wieder daheim

Eigentlich wollte ich das Zimmer räumen und dann noch drüben auf dem Marktplatz etwas sitzen und auf den Fahrer warten. Allerdings rief er an, dass er in 15 Min da sei – und ich hatte das Zimmer noch nicht an die Dame der Rezeption übergeben können, die war noch auf dem Weg zu mir – Zimmerabnahme und eben helfen meinen Kram nach unten schaffen.

Bis ich alles unterschrieben und meine Briefe bekam, stand auch schon das Taxi vor der Tür.

Die Heimfahrt dauerte dann wegen einer Sperrung der Autobahn wegen eines Unfalls doch deutlich länger als gedacht.

Gegen halb drei war ich dann zu Hause, wurde von einem liebevollen Plakat an der Wohnungstür willkommen geheißen und fand auch auf dem Balkon noch sehr liebe Gesten – liebe MissMutig und Familie – vielen lieben Dank für alles!

Mein Kram ist – bis auf zwei Kisten, in denen eben das wichtigste drin ist – in der Garage – das mach ich dann nach und nach die nächsten Tage.

Der Kurzbrief ist – amüsant – aber mit was ähnlichem hab ich ja gerechnet. Ehrlichgesagt bin ich gespannt was mein Ersatzthera dazu sagen wird.

Da ich aber da eh noch keinen Termin hab, wird das wohl noch etwas dauern und er vermutlich vorher sogar noch den ausführlichen Arztbrief zugeschickt bekommen, bevor ich ihn sehe.

Aber ich merke jetzt zu Hause auch, dass die mich in manchen Bereichen wirklich arg verunsichert haben und ich zwar klar weiß, was mein Gefühl sagt, aber das auch sehr in Frage stelle – wieder einmal. Da ist doch noch das ein oder andere auch aufzuarbeiten.

Ich vermisse die Bonsai-Tiger – und überlege ernsthaft, ob ich sie nicht doch eher hole (geplant war ja am Wochenende).

Heute nicht mehr – das ist klar – ich bin einfach nur platt und muss wenigstens die nötigsten Sachen noch auspacken. Aber ich überlege schon, ob ich das nicht morgen oder Mittwoch machen möchte – wenigstens die Katzen, den Kram können wir dann ja die Tage mal nachholen, wenn bei MissMutig der Stress weniger wird. Erstmal die heutige Nacht abwarten.

Morgen hab ich dann den ersten Thera-Termin nach der Klinik – und bin heilfroh, dass das so schnell geklappt hat. Danach muss ich mich um einige Rezepte kümmern, da Ende der Woche die Sommerferien und damit auch die Urlaubszeiten anfangen.

Was mir hier am meisten auffiel – ich bin rein gekommen, hab erstmal die Fenster aufgemacht und stand einfach nur da und – atmete. Tief ein und aus. Mit dem Gefühl endlich wieder atmen zu können.

Dabei war mir nie aufgefallen, dass das in der Klinik für mich nicht wirklich ging, dass da permanent auch die Anspannung so hoch war und das Atmen halt aufs „allernötigste“ begrenzt war. Ehrlichgesagt hat mich das im ersten Moment etwas erschreckt.

Nicht dass es so war, sondern dass ich das absolut gar nicht wahrgenommen habe, mir erst dann hier auffiel, wie ich einfach dastehe und tief ein und ausatme, dieses tiefe Atmen können einfach nur genieße und da erst merke, wie sehr mir das auch gefehlt hat. Obwohl mir das vorher wie gesagt gar nicht auffiel – und damit eben auch nicht bewusst gefehlt hat.

Es ist und tut gut wieder hier zu sein. Daheim. Zuhause.

Nachtrag: die Bonsai-Tiger kommen am Donnerstag – ich freu mich schon sehr.

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2 Antworten auf wieder daheim

  1. gerhard aus bayern sagt:

    willkommen daheim.

  2. Webschmetterling sagt:

    Liebe Ilana,

    mit Dir freue ich mich, dass Du wieder Zuhause bist und wieder vernünftig „atmen“ kannst. Ich drück Dich.

    Liebe Grüße
    vom Webschmetterling

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