Thera heute und sonst so

Dank gebrochener Zehe war der Ablauf heute morgen dann doch anders als sonst. Normalerweise fahre ich früher runter (weil nicht immer sicher, dass der Fahrer pünktlich komm oder mich vergessen hat und damit ich da keinen Stress kriege mit „zu spät kommen“, fahre ich lieber deutlich früher los), laufe dann in der noch sehr ruhigen Stadt eine Runde und setze mich dann in den Flur vor die Praxis und regel meine Sachen (Taschentücher in die Ärmel, was ich in der Hand haben möchte – rauslegen, Ohrenstöpsel und was sonst noch so gebraucht wird herrichten, in Ruhe ankommen).

Heute also zwar früher runter fahren, aber statt Runde laufen nur ein paar Schritte und als ich dann statt Runde im DM was holen wollte, kam mir schon mein Thera entgegen.

Der kommt normalerweise so 5 – 10 Min nach neun und nicht um viertel vor. Also mit ihm dann zur Praxis und meinen Kram in Turboschnelle erledigen. Aber bis dahin war schon so viel anders als sonst/geplant, dass ich doch ziemlich irritiert war.

Der Termin selbst war – eigenartig. Was an mir lag. Ich hörte was er sagte, verstand die Worte, aber irgendwie nicht, was er damit meinte. Kam mir wie ein Alien vor, der weder Verhalten noch Sprache der Bewohnder Erde verstand oder gedeutet kriegt.

Das war für beide Seiten etwas frustrierend. Aber zum Ende bekamen wir es geklärt.

Ich rutsche grad oft und viel in alten Mist. Meist seh ich das, weiß ich das, krieg es trotzdem nicht wirklich getrennt.

In der Thera ist es dann das Gefühl oder die Angst was falsch zu machen – oder falsch zu – sein. Das war dann heute natürlich auch nicht hilfreich.

Auch wenn ich immer noch das Gefühl hab, den Großteil nicht verstanden zu haben, haben wir es gegen Ende doch noch ganz gut geklärt bekommen.

Das heute war viel Vorarbeit – Themen klären, Vorgehensweise, aber auch Schwierigkeiten und was ich will, was ich auch ändern möchte, was für mich der nächste Schritt ist.

Mir ist klar geworden, dass ich mich irgendwo verloren hab. Angefangen hat es die letzten zwei Wochen in der Klinik, da schlichen sich immer mehr Zweifel (an meiner Wahrnehmung) ein. Vermutlich, weil ich da nicht mehr so kämpfen musste – für meine Grenzen.

Danach wurden die Zweifel sehr extrem und es vermischte sich viel. Das bekamen wir dann – zumindest im Kopf – geklärt. Aber bevor wir zu den Gefühlen kamen, rückte das Thema Familie so sehr in den Vordergrund, dass der Rest unterging. Und auch hier – bis zu den Gefühlen komm ich gar nicht. Weil sich die nicht mehr trennen lassen und mich einfach mit einer Welle völlig fluten.

Nicht aushaltbar oder zumindest so, dass das in sehr destruktives Verhalten kippen könnte. Also Gefühle wegpacken, Ablenken, Funktionieren.

Und Gefühle nur in der Thera – was aber auch nicht wirklich klappte.

Irgendwo in diesen Wochen, hab ich mich verloren. Ich weiß nicht wer ich bin, was ich will, was ich denke, was ich fühle. Was von mir kommt und was von Täterintrojekten oder Klinisätzen oder sonst was.

Hab mich in dem Chaos irgendwie verloren und weiß nicht genau wie ich mich wieder finden soll – weil mir da auch ein Orientierunspunkt fehlt. Was ist wirklich von mir, was eher ein „wird erwartet“ oder „aber vielleicht hat der oder der ja doch recht“ oder was auch immer.

Ohne zu wissen wo ich stehe, kann ich nicht rausfinden, wie es mir wirklich geht, was ich wirklich denke oder fühle – oder – bin.

Heute klärten wir die Themen, die das Gefühlsfass grad voll machen – und eben so „unaushaltbar“ – und wie es weiter gehen soll. Was es auch braucht um da weiter zu kommen.

Vorarbeit für nächste Woche – da wollen wir dann direkt mit den Gefühlen einsteigen.

Ansonsten: Laufen geht im Rahmen, das Problem sind eher die Schuhe. Aber ohne geht es soweit gut. Solange ich nicht irgendwo gegenstoße. Ist doch ein sehr großer Unterschied ob es der kleine Zeh ist (damals war jeder Schritt eine Qual) oder einer in der Mitte, die sind da echt harmlos gegen. Hoffe nur, dass der schneller fit ist als mir die Decke wegen fehlendem Laufen auf den Kopf fällt. Mit Laufen meine ich natürlich gehen.

Morgen Arzttermin und mittags Physio und am Nachmittag dann Betreuung, da wollten wir einerseits mal die Medis sortieren und andererseits den Balkon endlich machen. Ist ach ok so.

Durch die Ruhe am Wochenende geht es mir soweit ganz gut.

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