Thera heute

Ein „Labertermin“. Was wohl für den Thera einige Erkenntnisse brachte („da leisten sie aber ganz schön viel und sind ja sehr aktiv“ zu einer Woche, die ich jetzt ja eher als „normale“ bezeichnen würde – im Gegenteil Betreuung und ohne Buchbinderei und Arzttermin war es sogar weniger).

Ich weiß gar nicht so genau was alles so Thema war – der Blog war neben den Aktivitäten noch Thema, aber mehr weiß ich nicht wirklich – für mich war es halt eher oberflächliches Gelaber.

Irgendwann merkte ich, dass ich Mühe hatte hier zu bleiben, das Sichtfeld grenze sich ein, Sehen wurde problematisch (immer ein Zeichen für immer weiter vom hier und jetzt entfernen – dissoziieren), so dass ich eigentlich mehr damit beschäftigt war wieder mehr ins hier und jetzt zu kommen. Ich merkte auch dass ich körperlich angespannter war und konnte dann davon auch „ablesen“, dass es in mir grad ziemlich brodelt.

Warum wusste ich aber nicht – es war kein Thema dabei, dass groß was ausgelöst hätte.

Im Nachhinein denke ich eher, es war auf der einen Seite schlechtes Gewissen „seine Zeit geklaut“ zu haben und für mich „Chance verschenkt“ – ich komm ja mit Laberterminen meistens nicht wirklich klar.

Das es auch um Leistung ging, war halt auch dieses „heute haben wir ja gar nicht gearbeitet“ und somit hab ich nichts „geleistet“.

Einfach doof halt, weil vom Kopf her ist mir schon klar, dass das auch wichtig war – weil er sich über Aktivität gewundert hat und ich mich darum, dass er da so viel Aktivität sieht, wo ich sie nicht sehe, weil es ja „weniger“ war als sonst. Da er ja immer eher Angst oder das Gefühl hatte, dass ich eben mich passiv ergebe (klar er kriegt Alltag ja sonst nicht mit und bei ihm geht es ja darum mal nicht zu funktionieren) und für mich dann oft ankommt, dass es nicht reicht. Von daher war gut und wichtig dass wir einfach mal Alltag als Thema hatten.

Trotzdem – für mich war es halt ein Labertermin und keiner, bei dem ich was „geleistet“ oder gearbeitet habe, sondern eben durch das Springen von Thema zu Thema eben eher den Gefühlen entflohen bin.

Was sonst schwierig ist, sind die neuen Räumlichkeiten. Es ist – laut. Und es gibt keinen Raum zum „runterkommen“. Zwar kann ich mich in die Toilette bzw den Raum mit dem Waschbecken flüchten, aber das ist natürlich auch ein Raum, der oft vor oder nach Terminen aufgesucht wird und somit kommt halt auch immer mal jemand.

Dazu kommt, dass die Toilette für mich nicht in Frage kommt, weil da eine so extrem laute Lüftung ist, dass ich schon im entspannten Zustand die Krise kriege.

Was aber heute auch deutlich wurde: für mich ist ein anderens Funktionieren-Level nötig draußen.

Unten ist eine Arztpraxis, die auch grade aufmacht wenn ich gehe, so dass im Treppenhaus viele (mind. 10) Leute stehen, bei denen man irgendwie vorbeischlängeln muss. Draußen ist halt Innenstadt und zentrale Bushaltestelle, die auch Umstiegsplatz ist – von daher auch dort sehr sehr viele Menschen.

In der alten Praxis bin ich quasi raus und hab vielleicht mal einen Fußgänger gesehen, aber im Prinzip war da nur der Taxifahrer – und der wusste, dass ich da dann meine Ruhe will. Von daher reichte ein funktionieren ohne Sprechen oder Blickkontakte usw.

Das ist jetzt anders – und erfordert damit ein deutlich höheres Level. Das wiederum hat dann zur Folge, dass der Termin nicht „nachgearbeitet“ werden kann – ich komm dann zuhause da auch nicht wieder in die Thematik rein. Somit geht auch viel – vor allem was Gefühle angeht – verloren. Ich verliere einfach die Verbindung.

Klar kann ich dann auf Verstandesebene mir das noch zusammenpuzzlen, aber das ist dann halt nur kopfgesteuert, das um das es eigentlich geht – die Gefühle – gehen dabei verloren.

Ich hab da auch schon versucht im Treppenhaus weiter oben etwas Abstand zu kriegen – aber es ist halt immer die Möglichkeit, dass da jemand kommt und sich dann natürlich auch fragt, was ich da mache.

Da suche ich also noch nach einer für mich auch umsetzbaren Lösung.

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