Klinik Tag 44

Angefangen mit dem Frühstück in einem seit ein paar Tagen extrem lauten Speisesaal. Irgendwie war ich wohl nicht richtig wach oder so (wobei auf war ich schon länger) auf jeden Fall sehr schreckhaft und mit dem Frühstück überfordert.

Ich hatte eine Stunde bis zur Ergo-Gruppe – und um mir zu überlegen was ich da machen möchte/könnte, ohne Sprechen zu müssen. Also blieb eh nur wieder eine Mappe.

Das Material rechnete ich mir schon aus und wollte es dann drüben eben raussuchen und zuschneiden.

Nicht gerechnet hab ich, dass es so voll wird – es war jeder Platz besetzt – also ca 10 Leute – bisher war es ja nie mehr als 5. Und mit jedem der reinkam, stieg die Panik.

Dann bekam ich auch – vor lauter Panik konfus – den blöden mp3-Player nicht zum laufen – zumindest nicht zusammen mit dem Kopfhörer. Ich schnitt die Pappen und suchte noch Material – brach dann aber ab. Dissoziiert war ich von Anfang an, aber ich merkte, dass ich immer weiter wegrutschte, das Sichtfeld eingeschränkt war (bei mir verschwimmt dann alles und sieht aus als würde ich in die Sonne sehen) und irgendwie immer weniger ankam.

Reden ging nicht – also schrieb ich einen Zettel, dass ich jetzt gehen möchte und ob es ok ist, wenn ich das Material mitnehme. War es wohl – mir fehlt die Zeit danach. Nicht lange – vielleicht 10 Minuten, aber dennoch.

Danach Klavier. Seit dem Umzugsdesaster ist das Klavier irgendwie schwierig gewesen. Als würde ich mich nicht trauen es zu nutzen, weil es dann wegfallen könnte oder so. Mir war durchaus klar, dass das Blödsinn ist – aber es war halt so.

Die letzten Tage habe ich das wieder sehr bewusst gemacht, den Raum drumherum neu gestaltet und jetzt kann ich das auch wieder gerne und gut nutzen.

Da ich nur ne halbe Stunde Zeit hatte  bis zum Körpertherapie-Einzel, war das auch gut so – das Spielen hat mich wieder gut runtergebracht. Eine Restanspannung blieb, aber die kann auch der Körpertherapie geschuldet sein.

Der Körpertherapie-Einzel-Termin ist ja angstbesetzt – einfach weil es um den Körper geht und man mit dem Körper was tun soll. Da ist viel Angst/Unsicherheit, aber eben auch wirklich großes Potential was zu lösen.

Wir sprachen nochmal – auch um sich besser kennenzulernen und ich sollte mir eine Ressource vorstellen – etwas das mir hilft mich wohl oder weniger unwohl zu fühlen. Da ich ja durchaus weiß wie es sich anfühlt, wenn man sich wohl fühlt – haben wir das aufgegriffen. Was dafür nötig ist.

Ruhe, meine Wohnung/sicherer Ort, keine Menschen, keine Termine oder etwas was getan werden muss – einfach sein.

Diesen Ort sollte ich dann gestalten – was mich erstmal überforderte, aber sie meinte das auch in einzelnen Schritten – also erstmal wo im Raum, dann wie groß soll dieser Raum für mich sein usw.

Für mich sehr interessant – und irgendwie auch intensiv – war, dass er dann ganz anders aussah, als der Raum, den ich im Kopf hatte. Das Gefühl wollte eine andere Größe und andere Form – das fand ich sehr faszinierend ehrlich gesagt.

Wenn jetzt nichts aktuelles ansteht, wollen wir da nächste Woche weitermachen.

Für mich ist das anstrengend, aber positiv anstrengend. Es ist wirklich auch sinnvoll arbeiten.

Ähnlich wie beim Muskelkater – ich mag das Gefühl, auch wenns weh tut – weil es einfach auch zeigt, dass ich was geschafft hab. So ähnlich war die Anstrengung nach dem Termin – mit einem guten Gefühl dabei.

Nachmittags hatte ich frei. Geplant war entweder Straßenbahn und Rewe oder zu Fuß zu Netto. Also auf jeden Fall ein Einkauf und eventuell eben nochmal Straßenbahn – möglichst zu einer Zeit, in der nicht grad der Berufsverkehr unterwegs ist.

Im Endeffekt hab ich mich für Straßenbahn entschieden – ohne Rewe. Denn der hiesige Geldautomat ist noch immer kaputt und so entschied ich lieber zu einem Geldautomaten zu fahren.

Die Hinfahrt lief sogar recht gut – ohne Dissoziation und mit gezielt gegen Panik vorgehen können. Dummerweise kippte es beim Aussteigen – weil da eine Stufe war.  Warum auch immer das so problematisch ist. Ich lauf ja auch Treppen. Aber irgendwie ist das bei einem Fahrzeug ein Riesenproblem.

Dafür hat mir jemand, der mit Auto einkaufen war, Getränke mitgebracht – das sollte für die nächsten 2 Wochen auf jeden Fall reichen. Eventuell sogar länger. Da sie grade im Angebot waren, dachte ich, ich nutz diese Chance jetzt einfach.

Danach hab ich endlich mal die Rücksendungen fertig gemacht. Dazu muss ich ja vorher immer in den Copyshop um die Versandaufkleber drucken zu lassen und das dann zur Post bringen.

Außerdem bin einem Shop telefoniert. Mein Theraband-Ball löst sich mittlerweile auf (hab ich ja immer in der Thera in der Hand), bröselt vor sich hin und der Widerstand ist deutlich weniger als er sollte. Also hatte ich einen neuen bestellt. Der war leider sehr unsauber verarbeitet – und so hatte ich Fotos per mail geschickt, aber noch nichts gehört.

Ein neuer ist unterwegs und den anderen kann ich wohl behalten. Mal sehen ob man den mit Schere „grade rücken“ kann. Aber das probier ich mal in Ruhe.

Auch heute bin ich wieder platt – aber eher mit dem Gefühl auch was geschafft zu haben.

Von daher heute nur noch das Angsttrainings-Formular ausfüllen und dann vielleicht noch etwas lesen vorm Schlafen.

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3 Antworten auf Klinik Tag 44

  1. Frau Heller sagt:

    Hallo las gerade von Deinem Theraband-ball. Musste erstmal googeln, kannte das nicht.
    Falls nötig, weil es mir grad dazu einfiel: ich hätte ein neues originalverpacktes Theraband in rot (also schon streng/stark) glaub 2m lang…und das andere ist Therapieknete, die hab ich kaum genutzt und steht nur rum, auch für Handtraining und so, weiß nicht ob Du das kennst.
    Wenn Du was brauchst/haben willst, einfach melden.
    Ansonsten les ich weiter gespannt mit und drücke die Daumen!! 🙂
    ( und würd manchmal am liebsten rufen: mensch jetzt noch Angstraining? Überforder dich nicht, mach halblang….Du weißt wie es gemeint ist 🙂
    Liebe Grüße

    • Ilana sagt:

      Ja ich weiß, wie du das meinst – und ich sag mir das selbst auch immer wieder. Bin da glaub ich heute auch ein Stück der „Ursache“ näher gekommen.

      Ein rotes Theraband hab ich, aber die Therapieknete klingt interessant, da hätte ich Interesse dran.

      Ab heute: nur noch ein Angsttraining am Tag – mal schauen wie ich das hinkriege.

      • Frau Heller sagt:

        Klar kannst Du gern haben ist rot-rosa, also medium, is von theraflex.
        Musst mir nur sagen wo ich es dann aktuell hinschicken soll?
        LG

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