Klinik Tag 45

Heute wieder Einzel-Gespräch bei der Vertretung. Ich glaub ich hab in den zwei Terminen bei der Vertretung mehr gearbeitet als in all den anderen. Vielleicht weil es tatsächlich mal gar nicht um Gruppen ging. Und auch nicht um groß vorstellen oder so.

Und ich glaube ich hab heute zumindest ein bisschen verstanden, was die alle immer mit Vermeidungsverhalten gemeint haben könnten. Wobei ich das aktuell nicht formulieren kann – dazu ist es noch zu wenig greifbar.

Es ging um die Angsttraining und warum das immer kippt – und um den Kontakt zur Fassade. Beides war nämlich im Traum Thema – zusammen.

Am Ende ging es darum, dass der Körper auf bestimmte Dinge (zum Beispiel auch Vorschläge wie man das Gefühlsfass mal anschlagen könnte) und sobald der Kopf dazu kommt, wird es „zerredet“. Das kenn ich von mir. Es war mir nie so bewusst – und vor allem fiel mir auch nicht auf, dass der Körper sehr wohl positiv reagiert – aber der Therapeutin fiel es auf.

Und ja – beim Angsttraining ist es so, dass es recht gut läuft, solange ich den Kopf draußen lasse, einfach mache, auch die Angst reguliere usw – aber sobald der Kopf dazu kommt und eine Entscheidung gefällt werden muss (wie letztens eben ob ich jetzt da aussteige, trotz Stufe, oder eben eine Station weiter fahre) – kippt es.

Das Problem ist nur – wie krieg ich den Kopf ausgeschalten?

Und traue ich dem Körper zu, dass er selbst die Grenzen merkt und entsprechend reagiert?

Es geht nicht um wie viel Angsttraining, sondern mehr um wie ich es mache – da hakt es ja zur Zeit und das muss ich nächste Woche auch wirklich mit der Therapeutin klären.

Auch da hat sich heute was getan, ist etwas angekommen – nicht wirklich greif- oder gar formulierbar – aber doch deutich spürbar.

Es ging auch um die Straßenbahn und dass sie es dafür nötig fände, dass wir die Situation (Übergriff im Bus) als Traumaexposition aufgreift – und dann gekoppelt mit Angsttraining, diese Situation langsam auflöst. Dass es sonst nicht wirklich viel bringen kann. Das was sie sagt – und vor allem wie sie das warum erklärt – ist für mich stimmig. Und würde erklären, warum es beim Verkehrsmitteln immer so anders läuft als zum Beispiel der Einkauf oder andere Angsttraining.

Und ich merke auch sonst – für mich ist das schon stimmig – eben auch ganz gezielt Paniksituationen zu nutzen – aber auch, dass es davon mehr als genug gibt und Gruppe nach wie vor zu viel wäre.

Aber im Einzel – ja – da könnte ich mich drauf einlassen.

Es bewegt sich was, es arbeitet und vielleicht hatte meine Therapeutin auch etwas in der Art gemeint – aber  es eben für mich nicht klar genug – erklärt.

Das Problem ist: es gibt Vermeidungsverhalten, dass eher das aktuelle System (das eher destruktiv ist) aufrecht zu erhalten – aber es gibt auch Vermeidungsverhalten, dass auch Schutz ist.

Dem würde ich im Einzel wirklich gern nachgehen, einfach probieren, ohne vorher zu verstehen oder zu wissen was passiert. Mal sehen wie es weiter geht.

Nächste Woche ist meine Therapeutin ja wieder da, übernächste ist sie wieder weg, da hab ich wohl nochmal Termine bei der Vertretung.

Ganz ehrlich – die ist knallhart – sehr viel härter als meine – sehr viel direkter und  sehr genau im Punkt treffen. Damit ist der Termin auch sehr viel intensiver und auch anstrengender, aber bringt eben auch mehr.

Kann auch sein, weil es wirklich um arbeiten ging – und nicht darum irgendwas formales oder Termine zu klären oder über Gruppen zu diskutieren. Von daher bin ich wirklich auf nächste Woche gespannt.

Dieser Beitrag wurde unter Beziehungen/Kontakte, destruktives Verhalten, Erinnerungen, kleine Schritte, Leben, Psycho-Somatik, stationärer Aufenthalt, Therapie veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.