Thera heute

Es ging mir eigentlich recht gut. Bis ich dann gleich zu Beginn erfuhr, dass der Thera die Woche vor Ostern nicht da ist. Obwohl klar war, dass ich das schon hinkriege, löste das sehr viel aus – vor allem Angst.

Der Betreuer ist in Urlaub, der Thera, Buchbinderei wird auch weitestgehend ausfallen, Homöopath (der ja im Notfall auch Ansprechpartner ist) und zwei Ärzte (die beiden „Haupt-„) sind ebenfalls im Urlaub. Feiertage bringen zusätzlich alles durcheinander. Ja ich hab vor der Woche wirklich Angst.

Aber es erklärte nicht wirklich die massive Reaktion auf diese Ankündigung. Wobei im Vordergrund stand, nichts anmerken zu lassen – was ich auch nicht wirklich verstand.

Ab da war ich sehr „dreigeteilt“ – ein kleiner Teil (etwa 20 %) waren da, funktionierten, antworteten auf Fragen, etwa 75% waren irgendwo – nur nicht hier und die restlichen 5 versuchten irgendwie zu verstehen und mit Skills gegen das Abdriften zu arbeiten. Nach außen war nur der funktionierende Teil sichtbar.

Irgendwann sagte ich ihm das dann und irgendwie kamen wir dann auf Bewegung (im Sinne von  Achtsamkeitsübungen, Ball drücken usw – halt bewegen). Das geht dann ja gar nicht mehr. Ist auch unbewusst oft schwierig aber bewusst geht gar nichts mehr – nur noch Panik und Erstarren.

Was irgendwie dann damit endete, dass nichts mehr ging und ich ihn bat kurz rauszugehen.

Dann bekam ich das auch in den Griff – und dann klingelte es. Super – nächster Panikschub. Und ab da war – nach der Panik – nur noch hoffnungslose Überforderung, Verzweiflung und Tränen.

Nur das Zulassen nicht ging, weil zu intensiv und leider auch Kontrolle nicht mehr ging.

Ich bekam das nicht mehr in den Griff. Konnte aber gleichzeitig auch nicht am Zulassen arbeiten. Weil es einfach nicht aushaltbar war. Es war – zu viel.

Dann gab es noch einen Schluchzer und dann war endgültig vorbei – ich verlor mich in Panik, Verzweiflung und noch so manch anderem Gefühl und konnte Hilfe gar nicht mehr annehmen. Gleichzeitig bekam ich es aber auch nicht wirklich in Griff.

Der Rest ist etwas verschwommen.

Nach dem Termin bin ich fast 2 Stunden nur durch die Stadt gelaufen. Erst danach fühlte ich mich sicher genug die Taxifahrt zu überstehen. Oder anders: erst dann war das Funktionieren wieder stabil genug dafür.

Zuhause war dann erstmal nur Überforderung und vor allem Müdigkeit. Also erstmal Auszeit nehmen, zur Ruhe kommen. Jetzt ist immer noch diese unglaubliche Müdigkeit – geistig und körperlich. Hoffe ich hab durch das viele Rumlaufen keinen Schub ausgelöst, sondern nur Grenzen erreicht.

Was auch da ist ist unterschwellige Angst und Zweifel. Vom Kopf her weiß ich, dass das Altes ist, dass nur weil da ein Geräusch war nichts Schlimmes passieren wird, der Thera die Therapie nicht von jetzt auf gleich beenden wird. Aber die Zweifel halten sich hartnäckig und die Angst – die ist unspezifisch, aber da. Nicht wirklich greifbar und damit auch nicht wirklich zu löschen.

 

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