wieder beruhigt

Mich hat das mit den BMI-Vorgaben von der Klinik gestern ziemlich durchgerüttelt. Der Gedanke, dass es daran scheitert  – war kaum auszuhalten.

Gleichzeitig war klar, dass ich nicht wegen der Klinik was ändern kann und will.

Den aktuell arbeite ich ja mit Ernährungsberatung, Physiotherapie und der Endokrinologie am Gewicht. Und es funktioniert. Es geht langsam, aber stetig abwärts, ohne dass es jetzt ganz große Umstellungen waren.

Vieles klappt auch nicht so recht – wie das mit dem Sport. Die Absprache ist ja, dass ich 3 Min darf (nur noch einmal am Tag, aber zweimal hab ich es eh selten gemacht), aber wenn es – warum auch immer – wieder zu Durchfall kommt, der Überforderung/Stress anzeigt, muss ich 3 Tage pausieren.

Dabei ging es weniger um die körperliche Gesundheit, sondern eher um eine erzieherische Maßnahme, damit ich mehr drauf achte es gar nicht erst so weit kommen zu lassen.

Das ist auch ok so. Aber der aktuelle Sport ist da sicher nur ein Anfang.

Aber ich merkte auch, dass bei diesem hohen BMI auch ein Kilo schon zwischen 0,2 und 0,4 beim BMI ausmachen können. Das war das, was gestern diese Panik auslöste, weil ich ja Schwankungen kenne, die bei mir normal sind und nichts mit Essen zu tun haben.

Der Gedanke, dass dann halt mal 2 oder gar 3 Kilo mehr sind und damit dann auch gleich ein BMI-Punkt oder mehr mehr, war zuviel – zumal ich ja im Grenzbereich bin und damit sehr sehr schnell auch weit drüber geraten kann.

Es war aber klar, dass grade das Druck rausnehmen grade sehr viel mehr bewirkt, als das Gefühl: ich muss noch 4 Kilo abnehmen, dann bin ich innerhalb des Bereichs und hab 2 Kilo Spielraum.

Dieser Druck wirkt sich negativ aus. Genauso wie ich mich höchstens einmal im Monat wiege – weil wiegen Druck macht – auch wenn das Gewicht runter geht.

Dazu kommt, dass ich hoffe, in der Klinik mit etwas mehr Sport/Physiotherapie tatsächlich diesen Bereich wieder in Griff zu kriegen – das bedeutet dann aber eine Gewichtszunahme, weil Muskeln schwerer sind als Fett.

Bisher war in Kliniken meine Erfahrungen mit dem Gewicht sehr negativ – sehr viel Druck – sehr große Fixierung auf jede 100 Gramm – was sich immer sehr negativ auswirkte. Selbst bei längeren Aufnahmen, in der sich meine Schwankungen vom Zyklus wiederholten, wurden dann nicht als „normale Schwankungen“ akzeptiert, sondern als „du hast zu viel/wenig gegessen – böse, böse, böse“.

Deshalb löste es so eine Panik aus.

Ja ich hatte früher eine Essstörung und ja ich glaube auch so ganz los wird man das nie – es bleibt immer eine Gefahr, auch wenn es über Jahre (bei seit über 8 Jahren) kein Thema mehr war (und ich war nie deswegen stationär)

Aktuell es ist es ganz klar kein Thema der Essstörung. Schon lange nicht mehr und es ist meine Angst, dasss es, wenn es eben wieder so sehr Thema wird im Vordergrund, mit regelmäßigem Wiegen und auf Kilos fixiert sein – eben wieder zu einem Thema werden könnte.

Ich hab mein Gewicht bis vor gut einem Jahr über Jahre stabil gehalten. Dann war die Schmerzmittelumstellung, es kamen Medikamente weg und andere dazu und es passierte viel. Anfangs schob ich es natürlich auf die Psyche und war sicher teilweise auch so – einfach weil keine Kraft da war zu Kochen oder so.

Also wurde es unausgewogener. Aber es erklärte nicht die Zunahme. Dazu kamen ja einige andere Symptome usw – das war ja alles mit Grund, warum ich im Januar endlich bei der Endokrinolgie gelandet bin (nach langer Wartezeit).

Es gibt einige Ergebnisse, die das mit dem Gewicht erklären würden, dazu kommt sicher flasches Essen weil keine Kraft und vor allem der Wegfall vom regelmäßigen Sport.

Und wenn es eigentlich nur noch darum geht den Tag zu überleben, wird Essen und das Gewicht – unwichtig.

Das mit dem Essen funktioniert – seit ich auch best. Medikamente nehme, die sowohl den Insulinspiegel als auch andere hormonelle Schwankungen stabilisieren. Seitdem klappt es fast wie von selbst. In kleinen, aber stetigen Schritten.

Es ist sogar möglich, dass ich bis zur Aufnahme tatsächlich so weit bin, dass ich diesen Spielraum von 3 -4 Kilos habe. Aber der Gedanke dass es ein „muss“ ist und alles darauf fixiert wird – das würde nicht klappen.

Anders ist es, wenn eine Abmachung möglich wird, dass es nicht mehr als aktuell sein darf und man dann vor Ort eben 3-4 Kilo plus als Spielraum zum Ausgangsgewicht bei der Aufnahme als Spielraum mit reinnimmt.

Ich will dort ja nicht zunehmen, aber ich möchte, dass es nicht darauf reduziert wird. Dass es in eine Essstörungs-Richtung gedrückt wird, die es aktuell schlicht nicht ist. Aber dadurch werden könnte.

Jetzt geht es darum, das wieder aus meinem Kopf zu kriegen, wieder zu einem entspannten Verhältnis zum Essen zu kommen, das vorher auch da war. Weil das nötig ist für mich. Weil es so auch funktioniert. Es mag anders schneller gehen, aber führt dafür auch schneller zu einem Jo-Jo-Effekt.

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