Klinik Tag 3

Die Umstände hier schaffen mich. Körperlich völlig am Ende, weil halt viel zu viel statt mehr Ruhe (mir fällt auch erst immer Mitte der Treppe auf, dass ich ja eigentlich den Lift nehmen sollte, weil Knie usw), die vielen Leute schaffen mich auch.

Heut Mittag sollte ich einen Wandplatz im Speisesaal kriegen – wurde mir auch zugeteilt, plötzlich von allen am Tisch Theater, weil jemand anderer sich morgens wohl für den Platz gemeldet hatte.

Tja – ich schon am Dienstag. Also versucht das zu klären, ging nicht gleich und so eskalierte es für mich erstmal wieder. Ich floh irgendwann ins Zimmer, merkte, dass ich nicht ganz runterkomme, weil ich ja immer noch nicht weiß, was jetzt mit dem Platz ist. Also wieder runter in den Speisesaal um das mit dem Küchenpersonal zu klären – es bleibt mein Platz (was mich unglaublich erleichterte, der Gedanke, dass ich wieder die Leute im Rücken hab, hab mich echt verzweifeln lassen). Und wegen Dissoziation eine Verhaltensanalyse abgegeben (wobei ich ja die Auslöser da meist benennen kann).

Vormittags war der erste Theratermin – da geht es ja immer noch viel um Formales und Kennenlernen – das mit den Gruppen bleibt weiter Thema, ich hab jetzt gesagt, dass ich Ergo probiere – aber dann ist für mich auch Schluss mit Gruppen.

Nachmittags war dann eine Einführungsveranstaltung für Ergo – das sollte ich ja probieren – die Einführungsveranstaltungen. Nach dem Fiasko gestern, bat ich die Ergotherapeutin vorher kurz um ein Gespräch, klärte, ob wir was sagen müssen (ja – vorstellen, Name und Station) und dass ich das eben nicht kann in der Gruppe – was dann dort auch ok war. Von daher viel Panik, aber da geblieben.

Lustigerweise bieten  die Buch binden an – mal schauen.

Dann soll ich tägliche Termine beim Pflegepersonal kriegen. Heute um 20 Uhr den ersten, was mich schon nervte, weil halt spät – wurde dann auch fast halb neun, weil die vergessen hatten den Zettel „Bitte nicht stören – Dienstübergabe“ abzunehmen. Da hier aber gilt, dass ein „Bitte nicht stören“-Schild auch genau das heißt – nicht stören, nicht klopfen usw – saß ich da und war ziemlich genervt.

Im Endeffekt wussten die erst nichts von, dass ich da Auflaufen sollte, dann fand sich ein Vermerk, dass ich nur Termine ausmachen sollte – ähm – und das geht nicht wenn ich tagsüber mal da bin, sondern es braucht dafür nen eigenen Termin?

Wie auch immer – morgen nochmal 20 Uhr und am WE um 9 Uhr. Was ich da machen soll, weiß ich noch nicht.

Im Moment überwiegt die Überforderung – sowohl körperlich als auch psychisch. Eigentlich bin ich permanent überm Limit – und interessanterweise grade dann nicht, wenn das von hier erwartet würde – zum Beispiel beim stichwortartigen Aufschreiben der Lebensgeschichte oder Fragebögen beantworten, inkl. eben der Traumasachen.

Da weiß ich, ich hab jetzt erstmal Ruhe, ich bin hier im Zimmer, und brauch mich nur um mich kümmern und nicht um sonst jemanden.

Mir ist schon klar, dass das einfach einige Zeit braucht – das ständig mit Menschen zusammen zu treffen einfach unglaublich anstrengend ist und es hier halt wenig Ruhemöglichkeit gibt, weil der nächste Termin schon steht und man zwischendrin die Fragebögen oder „Hausaufgaben“ macht.

Ich kam bisher weder zum Fernsehen noch zum lesen und selbst zum hier Schreiben knapps ich mir das grad vom Drang ins Bett zu fallen ab – dafür fallem mir ständig die Augen zu. Daher: jetzt nur noch Bett. Ich war schon sehr sehr lange nicht mehr so lange so alle.

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Eine Antwort auf Klinik Tag 3

  1. Ingrid, die Bastelmaus sagt:

    Liebe Ilana,
    ich wünsche Dir von Herzen, dass Du Dich mit jedem neuen Tag ein bisschen besser zurecht findest, nicht mehr als Stress empfindest und Dein inneres Gleichgewicht bald Normalität für Dich ist.
    Wie lange sollst/musst Du bleiben?
    Ich drück Dich mal ganz dolle, sende liebe Grüße und tausend gute Wünsche
    INGRID

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