Klinik Tag 14

Zwei Wochen bin ich schon hier – für mich gar nicht fassbar, kommt mir selbst für eine Woche „lang“ vor.

Heute war die Einführung durch die Klinikleitung – das ist dann auch gleich mal gepflegt eskaliert.

So im Nachhinein war das von vornherein klar – Klinikleitung/Oberarzt gehört für mich in die Kategorie Gutachter/Behörden und sind damit sowieso schon außergewöhnlich schwierig – geht halt immer irgendwie auch um ein Bewerten bei Visiten usw.

Und ich glaub klar war mir das auch vorher, aber ich wollte es nicht sehen – mach mir ja eh ziemlich Druck mit „wenigstens probieren“ usw.

Jedenfalls war schon vormittags regelmäßiger Skilleinsatz nötig um die Panik in Griff zu kriegen. Vor dem Termin merkte ich schon, dass ich dissoziiere – noch steuerbar – aber schon immer weiter weg driftend.

Dann saß ich da – und allerspätestens da war klar – geht gar nicht. Nur war Abbrechen in dem Moment keine Option (vorher auch nicht wirklich).

Als es dann doch – obwohl es gestern noch hieß, da gibt es keine  – eine Vorstellungsrunde erwartet wure, mein Abwinken nicht verstanden und daher dann nochmal nachgefragt und auf Antwort gewartet – das war dann der Punkt, an dem ich mich auch an nichts mehr erinnern kann. Das vorher war wenigstens noch „sichtbar“ für mich, wenn auch nicht mehr steuerbar, aber schon in der Runde merkte ich, dass ich immer weniger mitbekam, es nur noch ruchstückhaft ankam und ab dem Moment, in dem er mich zum zweiten Mal fragte – war dann halt raus.

Wieder gefunden hab ich mich mitten im Wald – schmerztechnisch jenseits von gut und böse, kaum laufen könnend und völlig orientierungslos. Da übernahm dann der „Sani“ in mir – dem ich das dann auch übergab – bei dem weiß ich, der regel das, der kriegt das hin und vor allem – der sorgt dafür, dass ich zurück komme – sowohl in die Klinik, als auch zu mir selbst.

Irgendwann war ich wieder in der Klinik im Zimmer – etwa zwei Stunden nach dem Auslöser. Und im Zimmer kam ich auch schnell wieder ins steuern können. Endlich konnte ich auch das Cortison nehmen, dass der Körper mehr als nur dringend einforderte Aber es reichte wenig um Panik auszulösen.

Im Endeffekt verbrachte ich auch den Nachmittag damit Skills gezielt einzusetzen. Als gegen halb sechs klar war, dass Speisesaal grad keine Option ist, Sprechen aber leider auch nicht ging, hab ich einen Zettel geschrieben, dass ich mich vom Abendessen abmelden möchte, alleine klar komme, aber jetzt Zeit für mich brauche und keine weiteren Stresssituationen.

Dummerweise wird aber grade die Pflegezentrale umgebaut/gereinigt/was auch immer, was ich nicht auf dem Schirm hatte. Aber mit Zettel und dann auch vor Ort schreiben klappte es soweit.

Trotzdem machte das klar, wie wackelig alles war – denn allein dieses „Abmelden“ ließ mich wieder deutlich weiter wegrutschen (wenn auch immer noch steuerbar – das ist ja bei mir aktuell meine Grenze die ich ziehe).

Im Zimmer war es dann wieder ok, ich machte mir ne Brühe, aß Äpfel und Banane und eben nahm ich noch ein Schlafmittel aus dem Bedarf – einfach weil der Körper mehr als nur motzt und dringend Ruhe braucht.

Körperlich hab ich mich mit dieser Aktion in den Ausnahmezustand gekickt.

Was mich am meisten erschreckt – ich kenne schon, dass ich zu viel mache, zu viel laufe usw – aber ich kenne es nicht, dass ich solche Aktionen in einem Zustand starte, der nicht mehr steuerbar ist. Das war die letzten 3 Jahre nicht mehr.

Klar ist das immer noch die bessere Alternative als ein Schneiden oder direktes Verletzen – aber heute sollte es kein „bessere Alternative nötig“ mehr geben. Das war raus und das geht für mich absolut gar nicht. Das erschreckt mich wirklich sehr – auch wenn mir Auslöser und co klar sind.

Was ich klären muss: warum war Absagen/Abbrechen keine Option – war da schon zu viel alter Mist (Gutachten/Behörden) mit drin, dass das so blockiert wurde? Zumal ich sogar gesagt hatte, ich wisse es nicht und wolle probieren (was zu dem Zeitpunkt auch schon klar war, dass das Blödsinn ist) – was läuft/lief da?

Ansonsten: jetzt runterkommen, morgen eine ehrliche Bestandsaufnahme was den Körper angeht – zusätzliche Cortison (war heute schon dringend nötig) und dann mit der Physiotherapeutin eine Alternative für die nächsten Tage schaffen.

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