Thera heute

Es ging erst um die Betreuung (welch Wunder), dann um die letzten zwei Wochen und auch um Arzttermine/Hand-OP und meine begrabene Hoffnung, dass das vor der Reha geklärt ist was gemacht werden muss, damit ich in der Reha das was es auslöst aufarbeiten zu können um dann die OP möglichst gut hinter mich bringen zu können. Dazu wäre aber nötig zu wissen was genau wann gemacht wird.

Und wir landeten dann beim Gericht. Dem nie wissen was passiert, nichts planen können, nie wissen ob der nächste Termin überhaupt stattfinden wird usw.

Ist ja leider so ein Knock-out-Thema – weil tja – wenn es Alternativen gäbe, wäre das ja gar nicht vor Gericht. Und mir ist klar, dass nicht der Richter hier über Leben und Tod entscheidet, aber eben diese Entscheidung  Konsequenzen für mich haben wird, die existenziell sind.

Das weiß der Richter nicht – es geht da also nicht mal um mich, sondern um eine Formsache und er wird die Konsequenzen auch nie mitkriegen.

Trotzdem sind sie da. Und wie gesagt – gäbe es eine Alternative, dann wäre das nicht vor Gericht.

Aber es ist diese Verzweiflung die dann alles ausknockt. Die Angst, dass auch noch das letzte bisschen Hilfe wegbricht. Wo es doch mit der schon kaum geht und eigentlich drum gekämpft wird, dass mehr Hilfe da ist.

Wieder die Hilfe, die es vor gut 4 Jahren gab, die von der ich von ganzem Herzen sagen konnte: ich hab jetzt genau die Hilfe, die ich brauche. Bis sie dann nach und nach wegfiel.

Aber am meisten weh tut zu sehen, dass aus der doch recht stabilen und aktiven Frau, die LEBTE und nicht nur „überlebte“ wieder so ein Wrack geworden ist. Weil ständig Hilfe wegbrach oder wegzubrechen droht. Weil sie unter diesem Druck und der Ungewissheit immer weiter zerbricht. Und nach 4 Jahren ist kaum noch was da.

Der Thera fragte mich, was ich möchte – und ich sagte: ich will einfach nur planen können.

Und es geht mir nicht um die Dinge, die Pläne umwerfen können weil sie halt zum Leben gehören. Aber nie zu wissen, ob nächste Woche die Termine noch stattfinden – ist hart.

Und wenn dann was schief läuft – und ich merke, dass ich mich grad wieder nur irgendwie zum nächsten Termin rüberrette – dann ist die Angst, dass dieser Termin plötzlich wegfallen könnte – noch größer.

Jeden Tag kann ein Brief kommen, eine Entscheidung kommen – und die hat weitreichende Konsequenzen.

Und ich versuche das auszublenden, zu planen und zu leben, als würde diese Entscheidung für mich positiv ausfallen – weil das ja sein kann – und die andere Alternative – ganz tief in mir drin weggesperrt werden muss.

Weil die Frage wofür ich überhaupt kämpfe, ob sich das lohnt – die kann ich nicht immer beantworten. Und die Frage ob der Preis nicht zu hoch ist – die ist leider immer Ja. Deshalb darf ich da nicht drüber nachdenken. Das würde auch das letzte Fünkchen Hoffnung unerreichbar machen.

So mag ich dieses Fünkchen nicht immer sehen, aber es ist da.

Und jetzt? Versuche ich dieses blöde Thema wieder ganz tief unten und hinten zu begraben. Die Auswirkungen, Ängste, Unsicherheiten sind immer da – denn das Thema ist da – aber die Verzweiflung darüber, die kann ich hoffentlich wieder tief verbuddeln.

Dieser Beitrag wurde unter Betreuung, Beziehungen/Kontakte, destruktives Verhalten, Krisenmodus, Leben, Psycho-Somatik, Therapie veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.