Körper und Klinik

Dass ich seit einem Jahr quasi permanent über meine Grenzen bin – ist nicht neu. Dass der Körper zunehmend streikt – auch nicht.

Das geht mal besser, mal schlechter (und im Moment schlechter), aber nun den – es ist halt so.

Was – für mich – eher neu ist, ist, dass sich meine „Vorwarnstufen“ verändert haben.

Früher gab es verschiedene Stufen, die anzeigten: es reicht. Die letzte war dann das, was aktuell immer ist: Akutphase (Dauer 1 – 2 Stunden): Übelkeit,  heftiger Durchfall, Brechreiz (nicht immer mit Erbrechen), Kopfschmerzen, Schwäche, ein hochschießen auf der Schmerzskala (bis hin zu Übelkeit/Sternchen vor Augen wegen jeder Bewegung), wechselweise heiß und kalt, Schwitzen und Zittern, danach „nur“ noch Kopfschmerzen, immernoch sehr hohe Schmerzskala, Übelkeit (die dann nach und nach nachlässt), Zittern und Frieren, das mit nichts abgemildert werden kann – bis es nach einigen Stunden dann endlich doch greift, wenn ich mit dickem Pulli, dicker Decke und Wärmeunterbett zur Ruhe komme.

In letzter Zeit gibt es nur noch ein oder zwei Warnhinweise vor dieser letzten: Schwäche, Schmerzen, die jenseits von gut und böse sind, Kreislaufprobleme (viel zu niedriger Blutdruck), manchmal, aber immer seltener Übelkeit. Helfen tut dann übrigens nur Ruhe – wirklich Ruhe.

Hatte ich früher da noch etwas Zeit bis zur Ruhe, ist das heute eher so, dass der Übergang sehr schnell läuft.

Und ja mir ist durchaus bewusst, dass der Körper ein Stopp setzt, weil ich die vermutlich zigtausend Stopps, die er mir vorher „vorschlägt“ ignoriere. Weil ja eh nur noch sehr wenig geht und das ist für den Alltag halt zu wenig.

Auch ein destruktiver Kreislauf, den ich in der Klinik hoffentlich durchbrochen kriege.

Gestern haben wir den Schreibkram fertig gemacht – jetzt muss die Kasse das nur noch genehmigen, dann kann ich auf die Warteliste und muss hoffentlich nicht allzulange warten (was wohl gute Chancen hat, wenn ich den Ersatzthera richtig verstanden habe). Und ich hoffe wirklich sehr, dass das bald genehmigt wird.

Weil ich merke, dass Alltag wieder sehr viel schwieriger wird. Noch nicht mal wegen Flashbacks und Erinnerungen, mehr, weil einfach keine Kraft mehr da ist und es kein wirkliches Auftanken gibt.

Und weil sich immer deutlicher zeigt, dass es besser wird, wenn mehr Ruhe da ist (Wochenende z.Bsp). Das ist auch der Grund, warum ich die Buchbinderei erstmal pausieren werde. Es ist auch ohne noch so, dass jeden Tag ein Termin ist, aber vielleicht hilft mir das, dass ich nicht schon montags wieder wochenendreif bin.  Sollte sich rausstellen, dass es schlechter wird, kann ich mich da immer noch wieder anmelden.

Wenn Alltag schon dazu führt, dass der Körper in Komplettstreik treten muss, läuft etwas ganz gewaltig schief.

 

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