Klinik Tag 40

40 Tage – ich kann es kaum glauben. Es kommt mir so viel kürzer vor – trotz all dem Stress und dem Chaos das war.

Heute war ein ruhiger Tag – einer, den ich überwiegend auf meinem Zimmer verbrachte und verbringe.

Zum einen hab ich endlich ein für mich stimmiges Formular für die diversen Angsttrainings erstellt und die Rezeptionistin gebeten, mir das ein paar mal auszudrucken.

Darin werden Tag, Dauer, ob geplant oder nicht, die Situation, wie es war (innerlich, äußerlich und auf einer ebenfalls erstellten Skala von 1-10) und Bemerkungen dazu erfasst.

Ich hoffe so das auch wirklich sinnvoll nutzen zu können – also das aufschreiben. Zum einen kann ich damit auch mitteilen was ich gemacht hab, aber für mich geht es teilweise eben auch darum nicht nur zu funktionieren, vor allem wenn es dann eher automatisch läuft und nicht mehr steuerbar ist.

Bisher hatte ich Probleme, wie ich das gestalten soll. Damit dennoch alles was mir wichtig ist bei ist, es aber übersichtlich wird. Grade auch wenn es handgeschrieben ist.

Mit dem Formular werde ich das erstmal testen, anpassen geht ja immer.

Im Moment liegen hier viele „Hausaufgaben“. Ein Gefühlsprotokoll, mit dem ich auch so meine Schwierigkeiten hab, weil es so – ungenau – ist und ich nicht wirklich weiß, was mit dem einen oder anderen jetzt gemeint ist. Sowas verunsichert mich sehr.

Dann der Wochenbericht und ein Zettel mit Fragen, der sich auf den stationären Aufenthalt bezieht: Was habe ich bisher erreicht? Von welchen therapeutischen Angeboten profitiere ich besonders? Was habe ich selbst zu bisherigen therapeutischen Veränderungen beigetragen? Welche Übungen führe ich selbständig durch? Was ist der nächste konkrete Schritt, den ich angehen möchte?

Alles sinnvolle Frage, Fragen, auf die ich auch Antworten habe, aber ich merke, dass ich mich teilweise verzettel, Fragen vermische oder auch Angst habe, was zu vergessen/falsch zu formulieren oder so.

Irgendwie blockiert wenn es ans Schreiben geht. Wobei es hier ja durchaus klappt.

Draußen regnet es. Das passt heute. Es ist Zeit mal für mich zu sein, mich wieder auf mich zu besinnen. Zeit die ich auch brauche um die Fragen beantworten zu können, ohne dass es zu viel wird – vor allem wenn es um die letzte Woche geht – das ist nicht „abgeschlossen“ oder so – im Moment eher weggeschoben.

Wäre es schöner, würde ich wieder rausgehen, loslaufen – auch ein Stück weglaufen. Oder sonst flüchten – in den Ergo-Raum oder unten in den Eingangsbereich – beides ist heute natürlich sehr voll und daher gar keine Option. Es ist also ganz gut so.

Auch wenn der Tag heute nachdenklicher ist, ist es auch ok so, es ist nicht schlecht oder schlimm. Nur nachdenklich. Das finde ich eher gut im Moment.

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