raus

Irgendwie ein komischer Tag. Die Nacht war – naja irgendwie wie immer zur Zeit. Nicht grad super, oft wach, unruhig usw. So ist es ja schon eine Weile und bisher wollte ich nicht mit einem Schlafmittel nachhelfen. Wobei das – einmalig – vermutlich Sinn machen würde. Aber noch bin ich nicht soweit.

Heute Morgen wurde ich nicht richtig wach, war schon im Halbschlaf eher unwillig und unruhig und genervt, was das wach werden nicht einfacher macht.

Es ist das Gefühl der Überforderung – schon allein damit mich umzudrehen oder so. Ähnlich wie gestern beim Großeinkauf – es gab diesen einen Artikel nicht – und ich hatte große Mühe nicht in Tränen auszubrechen. Nicht weil der Artikel so wichtig gewesen wäre oder alles durcheinander gebracht hätte – sondern einfach weil eh grad alles viel ist und das eben der Tropfen „zuviel“ war, der alles überlaufen ließ.

Dieses eigenartige Gefühl – das hab ich aktuell auch nachts immer wieder. Dass selbst das umdrehen oder so – schon – zuviel ist und überfordert. Ein echt doofes Gefühl, mit dem ich so gar nicht klarkomme.

Irgendwann stand ich dann auf, dann war es auch soweit ok.

Bis mittags – für mich sehr plötzlich – mir die Decke auf den Kopf fiel und es nur noch um eins ging: ich muss hier raus! Sofort!

Tja – wäre an sich kein Problem. Nur dass ich dann an der Haustür stand und es nicht schaffte raus zu gehen. Es war wie eine Blockade. Ich versuchte mich zu überlisten – was sonst oft klappt – aber nichts.

Der Druck war eh schon groß, die Unruhe ebenfalls und ich wusste, wenn ich wieder in die Wohnung gehe, drehe ich durch.

Nach langem hin und her hab ich entschieden mir ein Taxi zu rufen. Dann muss ich raus – das klappt auch in der Regel. Auch diesmal – bis ich im Taxi saß und auf die Frage „wohin“ keine Antwort wusste.

Im Endeffekt bin ich dann einfach ein Stück raus gefahren und dann gelaufen. 2 Stunden lang – mit Pausen, aber im Prinzip halb spazieren gelaufen, Pokemons gejagt, sofern welche auftauchten und auf den Ohren ein Hörbuch.

Für die Psyche war das gut – sehr gut sogar. Es war auch nötig. Für den Körper leider weniger gut. War ja schmerztechnisch eh schon schlecht aufgestellt durch den Großeinkauf heute – und naja – das wurde dadurch definitiv nicht besser.

Trotzdem: es war die richtige Entscheidung. Ich hätte es hier nicht ausgehalten und da half auch nicht mir zu sagen, dass ich ja morgen eh los muss.

Ich weiß nicht was es war, dass mir die Decke auf den Kopf fällt, kenn ich ja, aber das heute – war schon ziemlich extrem. Da war es dann auch egal, ob ich mir das grad leisten kann oder nicht – ich musste raus und alles andere hatte nicht funktioniert. Die Verzweiflung und der Druck waren so groß, dass klar war, dass ich das jetzt einfach machen muss – wenn es nicht in sehr massives destruktives Verhalten kippen soll. Zumal in solchen Situationen auch das medikamentös abschießen nicht wirklich was bringt.

Wie auch immer – ich war draußen, bin dann gelaufen und das war wirklich gut. Es war defintiv die richtige Entscheidung – egal ob ich verstehe warum oder wieso das jetzt so war wie es eben war.

Nach etwa zweieinhalb Stunden kam ich völlig fertig wieder zu Hause an. Schmerztechnisch nochmal ein Stück höher auf der Skala, aber dafür psychisch wieder deutlich besser.

Und ich bin hundemüde, was mir vielleicht eine etwas bessere Nacht bescheren könnte.

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2 Antworten auf raus

  1. Ingrid, die Bastelmaus sagt:

    Alles was Dir hilft, liebe Ilana, ist doch o.k.!!!!
    Nicht auf Vergangenes schauen sondern auf dass es (hoffentlich!) positiv wirkt.
    So wünsche ich Dir jetzt einen GUTE Nacht, auch ich werde nun ins Bett gehen und hoffe, Du hast einen guten und entspannenden Schlaf!
    Lass Dich drücken INGRID

  2. Frau Heller sagt:

    Ich find das toll, dass Dir trotz dem innerlichen Streß noch eine Lösung eingefallen ist, wie Du jetzt aus diesem Dilemma raus kommst!
    Ich hab da ja oft Mattscheibe..aber wozu gibt es Zettel und Stift wo man sich vorher Hilfen und Möglichkeiten ect. aufschreibt.
    Bei mir ist es dann nicht das Taxi sondern der Essenslieferdienst, wenn halt gar nichts mehr geht (zum Glück sehr selten), aber da gehts auch ums primäre und weniger ob ich mir das grad leisten kann…
    Liebe Grüße

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