Klinik: 1. und 2. Tag

Gestern also ging es früh morgens los, kurz nach zehn glaub ich waren wir dann hier.

Anmeldung an der Rezeption und um halb gab es dann schon das erste Gespräch. Eigentlich bin ich am ersten Tag von einem Gespräch zum nächsten: Pflege, Ärztin, Mittagessen, Therapeutin, Pflege,  Patin (Patientin, die mich dann im Höllentempo durch die Anlagen führte), Abendessen.

Mit der Ärztin hab ich mich dann gleich angelegt. Sie will die Schmerzmedikation ändern. Was ich defintiv nicht mitmache – dazu hab ich zu lange und zu viel durch und wir haben ja vorher wirklich alles andere probiert. Und nein mein Schmerzarzt hat nicht das aktuelle Medikament als erste Wahl gehabt, sondern war da auch nicht begeistert.

Wir einigten uns dann nach ner Weile, dass Sie da dran bleibt, erstmal aber nichts geändert wird. Dafür wurde das Schlafmittel gleich mal auf jeden 2. Tag für eine Woche und dann absetzen gesetzt und Tavor auch gestrichen.

Ähm – ja. Beides wollte ich auch, letzteres war eh nur Bedarf – aber nicht in dem Tempo. Aber nun denn – darauf kann ich mich einlassen.

Dann ging es darum, dass ich ja die Medikamente stellen muss – was mir nur leider niemand gesagt hat, also muss ich von hier aus jetzt organisieren, dass meine Ärzte die Chipkarte kriegen und mir dann Rezepte schicken, was bei manchen schlicht nicht geht.

Also bekommt MissMutig eine Vollmacht, meine Karte und holt die Rezepte ab und schickt sie mir dann.

Die Therapeutin wirkt nett. Allerdings ist auch da der Fokus mich irgendwie „gruppentauglich“ zu kriegen (was den Zusatz: ich werde Sie zu nichts zwingen etwas eigen macht – denn locker lässt sie da auch nicht).

Ich sollte heute also zu einer Einführung für Imagination gehen. Da müsste ich nichts sagen, es sind wenig Leute, weil nur die Neuen und so könnte ich „ja mal schauen“.

Tja – versucht hab ichs, es eskalierte dann auch gleich. Ich kam an, hörte dann nur, dass sich jetzt jeder vorstellen soll – und ab da fehlt mir die Zeit. Keine Ahnung ob ich da war (wenn ja, hab ich sicher gut funktioniert und auch alle Fragen beantwortet) oder gegangen bin oder sonst was.

Das nächste war, dass ich in meinem Zimmer saß und Klavier spielte. Immer noch auf recht hohem Spannungslevel, aber wieder da.

Also kurz rüber zur Pflege, da saßen sie zu dritt – was nicht ging und so blieb ich draußen. Mit Tränen kämpfend, weil einfach nur hoffnungslos überfordert.

Allerdings kam dann auch bald eine der drei und fragte, ob ich in den einen Raum durchgehen möchte. Ich klärte das mit dem einen Rezept (bei einem Arzt bekam ich es einfach nicht organisiert, das stellte dann eine benachbarte Praxis aus. Ursprünglich hieß es, das ginge nur im Notfall, weil man das nicht alles dem Arzt anhängen wollte – der Arzt meinte dann nur: „Sie brauchen wirklich nur das eine? Wenn noch weitere – sagen Sie einfach Bescheid – ich schreib sie Ihnen dann auf“ – das hätte mir sehr sehr viel Arbeit und Telefoniererei und Bettelei erspart) und meldete zum einen dass ich nicht weiß, ob ich bei der Veranstaltung war und nicht wusste, ob das jetzt gemeldet werden musste, wenn Zeit fehlt (da das ja nicht so oft vorkommt bei mir und eher meine Art „Eskalation“ ist) – und eben auch mich abmelden – ich musste einfach raus.

Dringend.

War dann alles ok und ich lief zu Konsum. Der wirklich nahe liegt – aber weder meine Einlagen hat/verkauft noch destilliertes Wasser. Und der Rest ist auch eher Tante-Emma-Laden-Preis. Generell ist der Laden auch nicht größer als ein Tante-Emma-Laden.

Ich darf jetzt also destilliertes Wasser in der Apotheke kaufen (kostet ja nur das dreifache – ist aber noch erschwinglich) und die Einlagen musste ich mir bestellen. Auch sonst ist das eher – schwierig. Es gab genau zwei Cola Zero Flaschen – und auf meine Nachfrage auch die Antwort, dass sie da nie viel mehr hätten.  Also die erstmal geschnappt und gesagt, dass ich da gerne auch regelmäßig für komme oder auch gezielt für mich bestellen lassen würde (was aber nicht geht wohl).

Wie auch immer.

Alles in allem merke ich, dass ich schlicht hoffnungslos überfordert bin aktuell. Es ist neu, viele Leute und arg chaotisch – weil es mehrere Hausnummern betrifft – also mehrere Gebäude – und irgendwie ist hier für mich noch kein Durchblick, wann was wo ist.

Das Essen ist super – morgens frischer Obstsalat, alle Sorten von Milch (normale, laktosefreie, Reis-, Soja, Mandel- usw usf – da stehen knapp 10 Sorten), natürlich viel Käse und Wurst, verschiedene Müslisorten zum selbst mischen, verschiedene Brot- und Brötchensorten, Marmeladen usw usf.

Mittags wars für mich aktuell noch schwierig – da erst ab nächster Woche ausgewählt – und ich brauche aktuell viele Lactasetabletten. Oder esse nur Reis oder so. Es gibt aber verschiedene Salate und von daher werde ich schon satt. Lecker ist es jedenfalls.

Abendessen gibt es aufgewärmt Reste vom Mittag, ein großes und umfangreiches Buffet mit verschiedenen Salaten und wirklich allem drum und dran.

Getränke gibt es zum Essen – Säfte, Tee, Kaffee, Wasser und Eistee.

Die Zimmer sind riesig. Wirklich riesig – etwa doppelt so groß wie in der anderne Klinik die 3-Bett-Zimmer.

Die Angestellten sind wirklich nett und bemüht und bisher sehe ich das doch optimistisch (der Ärztin spreche ich an dieser Stelle einfach ab, dass sie besser einschätzen kann welche Schmerzmedikation ich brauche als mein Arzt der mich seit 17 Jahren kennt und der Arzt der Schmerzambulanz – auch wenn ich dessen Art dann auch nicht in Ordnung fand).

Morgen dann der erste Einzeltermin – wobei das mit den dreimal die Woche hier wohl wirklich eingehalten wird.

Durch die Weitläufigkeit des Klinikgeländes komme ich auch mit wenigen Terminen schon auf 7000 Schritte. Heute war theoretisch nämlich so gut wie nichts – trotzdem bin ich absolut alle.

Dummerweise merke ich, dass ich mich die letzten Tage körperlich auch hoffnungslos übernommen habe. Nicht wegen der weiten Wege, sondern wegen alles zig mal laufen, dann Koffer packen und schleppen und da ja vor der Klinik die Unruhe so groß war hab ich da natürlich auch die Ruhe nie ganz eingehalten.

Da muss ich jetzt deutlich achtsamer sein, sonst streikt der Körper endgültig.

Arg blöd finde ich, dass es hier sehr sehr schlechten Empfang hat – selbst fürs Telefon. Internet kann man völlig vergessen.

In der Klinik kann man das über LAN kostenpflichtig nutzen – was seit heute auch geht – ich finde es dafür, dass es sehr sehr langsam ist und wenn mehr als eine Seite im Browser lädt, geht gar nichts mehr  usw – sehr teuer. Aber immerhin geht Schreiben (und es lehrt mich dann immer erst den Text zu markieren und kopieren – weil sonst ist er halt auch oft weg).

Aktuelles Fazit: Pflege wirkt sehr kompetent, mitdenken und bemüht (sofern man das von den paar Kontakten jetzt sagen kann), Therapeutin erstmal auch nett – wie das mit dem Drängen zu Gruppen wird muss ich sehen – das hatten wir ja nicht umsonst eigentlich im Vorfeld schon abgesprochen, dass das nicht geht), mit der Ärztin hab ich so ja nicht viel zu tun – was die Medikamente ihres Fachgebietes angehen ziehe ich klar mit beim Schlafmittel und Tavor – beim Rest erstmal nicht. Auch merke ich dass da plötzlich mehrere wegfällt, das schon deutliche Auswirkungen hat. Klar will ich Alternativen finden, aber im Moment merke ich vor allem Überforderung.

Mit Mitpatienten hatte ich jetzt nicht viel zu tun – finde es aber sehr angenehm, dass zum Beispiel ein Kopfhörer beim Mittagessen da völlig ok ist (für mich hilfreich das überhaupt hinzukriegen, wenn ich da auf Musik zurückgreifen kann – auch wenn ich mich das bisher erst zweimal getraut hab und das erste Mal einfach aus einer Notsituation heraus war).

Das Ankommen wird wohl noch ein bisschen dauern – aber da Montag ja eh Feiertag ist – hab ich da ja dann bald ein paar Tage um wirklich anzukommen.

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