gestern

Gestern bin ich dann endgültig zusammengeklappt.

Großeinkauf hatten wir geplant und auch gemacht. Bis mir nach der Kasse dann auffiel, dass er Einkauf für Tiefkühle und Ofen ausgerichtet ist. Klar – als ich den Zettel erstellte, war letzterer ja noch in Ordnung. Und ersteres ist ja auch erst seit 2 Tagen schwierig, weil  die Tür nicht mehr richtig schließt. Da hab ich Dienstag dann ja Kindersicherungen angebracht, die sie wenigstens geschlossen hält, aber dadurch, dass ich das erst zu spät gemerkt hab, ist sie quasi zugeeist.

Dann ging nichts mehr – und ich musste abbrechen. Wir fuhren nach Hause, brachten noch die Sachen hoch und ich sagte schon im Auto, dass wir die heute nicht wegräumen werden. Nur die Tiefkühlsachen.

Aber schon da funktionierte ich nicht mehr richtig, ich nahm alles nur noch durch Nebel war und im Kopf war nur noch: bitte lass mich durchhalten bis er raus ist.

Dann die Tür hinterm Betreuer zu und erstmal nur heulend zusammenklappen.

Wobei heulend hier heißt, die obligatorischen 2-3 Tränchen außen und ansonsten ein innerliches ertrinken darin. Nichts ging mehr. Die Verzweiflung und Überforderung nahmen mir die Luft zum atmen und ich wollte nur noch sterben. Nichts mehr fühlen, nichts mehr sehen, nichts mehr hören.

Ich erinner mich noch dunkel, dass ich einen Tweet rausgeschickt hab, aber ich konnte einfach nicht mehr. Am Boden lagen immer noch die Scherben von der Ofentür, das hatte ich ja schon vorher nicht geschafft weg zu machen – grad nur ein bisschen zusammengekehrt.

Und ich hatte das Gefühl, dass das bei mir grad ähnlich ist. Viele Scherben und keine Kraft mehr für einen Versuch das alles wieder zusammenzusetzen.

Im Endeffekt weiß ich nicht, wie lange ich da hinter der Wohnungstür saß – irgendwann wankte ich zum Bett, nahm Schlafmittel und starrte ins Leere bis sie wirkten.

Und heute – bin ich einfach kaputt, immer noch sehr überfordert, sehr überreizt – alles ist laut und hell und unangenehm auf der Haut.

Aber ich funktioniere wieder – einigermaßen – mehr auf Autopilot als wirklich da. Taub und weit weg von mir.

Und immer noch in Scherben. Aber zumindest so viel wieder zusammengesetzt, dass es eine Art „Grundgerüst“ gibt, dass mich aufstehen und funktionieren lässt. Im Rahmen.

Nur wenn ich dran denke, was heute alles ansteht – dann wird mir übel.

Buchbinderei, direkt danach Betreuung (Einkäufe wegräumen, Scherben zusammensuchen/entsorgen und den Ofen in die Garage bringen), dann hab ich etwa 2 Stunden, in denen ich aber die Playbacks fertig machen muss und eigentlich müsste ich das eine oder andere Lied nochmal durchgehen. Dann geht es schon zum NF.

Und ich kann nur hoffen, dass da dann das Funktionieren greift.

Egal wie sehr ich versuche es zu verstehen – ich weiß nicht warum. Es ist ja nun mal nur ein Backofen, ziemlich blöd – ja und grade im Dezember erst recht, zumal ich ja auch selbtgemachte Plätzchen verschenken wollte, aber in ein bis zwei Monaten ersetzbar. Da geht es nicht um die Existenz oder so.

Vielleicht war es die Menge – erst die Tiefkühle, dann die Zahnfüllung und nun der Ofen. Oder weil es hier sehr viel durcheinanderbringt – wie schon geschrieben ist er fester Bestandteil in der Küche. Aber auch hier – ich verhunger schon nicht.

Was auch immer es ist, ich gehe an den Resten vorbei und die Tränen steigen in die Augen. Die Verzweiflung steigt hoch und ich kann es kaum aushalten. Was auch immer das auslöst.

Wobei das was es auslöst sicher nicht so einfach in Ordnung zu bringen ist, wie den Ofen zu ersetzen.

Die Fassade, da Funktionieren ist dünn. Sehr dünn. Und ich hoffe einfach dass es für heute reicht.

 

Dieser Beitrag wurde unter Beziehungen/Kontakte, destruktives Verhalten, Erinnerungen, Grenzen, Krisenmodus, Leben, Psycho-Somatik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.