Körperwahrnehmung

Dank Shiatsu und Stimmbildung hab ich eine erstaunlich gute Körperwahrnehmung, fast schon zu gut, denn so stört auch eine Naht im Schuh oder wenn in der Sohle harte und weiche Abschnitte sind usw.

Heute war ich – verwirrt.

Ich bin mit Schmerzen seitlich am Rücken wach geworden – jetzt nichts groß neues. Aber immerhin doch so, dass ich vorm losgehen ein Wärmepflaster geklebt hab. Eher im Sinne von „damit es nicht schlimmer wird“.

Schon eine Weile hab ich Schwierigkeiten beim lange Sitzen. Im Prinzip weiß ich dann: jetzt einfach wieder gezielter Übungen für machen und drauf achten.

Letzen Samstag hatte ich ja das Problem mit dem Knie – gestreckt konnte ich es überhaupt nicht belasten, gebeugt ja.

Also heute in der Physio gesagt: Knie anschauen und wir müssen was für den unteren Rücken tun – ersteres akut, letzteres als Projekt für die nächsten Wochen.

Knie war relativ schnell klar: wahrscheinlich Meniskus entzündet/überreizt. Soweit ok, kriegen wir hin. Als es dann um den Rücken ging, merkte ich zwar, dass die Übungen irgendwie schwieriger waren als sonst (oder es eben mehr ziepte) – aber immer noch als harmlos eingestuft.

Bis der Physiotherapeut das eine oder andere versuchte und dann nur meinte: du hast definitiv einen Hexenschuss.

Und ich ihn völlig verwirrt angschaute, weil so schlimm hab ich es nicht wahrgenommen.

Nach gezieltem Übungen und Hinspüren war schnell klar  – jep, er hat recht. Und nicht nur, weil seine Lockerungsversuche einfach nur Tränen in die Augen trieben.

Verwirrt bin ich immer noch. Warum hab ich das nicht wirklich wahrgenommen? Oder so abgetan?

Denn unbewusst muss es klarer gewesen sein – Wärmepflaster nutze ich nämlich äußerst selten und für unterwegs hatte ich das noch nie. Trotzdem hätte ich auf die Frage davor nur gesagt: bisschen verlegen, nicht tragisch.

Im Nachhinein sehe ich es anders – schon morgens war eine sonst einfache Bewegung fast gar nicht umsetzbar, in der Buchbinderei hab ich die Haltung sehr oft verändert, weil so dasitzen schwer war – bin oft aufgestanden, ein paar Schritte gelaufen, in der Pause sogar wirklich weiter gelaufen.

Alles Dinge, die ich sonst nie mache, die ich heute aber nicht einmal mit Schmerzen in Verbindung gebracht habe – bis der Physiotherapeut es ansprach.

Ich weiß, dass ich Schmerzen oft ausblende. Das wundert mich nicht, aber normalerweise weiß ich dann, dass da was ist, was Aufmerksamkeit braucht – eben durch Haltung immer wieder ändern, aufstehen und laufen usw.

Und ich frag mich grad, ob die Hand wirklich besser ist, oder ob ich das auch grad nicht wahrnehmen kann. Denn die letzten Tage war ja das Gefühl es ist schlimmer geworden, das war heute nicht so.

Sollte wohl wieder häufiger singen. Damals in der Stimmbildung hab ich gelernt, dass man mit einem angespannten Zeh anders singt als ohne. Dass fürs Singen alles – schwingen – muss, Verkrampfungen hindern da. Mir hat das mehr geholfen den Körper mehr wahrzunehmen als alles andere – es ging auch darum und die Lehrerin hatte auch entsprechende Ausbildungen (auch Atemtherapie usw).

Sie konnte das was man fühlt bei bestimmten Übungen beschreiben und damit ermöglichte sie mir ein hinspüren und – kennenlernen von Körperwahrnehmungen.

Noch heute überrascht es mich immer wieder, wenn ich best. Stimmübungen mache.

Vielleicht sollte ich auch einfach die Heizung anschalten – denn in letzter Zeit ist mir häufig kalt. Das nehme ich dann zwar wahr, aber ich tu nichts dagegen. Warum eigentlich?

Irgendwie ist da grad der Wurm drin. Körperwahrnehmung braucht offensichtlich ganz dringend mehr Aufmerksamkeit aktuell.

 

 

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