Thera heute

Lange Zeit blieben wir bei „neutralen“ Themen. Keine große Anspannung usw.

Ich bin ja grad komisch drauf – relativ weit weg von mir, läuft es ganz gut. Aber ich weiß halt auch – nur weil es gut aushaltbar ist, muss es noch lange nicht gut sein.

Es ging mal um dies, mal um das, auch eine Weile um die Klinik. Bzw darum, dass da immer noch so viele Zweifel, Ängste und Unsicherheiten sind – an mir, meiner Wahrnehmung usw. Auch hier eher auf einer Theorie-Ebene.

Aber auch in der Thera hatte ich heute Probleme an Gefühle ran zu kommen.

Es ging irgendwie nichts.

Bis dann die Frage kam, ob wir heute vielleicht etwas eher Schluss machen wollen.

Plötzlich war ich in altem Mist gefangen. Ein „ja muss ich ja“ dass schnell über einem „du funktionierst nicht wie du sollst, deshalb schmeisst er dich raus“ zu einem „weil du nicht spurst, hast du ihn verärgert und daher musst du gehen“ rauschte – so schnell konnte ich gar nicht bis drei zählen.

Ich WUSSTE, dass ich in altem Mist feststecke, dass es weder so gemeint, noch so gesagt war, bekam es dennoch nicht in Griff.

Panik wurde immer mehr, bis nur noch Erstarren möglich war. Das bekamen wir dann in Griff, aber mir war klar – egal was er jetzt sagt, es kann nicht ankommen. Dazu war ich zu weit in altem Mist ersoffen.

Konnte ihm dann noch schreiben, dass ich ihm später in der mail schreibe was los ist, dass es jetzt keinen Sinn macht, weil ich mit seiner Reaktion grade nicht klar käme.

Mir war klar, dass er das klären würde, sagen würde, dass das nicht so gemeint war. Aber das wusste ich ja – und ich wusste auch, wenn wir auf dem Thema jetzt rumreiten, verstärkt es sich für mich nur.

Wir beendeten den Termin regulär (der Vorschlag war ja eh schon am Ende, es ging da grad mal um vielleicht 10 Minuten eher) und ich brauchte auch danach noch ne Weile um aus dem inneren Chaos raus zu kommen.

Mich macht das wütend. Auf mich selbst. Dieses wissen, dass ich in altem Mist feststecke, das klar sehen können, aber dennoch nicht geändert kriegen. Mechanismen, die mich von jetzt auf gleich in irgendeine Vergangenheit katapultieren, in einem Ausmaß, dass selbst wenn es im Kopf klar ist, es keinerlei Auswirkung auf die Reaktion hat.

Weil Kopf und Gefühl/Körper plötzlich jede Verbindung miteinander zu verlieren scheinen.

Ganz ehrlich – ich kann mit Flashbacks, wenn Kopf und Gefühl/Körper in Altes rauschen deutlich besser umgehen. In dem Moment ist auch kein Ärger – es ist einfach nur ein darum kämpfen, wieder ganz ins hier und jetzt zu kommen.

Es sind diese Momente, die zeigen, wie sehr ich mir oft selbst im Weg steh. Sehr frustrierend.

 

 

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