Thera heute

Schon vor dem Termin war der Ablauf völlig durcheinander. Zum einen kam zum vereinbarten Zeitpunkt kein Fahrer, es war erst auch nicht rauszufinden, wer mich überhaupt abholen sollte, also fuhr ein zweiter los.

Nach 10 Minuten kam dann der erste und der zweite war schon fast da und durfte umdrehen. Besonders ärgerlich weil dem 1. Fahrer von vornherein klar war, dass er es nicht schaffen kann und ich mit ihm schon einmal drüber diskutiert habe, dass er dann den informieren muss, der das Diensthandy hat – weil bei dem ja nachgefragt wird und er derjenige ist, der sonst umsonst fährt.

Müssen die beiden selber klären.

Entsprechend kam ich deutlich später an und konnte nicht meine übliche Runde laufen. Da die Arztpraxis im Haus Urlaub hat, musste ich auch auf der Straße warten und der Thera kam auch noch zu spät, so dass ich mein übliches Ritual vor dem Termin leider auch ausfallen lassen musste.

Jedes für sich kein Problem, aber da es für mich schwierig wird, wenn mehrere Dinge vom gewohnten Ablauf abweichen, war das heute eben arg ungut.

Dann ging es um Familie usw – was für mich grad schwierig ist – dass es viel auslöst ist klar, was genau weiß ich aber nicht.

Irgendwann kippte es und es war irgendwie nur noch Erstarren und Panik. Reden ging nicht mehr und dummerweise auch nicht mehr nach Auszeiten – denn normalerweise klappt es dann wenigstens mit kurzen Sätzen. Ich schätze es war einfach zu viel – anders.

Gefühle sind zur Zeit nicht aushaltbar – also fliehe ich – in Ablenkung. Das Problem ist, dass ich gar nicht sagen welche Gefühle da sind oder was los ist. Da ist irgendwie nur Chaos und Überforderung – und immer noch sehr viel „darf nicht“ und Zweifel. Vor allem an mir. Ich traue mir und meinen Gefühlen im Moment überhaupt nicht.

Von daher ist in der Thera dann ein völliges Verlieren in einem Konflikt – der Teil, der ja zulassen und auch die Hilfe des Theras annehmen – vor allem aber eben auch weiterkommen und einen konstruktiven Umgang damit finden möchte gegen den Teil, der davor einfach nur Panik hat, sich in alten Regeln und Vorgaben und Ängsten verfängt und alles tut um bloss nicht zu fühlen oder gar einen Ausdruck rausrutschen zu lassen.

Heute hatte ich eher das Gefühl zwischen diesen beiden Fronten zermahlen zu werden. Ich war dann so blockiert, dass gar nichts mehr ging. Das ist – frustrierend.

Da Sprache dann auch komplett wegfiel (und das ist neu, wie gesagt, normalerweise geht wenigstens ja/nein/Zweiwortsätze wenn ich wieder etwas runtergefahren bin), fiel natürlich die Kommunikation aus – so dass der Thera im Prinzip auch nur noch raten konnte, was grad los ist.

Ich steh mir sowas von selbst im Weg zur Zeit

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