was ist so schwierig?

Ich schrieb, dass ich auch Angst habe.

Die Reha dort ist eine sehr große Chance – und vermutlich auch  die einzige, die ich habe. Klinikalltag ist für mich kaum möglich:

– Gruppen gehen gar nicht, auch die Stationsrunden usw nicht. Selbst das gemeinsame Essen ist schon – schwierig. Zu viele Leute, zu viele Eindrücke, zu viel Funktionieren müssne in einem Rahmen, in dem es doch darum geht nicht nur zu funktionieren. Das ist ein Spagat, der oft kaum zu schaffen ist.

Ausgemacht ist, dass ich nicht an Gruppen teilnehmen muss. Ob das wirklich klappt – wird sich zeigen. Essen wird im Speisesaal sein. Aber auch sonst ist so ein Stationsalltag halt mit vielen Menschen verbunden.

– ich brauch ewig um Vertrauen aufzubauen und mich einlassen zu können. Normalerweise sind Einzeltermine selten, wenns hoch kommt einmal die Woche – da ist es kaum möglich Vertrauen zu fassen – weil in der Woche dazwischen alles erreichte grad wieder futsch ist – da der Stationsalltag überfordert.

Dieser Punkt ist hier nicht gegeben – es gibt 3 Einzeltermine die Woche – das sollte also klappen – wird dann aber sehr – intensiv.

– der für mich schwierigste Punkt: da sind nur Frauen – als Patientinnen und Therapeutinnen – und ich kann mit Frauen nicht. Mein Haupttäter war eine Frau. Wenn der Täter ein Mann ist, wird sofort verstanden, warum als Therapeutin eine Frau bevorzugt wird oder Mann gar nicht geht. Umgekehrt heißt es dann: ist doch gut so – gutes Übungsfeld.

Aber für mich ist das wirklich ein Problem. Meine Erfahrungen mit Therapeutinnen ist nun auch nicht grade gut – aber vor allem: ich krieg da vieles nicht mehr getrennt – was die Situation deutlich erschwert.

Von daher macht mir der Gedanke daran höllisch Angst. So richtig. Aber ich weiß auch, dass es ambulant grade nicht reicht. In den letzten eineinhalb Jahren ist so viel passiert – das muss ich sortieren und soweit wegpacken, dass ich den Alltag wieder – leben – kann.

Und diese Klinik bietet ein unglaublich gutes Angebot, dass in keiner anderen Klinik zu finden war. So dass tatsächlich auch ohne Gruppentherapie – Therapie möglich ist. Nicht nur ein „Aufbewahren“.

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