Klinik Tag 16 – Aufatmen

Nachdem es gestern hier einfach kippte – Funktionieren schlicht nicht mehr möglich war – hatte ich ja der Therapeutin einen Brief geschrieben.

Es war weniger die Angst wie sie darauf reagiert – denn für mich war klar, sollte – für mich tatsächlich wider Erwarten – der Schwerpunkt auf Gruppe bleiben, fahre ich nach Hause. Ich hatte also keine Angst, wie sie reagiert oder dass sie sauer ist oder so – aber ich wusste, dass es für mich ein sehr emotionaler Termin wird – egal wie es weitergeht.

Die Überforderung war ja nicht weg und manchmal ist dann Verständnis schwerer auszuhalten als Konfrontation.

So war es dann auch. Für mich sehr interessant – und da muss ich beim nächsten Termin am Freitag auch unbedingt nochmal nachfragen – war, dass sie schon etwas in der Art erwartet hatte.

Es war ja gekippt, als es um die Morgenrunde ging – und da war auch ihr etwas aufgefallen – ich wüsste gerne was sie da wahrgenommen hat oder wie sie es interpretiert hat. Weil es mir Rückschlüsse zulässt, wo ich wirklich stehe.

Auf jeden Fall fand sie es gut,  wir bleiben bei den vereinbarten Gruppen und ansonsten bleiben die raus, auch kein „versuchen“ mehr – also kein zusätzliches. Das mit der Ergo bleibt erstmal und mit dem Sport muss ich dann sehen – das wird kein Pflichttermin, eher ein – wenns grad passt.

Was heute deutlich wurde: sie weiß wirklich was sie tut, sie nimmt mehr wahr und will auch verstehen.

Da wir dann an dem Thema nicht weiterkamen, weil ich einfach zu kämpfen hatte und sie mir da in dem Moment nicht helfen konnte (hatte sie auch gefragt), haben wir dann mit der „Lebenslandkarte/Lebensfluss“ weitergemacht – und siehe da – sind wirklich weit gekommen. Geht also durchaus. Für mich war das natürlich eher „sichere Bank“ – ich hab da keine großen Probleme die Sachen auch anzusprechen und zu erzählen. Es lässt mich jetzt auch nicht kalt, aber triggert auch nicht groß – und wenn Flashbacks auftauchen, krieg ich die sehr schnell (und unbemerkt) in Griff.

Ich war einfach erleichtert – wir sprachen dann auch gleich nochmal über die Verlängerung, die die Kasse nicht die beantragten 3, sondern nichtmal 2 verlängert hat (bis 27.5). Also wird sie nochmal 3 Wochen beantragen – denn abbrechen geht ja immer – aber was wir haben, haben wir. Und wenn wir wirklich einsteigen wäre schon gut etwas mehr Luft zu haben um das eben auch wieder abgeschlossen zu kriegen.

Nach dem Einzel nahm ich ein wunderbares Päckchen in Empfang – liebe Ingrid (bei dir weiß ich ja, dass ich den Namen nennen darf 😉 ) – vielen lieben Dank – ich melde mich bei dir noch persönlich, kann nur etwas dauern – aber es kam heute wirklich sehr richtig und ich hab mich riesig gefreut – Danke sehr!

Dann war heute der erste Termin bei der Körpertherapeutin. Sagen wir mal so – wir werden keine Freunde. Statt verschiedener Angebote (wie eigentlich abgesprochen, mir sollten verschiedene Sachen vorgestellt werden und dann sollten wir gemeinsam besprechen was wir machen) bietet sie schlicht nur Qi Gong an. Dabei soll es um Körperwahrnehmung gehen.

Jetzt ist meine Körperwahrnehmung außerordentlich gut. Das sind Sachen die ich bereits gemacht habe (auch Qi Gong, aber das ist 20 Jahre her – das mein ich grad gar nicht) – und es schadet sicher nichts, da mal wieder mehr Aufmerksamkeit hin zu lenken, aber groß was lernen werde ich nicht – und wirklich einlassen geht sicher nicht. Denn diese Frau ist irgendwie nicht von dieser Welt – die hängt in sehr esotherischen Spähren und lässt sich irgendwie auch nicht in diese Welt holen.

Da hab ich ja ständig das Gefühl erst recht klar im hier (diesmal mehr in/auf dieser Welt gemeint) und jetzt bleiben zu müssen, weil die Therapeutin ja irgendwo ist.

Da die Einzel wirklich äußerst begehrt hier sind, werde ich mir das nochmal anschauen und auch mit meiner Therapeutin besprechen, weil ich da eher das Gefühl hab:

ok – schadet jetzt nicht, bringt mir aber (zumindest mit dieser Dame) nichts Neues und ich belege hier einen Platz, den ein anderer sicher besser gebrauchen kann – und auch mehr Nutzen draus ziehen kann.

Das was sie macht, habe ich jahrelang mit meiner Stimmbildnerin gemacht und wir nutzen das auch immer noch regelmäßig in der Physio oder ich beim Singen.

Wie gesagt – es schadet nicht, da einfach auch außerhalb mal mehr mit zu arbeiten – aber bringt mir so auch nichts Neues oder besonderes. Weniger wegen der Methode, mehr wegen der wirklich sehr eigenartigen Art der Therapeutin.

Als ich dann von Mitpatienten gefragt wurde wies war und ich nur meinte – dass sie ja schon etwas schräg sei, kam raus, dass das hier wohl auch bekannt ist. Von daher mal sehen.

Muss mir auch überlegen wie ich das formuliere – hier wird ja alles im Team besprochen und ich will es mir ja nicht ganz verscherzen. Da ich aber sicher gefragt werde wie es war und ob/wie ich mir das vorstellen kann – werde ich da auch ehrlich sein.

Als sie zum Schluss meinte, sie könnte ja auch Singen, sie würde ja Oberton singen und das sei ja auch Qi Gong, wars dann ganz vorbei. Es war mehr das – wie sie es sagte, als das was. Keine Ahnung wo sie in dem Moment war, aber nicht bei mir und nicht in diesem Raum.

Ich finde Obertongesang wirklich sehr interessant. Es ist für mich mehr eine Aufmerksamkeitssache – bei anderen höre ich es sehr viel besser als bei mir selbst.

Aber das mache ich sicher nicht mit jemanden, der eh schon irgendwo in irgendwelchen Sphären rumschwirrt und das nur noch auf einer sehr esotherischen Ebene nutzt. Sorry – das geht mir viel zu weit.

Mit jemand Bodenständigen würde ich das tatsächlich auch probieren. Aber da muss ich wirklich sicher sein, dass derjenige weiß was er tut und auch die Kontrolle hat – über sich und die Situation. Zumal ich weiß, dass sowas auch wirklich einiges auslösen kann (nicht muss) und ich auf Stimme/Gesang sehr reagiere (nicht umsonst nutz ich das als Hauptskill und das lass ich mir sicher nicht kaputt machen).

Da sie auf Angebote meinerseits (und ich hab einiges in der Richtung gemacht und wirklich einiges angeboten, eher im Versuch sie irgendwie abzuholen ehrlichgesagt) so gar nicht einging, verstärkte dann halt auch das „ich rede mit jemanden, der irgendwo ist, aber nicht hier und nicht bei mir“. Es war eine wirklich sehr eigenartige  halbe Stunde (bisschen mehr) und ich war froh, dass ich mir den Wecker wegen Abendbrotzeit gestellt hatte um das beenden zu können. Schräg. Sehr.

Und für jemand anderen vermutlich genau das Richtige, aber halt so gar nicht meins – und irgendwie auch nicht das, was angedacht war.

Ansonsten – wie immer total müde.

 

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3 Antworten auf Klinik Tag 16 – Aufatmen

  1. Frau Heller sagt:

    Liebe Ilana, ich will Dir nur kurz sagen, dass ich „mitfiebere“ in dieser besonderen Zeit für Dich und finde Deine Kraft und Mut erstaunlich!
    Wünsche Dir auch ein paar Genußmomente 🙂
    Einfach viele liebe Grüße!

  2. Ingrid, die Bastelmaus sagt:

    Liebe Ilana,
    genau das, was @Frau Heller schrieb, wollte auch ich schreiben!
    Was bist Du doch für eine tolle Frau, gibst nicht auf und kämpfst, auch wenn das oftmals sehr, sehr mühsam ist! Weiter so und behalte DICH immer im Auge!
    Liebe Grüße, das Allerbeste was Dir hilft und Dir gut tut und so viel „Machbares“wie nur irgend möglich
    wünscht Dir Ingrid

  3. Ilana sagt:

    Danke ihr zwei! Mir war ja vorher klar, dass es schwierig und anstrengend wird – und im Endeffekt bin ich ja dafür da Grenzen eben auch klar zu machen. Die Therapeutin ist wirklich gut – und das ist das Wichtigste – der Rest wird sich finden.

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