Thera heute

Diese Woche war für mich ziemlich gut, so im Vergleich zu den letzten Wochen. Entsprechend gut drauf war ich heute.

Wir starteten etwas verspätet, da der Thera etwas später kam (hatte aber eine sms geschickt, so dass ich Bescheid wusste).

Wir starteten mit dem Besprechen der mail, dann ging es kurz um Beziehungsdreiecke und -ebenen. Er hatte am WE wohl ein Seminar, in dem es darum ging, dass ein Kind ja zuerst die Beziehung zur Mutter hat, weil es ja von der Versorgung abhängig ist, dann kommt die Beziehung des Vaters dazu. Im Idealfall wird diese auch wohlwollend sein (sowohl von Mutter- als auch Vaterseite), so dass zwei stabile Beziehungen entstehen können. Beides war bei mir ja nicht gegeben. Es gab die Beziehungen zu den Geschwistern, die unterschiedlich ausgeprägt waren und die bei uns eben auch so gestaltet waren, dass diese quasi das Überleben sicherten (bisschen überspitzt ausgedrückt).

Da es keine stabilen Beziehungen gab, gleichzeitig aber diese notwendig und gewünscht sind, entwickelt sich eine Art „Wunsch“ nach so einer Beziehung bzw eher Bezugsperson, die anfangs eher eine Schutz- und Retterfunktion hat. Das ist jetzt alles sehr sehr vereinfacht dargestellt.

Dargestellt hat er es mit Glasmurmeln ;). Wie auch immer – das so zu sehen und hören, löste Traurigkeit aus, aber nicht nur ob der Situation, sondern auch wegen des fehlenden Mitgefühls von mir – für dieses Kind.

Ich hatte ja noch nie eine gute Beziehung zu diesem Kind, kam aber irgendwann zu einer neutralen Position. Direkten Kontakt gab es nie, im indirekten war dann schon ab und an auch Mitgefühl da.

Heute jedoch war da gar keins – und als das Thema war und es um das „warum“ ging, kippte es – und ich war in Täterintrojekten und Widersachern gefangen. Das übliche „selbst schuld, es war ja auch ein Monster usw“ war zwar schnell den Täterintrojekten/Widersachern zugeordnet, deshalb waren die aber leider nicht leiser.

Da half irgendwann auch nur noch radikales „Stopp“ (ok, es brauchte zig Stopps in Dauerschleife, bis es klappte) und danach eben wieder klar im hier und jetzt orientieren.

Was dann auch nach einer Weile klappte. Wir wechselten dann aber das Thema, weil ein dranbleiben die sofort wieder lautstark hochfuhren.

Es ging dann um Gefühle, was nicht so wirklich klappte und dann nach vielen Monaten wieder ums Turmzimmer.

Lange war das schlicht auch als Thema gar nicht möglich, ein reinkommen so weit weg und unerreichbar, dass auch jeder Versuch sinnlos gewesen wäre. Seit ein paar Tagen geht es innerlich bei mir wieder sehr um die inneren Orte – mir fehlt das Turmzimmer so sehr!

Und es erscheint wieder in Reichweite. Wir starteten dann auch einen Versuch, der nicht klappte, bzw es klappte schon mir das Zimmer vorzustellen (was unglaubliche Sehnsucht und Tränen auslöste), aber ich kam nicht rein. Da wir aber auch zeitlich etwas knapp dran waren, haben wir es bei dem Versuch belassen. Das es nicht geklappt hat, fütterte natürlich die Sehnsucht, so dass ich eh grad genug zu kämpfen hatte und es ganz klar auch sinnvoller war, dem Raum zu geben als nochmal einen Versuch zu starten.

So konnten wir das dann auch trotz Tränen rund abschließen heute.

Ich glaube es ist jetzt wieder an der Zeit, mit und an den inneren Orten zu arbeiten. Das war sehr lange nicht möglich, doch jetzt passt das wieder. Denn da hat sich ja einiges geändert, ohne dass ich genau weiß was. Deshalb geht es darum da neu zu schauen, schauen was geblieben ist, was sich geändert hat oder wo eine Änderung noch sinnvoll/möglich ist.

Beim Turmzimmer ging es ja häufiger schon darum, dass wir den Turm an sich dazunehmen wollen und einzelne Räume für unterschiedliches gestalten – doch erstmal überhaupt das Turmzimmer wieder zu haben (das sich an sich auch nicht geändert hat).

Bei der Lichtung gibt ein paar Gedanken und Ideen in Richtung den eh nicht funktionierenden Tresor in einer anderen Art und Weise mit einzubauen, der Felsen ist irgendwie völlig unklar – ob er so bleibt/geblieben ist, neu ist, was neu wäre oder wie auch immer.

Aber am Wichtigstens ist und bleibt das Turmzimmer und die Sehnsucht danach ist sehr sehr groß – von daher werden wir da jetzt schauen, dass wir das wieder reinnehmen und nutzen können.

Alles in allem war es ein sehr anstrengender Termin, weil ziemlich schwierige Themen Thema waren, aber es war auch ein guter Termin, der uns ein Stück weitergebracht hat.

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