Klinik Tag 34

Heute war richtig viel. Fing mit Einzel-Therapie an (das mit der Verlängerung – also ob überhaupt möglich, muss wohl noch im Team geklärt werden – wenn nicht muss ich mir überlegen eher abzureisen, da die Therapeutin nächste Woche in Urlaub und übernächste auf Fortbildung (wenn ich das jetzt richtig verstanden habe) ist – und damit wäre dann ja doof noch 2 Wochen zu bleiben und zu fahren, wenn sie wieder kommt).

Dann 10 Minuten Zeit fürs Mittagessen und dann Pause bis zwei – Termin bei der Ärztin war gut – kein Problem mit Physiotherapieverlängerung und auch sonst war der Termin gut.

Direkt im Anschluss (im Arzttermin erinnerte das Handy, dass ich JETZT echt los muss) zur Physio – auch das war heute sehr interessant und gab neue Übungen.

Dann kurz aufs Zimmer – eigentlich dachte ich, ich wäre durch, aber das Handy erinnerte mich dann ans Kunst-Einzel – also doch wieder schnell umgezogen und los.

Der Termin war heute auch deutlich besser als letzter – anfangs holprig und mit leerem Papier vor mir und dann warf sie eine – sehr interessante! – Frage in den Raum – und daraufhin war dann auch eine Antwort von meiner Seite da, die ich umzusetzen versuchte.

Die Frage war: Was würde ich machen, wenn ich nichts falsch machen könnte?

Aus meinem Schneckenhaus kriechen und viel probieren, austesten auf dem Weg zu mir selbst. Aber auch irgendwie aus dem Dunkel mehr ins helle und vor allem farbenfrohe zu gehen.

Sie formulierte es dann um: was würde ich machen, wenn ich alles richtig machen würde – doch die Umformulierung hat wieder mehr Verwirrung gebracht, irgendwie waren das dann zuviele Fragen. Also hab ich mich auf die erste konzentriert und bin dabei geblieben.

Diesmal auch mit wasservermalbaren Wachspastellkreiden (oder wie auch immer die heißen), denn letztes Mal mit Acryl hab ich wieder ein T-Shirt ruiniert – bekomme den Farbfleck nicht raus und bat daher darum mit Farben zu malen, die man auch auswaschen kann.

Das mit der Verlängerung nagt an mir. Dabei war die Idee dahinter (also warum nicht verlängern von Klinikseite her), dass für mich der Alltag hier ja wirklich schwierig ist und etwas Druck rauszunehmen, mir Zeit zu geben wieder Kraft zu tanken.

Allerdings wäre das ja beim nächsten Mal nicht anders – ich brauche immer viel Zeit um anzukommen und mit dem Alltag einigermaßen klar zu kommen – und jetzt geht das hier und daher will ich nicht abbrechen, sondern weiter machen. Sonst wären ds verlorene Wochen gewesen. Aber immerhin geht es nicht darum, dass ich zuwenig mache.

Dass sie nächste Woche in Urlaub ist, ist doof – gibt zwar vermutlich  einen Termin bei der Vertretung, aber die kenne ich ja gar nicht. Und dummerweise ist da auch Visite – was es noch schwieriger macht.

Es gab eine Idee wie wir das mit Tränen zulassen usw angehen könnten, die mir noch ziemlich Bauchschmerzen macht. Weil das zu nah (von der Grundidee) an einer alten Missbrauchssituation liegt. Von daher müsste ich mit ihr definitiv erstmal diese Situation genau anschauen – damit sie dann unterstützen kann, dass ich das dann getrennt kriege. Denn ohne Unterstützung wird sich das ganz gewaltig mischen.

Theoretisch kann das gut klappen – praktisch bietet es aber auch viele Gefahren und dessen müssten sich dann beide – sie und ich – sehr bewusst sein. Dann könnte das aber wirklich auch gut klappen.

Da sie von der Ähnlichkeit zu einer Situation nichts weiß, weiß ich nicht, ob sie das danach immer noch probieren würde – erstmal geht es darum morgen mit ihr zu klären, wie sie generell unterstützen könnte (dazu sind wir heute nämlich gar nicht gekommen) und dann müssen wir überlegen wie wir das machen ohne dass das ganze nach hinten los geht.

Auch wenn das alles wirklich anstrengend war – es ist eine gute Anstrengung – eine, die das Gefühl hinterlässt, was geschafft zu haben.

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