Mittwoch

Erster Physiotherapie-Termin nach der Klinik. Eigentlich wollten wir nächste Woche starten, aber nachdem das Knie dermaßen zickt und Probleme macht, hatte ich ihn letzte Woche angeschrieben, ob wir doch schon eher starten könnten.

Letzte Woche wäre es nur eine Stunde später als sonst gegangen und da ist der Geräteraum nicht frei – das war mir aber wichtig – also starteten wir heute.

Das Knie zickt immer noch (und sogar etwas mehr als mir bewusst war, was dort sehr schnell klar wurde) und ich hoffe sehr, dass wir das schnell wieder in Griff kriegen. Die haben einen neuen Crosstrainer, der leider fürs Knie gar nicht gut ist. Was jetzt aber ja nicht schlimm ist, weil ich ja selbst einen passenden habe – und ihn auch nutze.

Vorher versuchte ich in einem Raid einsam und alleine einen deutlich über 34 Tausender Despotar zu bekämpfen, was natürlich völlig umsonst war. Als Verstärkung kam, muss ich aber leider los – und nach der Physio standen die vier noch immer da und versuchten vergeblich den zu knacken. Ich bekam leider keine Verbindung mehr – erst als dann die Zeit um war.

Es hat mir gut getan raus zu kommen.

Wieder dahein ging es weiter mit eher ungesundem Essen (und trotzdem geht das Gewicht grad deutlich nach unten, was ich nicht verstehe, denn bei relativ gesundem Essen stagnierte es) – sprich Pommes und Berner Würstel, weil letztere weg mussten und irgendwie gehören da für mich halt Pommes dazu.

Da die Betreuungsstunden für mich grad sehr schwierig sind (Hilfe annehmen versus „du musst das doch alleine hinkriegen und überhaut!“ gekoppelt mit schlechtem Gewissen, Zweifel usw), war heute eher kleines Programm. Da die Friteuse immer noch die Küche blockierte (und ich Schiss hatte, dass es noch zu heiß ist und irgendwas passiert beim umstellen), stellte der Betreuer erstmal die Medis für die nächsten 4 Wochen und ich versuchte dem Chaos im Bad Herr zu werden. Da standen nämlich die Kliniksachen noch in Beutel und Eimer verpackt rum.

Danach noch kurz Küche und auch kurz mit Betreuer reden und erklären, warum das grad so schwierig für mich ist und dass es nicht an ihm liegt – im Gegenteil – seine Art ist mir eine große Hilfe es dennoch annehmen zu können. Trotzdem hab ich gestern und heute oft das Telefon in der Hand gehabt mit dem Vorsatz ihm abzusagen. Nur aus – Angst irgendwie. Und es nicht geschafft ihn zu bitten, mich in den nächsten Wochen einfach nicht absagen zu lassen. Samstag dann Großeinkauf. Und nächste Woche ist ein Termin anders – wahrscheinlich.

Egal.

Beim Pflägermeister hatte ich über eine Doku-Serie gelesen – Feuer und Flamme –  und mir diese dann heute über die Mediathek gleich mal reingezogen. Der Rettungsdienst ist das einzige aus meiner Vergangenheit, was mir wirklich fehlt. Hatte ich nach dem Umzug nach Göttingen sogar überlegt wieder aufzunehmen – bzw wenigstens das Halten von Erste-Hilfe-Kursen – aber dann schnell gemerkt, dass ich das leider nicht mehr schaffe. Rettungsdienst war sofort klar, das mit den Kursen erst etwas später.

Das hab ich immer gern gemacht und ja – das fehlt mir. Entsprechend interessiert mich das Thema an sich natürlich auch sehr.

So ist es auch kein Wunder, dass mich diese Doku heute gut abgelenkt hat.

Ansonsten hab ich die Angebote jetzt durch, mir rausgeschrieben was für mich interessant ist und das muss ich in den nächsten zwei Tagen zu einem Einkaufszettel zusammenschustern. Die nächsten zwei Monate werden etwas enger, aber machbar. Ist halt immer ein Schieben und Schauen und Rechnen – doch das ist es ja jeden Monat und ich bin mir auch sicher, dass das auch diesmal schon klappen wird.

Aber nicht mehr heute – morgen dann – oder übermorgen.

Morgen freu ich mich auf ein Treffen und Eis essen (und zwar da wo ich noch nie war und es sehr viele und auch eigenartige Eissorten wie „Tanne“ geben soll) – und ich hab fest vor, da morgen wirklich zuzuschlagen und lieber viele kleine als ein großes Eis zu testen. Das wird Mittag- und Abendessen zusammen und auch am Frühstück werde ich  sparen.

Vor allem aber freu ich mich auf MissMutig und ihren Sohn – ob ihr Lebensgefährte mitfährt, weiß ich immer noch nicht – werde ich morgen ja sehen. Ich würde mich freuen, wenn er dabei ist.

Und weil das wohl falsch rüberkam: ja es ist viel Mist gelaufen in der Klinik, aber ich glaube nach wie vor, dass die an sich gut sind, es bei mir an der Konstellation lag.

Ich bin noch am sortieren, es gab vieles, was Altes angetriggert hat und das macht aktuell auch Probleme, aber es gab auch Sachen, die ich mitnehmen konnte, die mich ein Stück weiter gebracht haben. Damit ich diese auch nicht nur sehen, sondern auch entsprechend würdigen und nutzen kann, muss ich da eben sortieren. Weil sonst das Negative das Positive auf Dauer irgendwann „auffrisst“.

Im Kopf sind die Dinge klar, auf der Gefühlsebene mischt sich da leider grade sehr viel – auch auf ungute/destruktive Weise – daran arbeite ich. Das will ich nicht zulassen und ich bin mir auch sicher, dass ich das – mit der Hilfe des Theras – geklärt kriege.

Dass da aktuell natürlich viele Täterintrojekte und Widersacher das Sagen haben, die dafür sorgen, dass es ein chaotisches Mischmasch wird/bleibt ist zwar klar. Dass es klar ist, bedeutet aber leider nicht automatisch auch, dass man denen was engegengesetzt oder sie ganz in ihre Schranken verwiesen bekommt.

Aktuell ist mir vor allem wichtig, dass es im Kopf klar bleibt. Denn wenn es sich auch da zu vermischen beginnt, hab ich ein großes Problem. Und Gefühlsebene und Widersacher machen das manchmal wirklich schwer.

Im Endeffekt ist das ein Nachbearbeitungsprozess, der fast immer nötig ist. Sortieren, nochmal mit Distanz drauf schauen und dann eben auch schauen wo man jetzt steht. Im Moment arbeite ich an dieser Distanz – vor allem zu bestimmten Dingen aus dieser Zeit.

Das heißt nicht, dass alles nur schlimm oder Katastrophe war oder es mir jetzt nur wegen des Aufenthaltes so geht  wie es halt grad ist.

Es ist viel in Bewegung geraten – was an sich gut ist – sehr gut sogar. Weil es bedeutet, dass es auch weiter geht – und eine Entwicklung da ist. Kein Stillstand. Wir müssen nur das gute noch vom nicht so guten trennen.

 

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