durchwachsener Sonntag

Da ich gestern Abend den Hund für eine letzte Pinkelrunde nicht wecken wollte, wir also kurz nach sechs das letzte mal draußen waren, stellte ich mich darauf ein, heute dann doch eher früh den Tag zu beginnen.

Pustekuchen – es war im Endeffekt neun und ich weckte die Raubtiere hier – nicht umgekehrt.

Auch recht. Also kurze Hunderunde, dann Raubtierfütterung und das Spiel: wie krieg ich alle drei möglichst schnell und ohne Trouble ins Wohnzimmer. Also erst eine Katze einfangen (die grad Streicheleinheiten abholen wollten) und rüber bringen. Dann den Hund in den Flur oder ans Ende des Schlafzimmerst und die zweite Katze mit Leckerlie rüber ins Wohnzimmer jagen schicken. Möglichst so, dass der Hund die Leckerlie nicht vorher kriegt oder beim Versuch wegen „zu schneller Bewegung“ die Katze erschrickt – oder so. Gleichzeitig natürlich auch dem Hund was zuwerfen – möglichst so, dass er nicht springt oder so – weil die Krallen auf dem Laminat verschreckt dann wieder die Katze oder so.

Irgendwann waren alle drei drüben – und wieder im Zustand des „miteinander“. Das geht nämlich durchaus – und auch gut – aber nur solange sich keins der Tiere erschreckt – das erschreckt nämlich dann das nächste, dass dann wieder hochschreckt – damit den nächsten ansteckt usw.

Sind alle in einem Zimmer, ist das Problem weg. Da können sich auch friedlich neben einander liegen. Aber offensichtlich ist Flur und Küche „gefährliches Gebiet“ oder so.

Nachdem dann alle satt und zufrieden im Wohnzimmer lagen, kümmerte ich mich um Bad und Frühstück für mich.

Tja und dann war es wieder ruhig. Keine Hunderunde, denn Madame schlief friedlich.

Irgendwann kam dann MissMutig mit Sohn und sammelte Madame Hund wieder ein.

Während die Raubtiere alle schliefen oder versuchten den anderen zum Spielen zu animieren (Wirbelwind-Katze den Hund, nur dass der Hund das zwar mit einem Auge beäugte, aber sonst ignorierte und dann weiterschlief) hab ich weiter Kapseln gefüllt, mich um Testprodukte gekümmert, versucht meinen Nägeln Herr zu werden und nebenher den Songcontest der Chöre angesehen.

Da sind schon arg schräge Darbietungen bei – was aber wohl eher am unterschiedlichen Volksliedgut liegt. Es hatte was von gruseln und nicht wegklicken können. Aber es gab auch nette Sachen bei – wenn auch nur wenige. Da merk ich dann doch, dass ich aus Österreich komme und daher auch eher mit dieser Art Musik (durchaus auch Volkslieder – die hab ich sogar bei meinem Kinder- und auch später beim Jugendchor als Einsingübungen genutzt) aufgewachsen bin – vertrautes klingt dann doch schöner als Fremdes.

Interessant war es allemal.

Die Hälfte des Mittagessens blieb über (Hühnchen mit verschiedenem Gemüse), so brauch ich mir auch ums Abendessen keine Gedanken zu machen.

Plötzlich war es abend.

So gesehen war der Tag nicht schlecht.

Durchwachsen war er wegen der inneren Dämonen. Erinnerungen, Flashbacks, Täterintrojekte und Widersacher, ein diffuses Gefühl, dass da innerlich mal wieder was arbeitet und rumort und versucht sich Gehör zu verschaffen – ohne dass ich wüsste was oder wie oder warum. Das alles lief eher im Hintergrund – Ablenken klappt immer noch gut. Aber es wirft einen Schatten auf den Tag. Es ist und war nicht dunkel – aber halt bewölkt.

Heute noch: Essen aufwärmen und essen, bisschen lesen (hab mit dem 2. Band der 1000-Welten-Reihe angefangen) und vielleicht noch ein paar Tiefkühl-Sauerkirschen als Nachtisch.

Die nächste Woche ist neben den üblichen Termine noch Termin beim Ersatzthera morgne und Handchirurg am Donnerstag. Also kein freier Tag unter der Woche.  Da aber ein freier Vormittag und zwei freie Nachmittage, sollte das dennoch gut zu schaffen sein.

Es arbeitet in mir – und im Prinzip find ich das gut so. Stillstand ist das mit dem ich immer am schlechtesten klar komme – Bewegung verändert was – auch wenn das oft nur was kleines ist oder ich nicht weiß in welche Richtung – immerhin in Bewegung.

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