Endokrinologie

Heute war der Termin in der Endokrinologie. Zum einen muss ich wirklich sagen, die Ärztin ist toll, sie nimmt mich ernst und macht immer wieder deutlich: es sind viele Baustellen. Die meisten haben nur eine oder zwei und ja – es gibt für viele (auch unschöne) Dinge ein erhöhtes Risiko, was im Endeffekt nur  bedeutet, dass es regelmäßige Kontrollen geben muss.

Sie betont immer wieder, dass ich eine Autoimmunerkrankung habe und ein deutlich erhöhtes Risiko für weitere da ist.

Vielleicht merkt sie, dass ich das nicht gewohnt bin, oft selbst nicht richtig ernst nehme. Weil es ja sonst immer hieß: ist sicher die Psyche.

Sie beantwortet ernst und umfassend meine Fragen und auch wenn sie die Psyche durchaus im Blick hat, sieht sie auch klar, dass es einige körperliche Sachen gibt – und die behandelt werden müssen.

Es ist jedesmal neu ungewohnt. Aber ich hab mich selten so ernst genommen gefühlt.

Auch noch dann als es darum ging, wie eben manches eventuell während der Reha in Dresden gemacht werden muss. Normalerweise ist ja spätestens dann der Punkt, an dem der Arzt alles auf die Psyche schiebt, wenn man von einem stationären Aufenthalt für die Psyche spricht.

Beim neuroendokrinen Tumor geht es tatsächlich nur um endgültig ausschließen, es ist noch ein Restrisiko da, aber sie geht nicht davon aus. Die perniziöse Anämie sieht sie eigentlich schon als bestätigt an, auch wenn da die letzten Tests noch laufen. Heißt im Endeffekt dass B12 weiterhin gespritzt werden muss und regelmäßige Magenspiegelungen nötig werden, da ein erhöhtes Krebsrisiko besteht. Aber wir warten jetzt noch die Ergebnisse ab.

Es gab heute nochmal einen gezielten Test auf Nebennierenschwäche, da wurde ein Mittel gespritzt und vorher und in Abständen 2x Blut abgenommen wurde – die Werte sollen zeigen, ob die Nebenniere richtig arbeitet – denn es gibt ein erhöhtes Risiko für eine Autoimmunerkrankung, die eben diese Nebennieren betrifft.

Ich starte heute mit dem Metformin, nächste Woche Donnerstag hab ich tatsächlich endlich den Termin bei der Ernährungsberatung – und die Dame, die mir heute den Termin mitteilte war sehr viel netter als die, die am Freitag angerufen hatte – da fühlte ich mich doch etwas ungut, so als wäre ich eine Zumutung. Das war heute nicht so und da sie vorher mit dem Betreuer gesprochen hatte, ist auch schon angesprochen, dass es halt psychisch auch ab und an schwierig ist.

Das Vitamin D soll es – in halber Dosierung – erstmal weiter geben – dieser Wert wurde heute nochmal getestet – ebenso wie das Vit B, Eisen und Co.

Bisschen ungut war dann dieser Test wegen der Nebenniere – gesagt wurde, dass eben Blut abgenommen, dann was gespritzt und dann in Abständen nochmal 2 x Blut genommen wird. Ähnlich wie beim Zuckerbelastungstest. Dumm war, dass ich erst nach der Abnahme erfuhr, dass ich die ganze Zeit liegen bleiben muss – in einem sehr lauten und viel frequentierten Labor. Ich weiß nicht ob das wegen des Test war oder weil die Angst hatten keine Venen mehr zu finden und einfach nur die Nadel liegen lassen wollten.

Aber es war ungut – Handy und E-Bookreader nicht griffbereit, die Uhr weggesteckt (so dass ich nicht rankam) und die Liege war sehr schmal – dadurch dass der Ellenbogen immer an der Wand anlag, tat bald die Hand sehr weh. Ich bekam dann zwar den Ebook-Reader wieder in die Hand, hatte Gott sei Dank auch den Bluetooth-Kopfhörer noch um den Hals, aber leider ein Lied als Dauerschleife eingestellt und ich kam ja nicht ans Handy um das umzustellen.

Es war eine sehr lange Zeit. Inklusive dem Problem, dass ich danach kaum wieder hoch kam, weil auf dem Rücken liegen weder mein Rücken, noch meine Hüfte oder meine Knie mögen.

Aber ich hab es geschafft. Und es ist nur ein Arm blau (an den zweiten kamen sie ja wegen der Wand nicht ran ;).

Ergebnisse krieg ich in 5 Wochen, eigentlich in 2, aber da ist die Ärztin gar nicht da – also wäre der Telefontermin in gut 4 Wochen erst möglich gewesen und nach 5 musste ich eh hin – auf die wenigen Tage kommt es dann auch nicht mehr an. Außerdem ein weiterer Kontrolltermin Ende August.

Sie wird im Arztbrief auch genauer rein schreiben was für Laborergebnisse in 5 Wochen gemacht werden sollen – für den Fall dass ich da schon in der Reha bin, damit es dort gemacht werden kann.

Arztbrief krieg ich auch selbst schon vorher – von daher sollte das soweit passen.

Dieses Jahr wird das alles definitiv noch über die Endokrinologie laufen. Ob dann weitere regelmäßige Kontrollen dort sein werden oder wo anders klären wir dann.

Das mit der Nebennierenschwäche war heute neu – ich dachte, das wäre schon abgeklärt gewesen, die Liste der Dinge, die ein erhöhtes Risiko beinhalten ist zweigeteilt – einmal eben mit Dingen, die dringend regelmäßig kontrolliert werden müssen, und Dingen die man eben im Auge behalten sollte.

Der Rest war jetzt nicht neu – von daher ist da jetzt auch nicht diese Ungewissheit was die Ergebnisse angeht.

Die ganzen Termine sind anstrengend, sie sind sehr – körperlich. Und sie nehmen Unmengen Blut ab – immer wieder. Aber ich bin froh, dass es geklärt wird – und dass ich dort wirklich ernst genommen werde. Meist sogar mehr als ich es ernst nehme – das ist wirklich mal was neues.

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