Thera heute

Im Prinzip warteten wir ja auf das Klingeln. Sprachen erst über meine Geschwister, vor allem dem Jüngsten, den wir – hoffentlich – weitestgehend abschirmen konnten, aber zwischendrin war da immer wieder die Panik vorm Klingeln.

Das dann im Endeffekt gar nicht kam, obwohl es gestern Abend noch hieß, dass der Termin der Kollegin statt fände.

Wie auch immer – es reichte eh die Vorstellung und so brauchten wir das Klingeln selbst nicht.

Für mich schwierig ist ja immer, wenn da Tränen aufsteigen und ich nicht weiß warum oder wieso. Weil es dann nicht geht. Sie keinen Weg nach draußen finden.

Es war schon so oft Thema, dass sie ja trotzdem sein dürfen und vielleicht auch dann das warum und wieso zeigen.

Aber da ist eine Sperre in mir – Tränen sind schon mit Grund und Begründung schwer zuzulassen, ohne geht es gar nicht.

Wir versuchten ein paar Sachen und plötzlich war da ein Blitzbild, dass aber auch sofort wieder weg war – das hat mich dann ziemlich aus dem Konzept gebracht.

Also bat ich, dass wir da einen gezielten Versuch machen: Vorstellen des Klingelns, die Panik dann nutzen und ihr sozusagen „folgen“ (in der Zeit zurück Richtung Ursache) und schauen was passiert. Ich kann zwar nicht einem Gefühl zeitlich rückwirkend folgen, aber dieses Vorgehen hilft oft rauszufinden, was die Ursache ist.

Da Reden vor lauter aufgewühlt sein nicht ging, hab ich es aufgeschrieben.

Das klappte dann auch – plötzlich landete ich in einer Flut von Blitzbildern – viele unterschiedliche Situationen, die glaub ich auch nicht alle mit dem Klingeln zu tun haben.

Diese Flut hebelte mich dann erstmal wieder aus – da waren viele Tränen, viel Traurigkeit und sehr viel aufgewühlt sein.

Wir nähern uns an, aber es brodelt weiter.

Dieser Beitrag wurde unter Beziehungen/Kontakte, destruktives Verhalten, Erinnerungen, kleine Schritte, Leben, Psycho-Somatik, Therapie veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.