Thera heute

Ich hatte ziemlich Schiss vor dem heutigen Termin, es ging wieder mal um Klärung der Beziehung, schauen, ob und wenn ja dass wir wieder in eine Richtung gehen und nicht in entgegengesetzte.

Dieses Drängen des Theras konnte ich verstehen – er kriegt ja nun nicht mit wie und was ich im Alltag mache und es war auch nie klar besprochen, was dieses „Ablenken“ für mich bedeutet – dass es eben Arbeit ist – und auch aktiv sein erfordert.

Dazu kam – und das war mir durchaus bewusst – dass der Mist vom letzten Jahr immer mehr hochkochte, immer mehr Angst dazu kam, immer weniger Sprechen möglich wurde und so alles immer schwieriger wurde.

Was ich nicht wusste ist, inwieweit da auch heute Paralellen sind oder ob das jetzt „nur“ alter Mist war, denn ich bekam es nicht mehr wirklich getrennt.

Das konnten wir heute klären. Ebenso konnten wir klären, dass ich – auch wenn nach außen hin immer weniger geht – ich durchaus nicht passiv bin.

Dass ich jeden Tag daran arbeite durchzuhalten, zu überleben, mich nicht zu verletzen – und das auch recht gut hinkriege zur Zeit – Abschießen ist seltener nötig, trotz Selbstverletzungsdruck gab es keine Selbstverletzungen in den letzten Wochen.

Das bedarf eines „dranbleibens“ – das Kraft kostet – viel Kraft. Genauso wie das Prioritäten setzen Kraft kostet – aber eben auch aktive Entscheidungen sind.

Für ihn klang das in letzter Zeit anders – und er hat  da auch recht – er kriegt das nicht mit und es ist auch so gut wie nie Thema in der Thera. Dafür kriegt er das nicht funktionierne mit, weil es in der Thera auch darum gehen soll – ums hinspüren, mal nicht funktionieren müssen, Gefühle zulassen. Weil das im Alltag eben nicht sein darf, es wäre aktuell einfach zu gefährlich. Ich brauche dafür einen geschützten Rahmen.

Alles in allem war der Termin heute schwierig – aber es hat vieles geklärt. Für beide Seiten.

Schwierig war dann für mich auch, dass wir am Donnerstag jetzt doch einen normalen Termin haben werden. Ausgemacht war ja, den Termin auf zwei aufzuteilen.

Als es darum ging was wir machen, war ich – überfordert. Für Gefühle zulassen brauch ich mehr Zeit, die wir aber nicht haben – und irgendwas besprechen – ist zum einen schwierig wenn Sprechen schwierig ist und rutscht auch zu schnell zu nah an Themen die triggern.

Das annehmen können, dass er dann doch die längere Zeit anbietet – war schwierig – weil eben anders abgesprochen.

Aber wir werden es jetzt so machen und jetzt – mit etwas Abstand – bin ich auch froh darüber.

Zumal es dann ja zweimal ausfällt.

Was heute auch Thema war ist, dass sich die Örtlichkeiten ändern werden – schon ab nächster Woche. Noch ist unklar wohin, aber die Therapeuten müssen dort raus und sich was anderes suchen. Das eine oder andere ist im Gespräch, klar ist noch nichts. Solange es für mich im erreichbaren Raum bleibt (und das wird es), ist das grade eher zweitrangig.

Es wird sicher schwierig mit neuem Raum, neuen Umständen usw – vor allem weil ich dann vermutlich keine Möglichkeit habe, danach noch irgendwo die mail zu schreiben oder mich zu fangen. Aber das ist irgendwie noch weit weg – da mach ich mir den Kopf wenn es so weit ist.

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