine Antwort auf wie es ist

  1. Ingrid, die Bastelmaus sagt:

    Genieße es, liebe Ilana, auch wenn es nicht „natürlich“, real , erklärbar oder sonst was ist, Hauptsache es tut Dir gut!!!
    Gute !!! Nacht! Auch für Dich wünscht Dir Ingrid

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