Klinik Tag 21

Und wieder mal – zusammengeklappt.

Dieser Umzug stresst mich derart, dass mir allein der Gedanke nicht nur Tränen in die Augen treibt, sondern jegliches Funktionieren einstellt. Und ja – theoretisch weiß ich, dass man es als Fortschritt sehen könnte, dass ich halt heulend – und ich mein wirklich heulend mit Tränen und allem drum und dran – im Zimmer sitze. Aber es ist kein Fortschritt, sondern schlicht zusammenklappen.

Heute morgen hab ich nachgefragt, ob es eine andere Lösung gibt, weil ich das mit dem Umzug nicht hinkriege.

Da ist die Übergangszeit, in der ich nicht weiß wohin, das Packen, das mich völlig überfordert und schlicht im Erstarren endet, der Gedanke dieses Zimmer – und die mühsam erkämpfte Sicherheit und „wohl fühlen“ zu verlieren, dazu noch einen Skill, weil das neue so klein ist, dass Aerobic schlicht nicht machbar ist und Klavier unterm Fenster und vor Heizung ist jetzt auch echt blöd, aber sonst hat es nirgends Platz.

Dazu der Stress – ich weiß nicht wie ich es hinkriegen soll – warte vergeblich aufs funktionieren und statt packen sorge ich nur für Chaos, was alles noch schwerer macht.

Skills greifen – bis ich dran denke, dass ich ja packen müsste oder eben umziehen.

Klar würde mir jemand helfen, aber ich kenn die alle nicht wirklich und hab noch größere Probleme, wenn die mir bei Packen helfen würde – das ist mir zu – intim.

Es ist dieses – viele  – so viel Kram, nicht wissen wie wo was und jetzt wo ich hier eine Lösung gefunden hab endlich, muss ich dort wieder komplett neu schauen. Wieder alles fremd, wieder unsicher, wieder neu und – ungut.

So dass ich eben nicht sagen kann, ok, durchbeissen, Mittwoch Mittag biste im Zimmer und dann haste wieder Zeit. Weil ich zwar die Zeit hab, aber eben trotzdem alles fremd und neu und ungewohnt – und damit alles andere als sicher oder wohlfühlen ist.

Dann mischt da noch was altes rein und ich krieg mich einfach nicht mehr in Griff.

Der Auslöser bleibt ja, die Zeit wird knapper und der Druck steigt.

Morgen kommt dann noch die Visite dazu und ich würd grad am liebsten einfach alles einpacken und nach Hause fahren. Die Wohnung ist wenigstens sicher und ich müsste mich nicht mit Speisesaal und Co herumschlagen.

Kein Funktionieren mehr da – was mir die Situation noch zusätzlich erschwert – und da ich ja funktioneiren MUSS – denn ich MUSS ja nun mal packen und meine Sachen wo anders unterbringen – und zwar gepackt bis Mittwoch um neun und dann auf Abruf im Zimmer bis das neue fertig ist – dann möglichst schnell alles rüber, damit dieses fertig gemacht werden kann.

Das Bedeutet auch Zimmerübergabe mit der Rezeption usw.

Und Auspacken muss auch schnell passieren – denn mit zwei Koffern und E-Piano ist die freie Fläche im neuen Zimmer nämlich voll gestellt.

Ehrlichgesagt versteh ich nicht, warum das hier so eskaliert, warum das so ein Stress für mich ist und mir sämtlichen Boden unter den Füßen wegreisst. Damit hab ich nicht gerechnet und das hat mich am WE schon recht kalt erwischt.

Heute dann mit der Hoffnung vielleicht doch nicht zu müssen und dann am Nachmittag eben: doch schon, aber ich kann in meinem Zimmer bleiben, bis das neue fertig ist – wars dann ganz vorbei.

Und ich frag mich, ob ich nicht klar genug war, dass geglaubt wird, dass dies schon reicht für mich, dass es nur um die Zwischenzeit ging oder so – das einfach nur eins von vielen Dingen, die mich da völlig überfordern.

Pflichtschuldigst in der Pflege gemeldet (ist ja die Abmachung, wenn ich es nicht alleine hinkriege, dass ich mich dort melde) – aber die können natürlich auch nichts tun. Außer anbieten, dass jemand beim packen hilft. Was grad mehr Stress als Hilfe bedeuten würde. War auch mehr ein Melden, dass die die Umstände jetzt auch nicht ändern können, war mir auch klar und hab ich auch nicht erwartet.

Vermutlich halt einfach, weil ja das hier sein schon schwierig ist und Grenzen erreicht – Umzug ist dann halt doch nochmal ne deutliche Schippe (oder eher ein LKW voll) mehr.

Dazu kommt morgen die Visite. Am Nachmittag dann nochmal ein Einzel – da werde ich dann versuchen für die nächsten Tage Regelungen zu finden. Zum Beispiel für morgen Abend dann ausnahmsweise doch Tavor bei Bedarf, aber auch für morgen Abend und Mittwoch eine Speisesaalbefreiung oder so –  erstmal bis nach den Umzug möglichst alles runterfahren – danach kann ich mich auch dem Kram wieder widmen.  Keine Ahnung, ob sie sich darauf einlässt, werde ich morgen ja sehen.

Für heute hab ich Speisesaal jedenfalls abgesagt, morgen früh muss ich dann sehen.

Nachtrag: und mein nächstes Skill-Teil geschrottet. Begebe mich also auf die Suche nach einem neuen Fingerkreisel – oder Fidget Spinner, wie die Dinger jetzt wohl heißen. So langsam wird das hier echt teuer. Frust.

Hoffe nur ich krieg einen mit gleicher Qualität – hab ja erst vorgestern (oder gestern? – hmm) durch Frau Brüllen mitbekommen, dass das jetzt Kinderspielzeug und grad Hype ist. Also wohl erstmal ein günstiges „Übergangsmodell“ und dann im Juni doch ein teureres, dass dafür dann hoffentlich wieder so lange hält wie das alte, das immerhin gut ein Jahr gehalten hat (und viel und nicht immer sanft benutzt). Wobei teuer – damals hab ich auch fast 30 Euro für bezahlt – von ist das schon ok.

 

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