Thera heute

Hauptsächlich ging es um die Krankenkassen-Sache. Im Endeffekt ist die Entscheidung auch gefallen – ich werde das nicht weiter verfolgen.

Die Angst, dass das Auswirkungen auf die Fahrtkostengenehmigung haben könnte, ist zu groß. Zumal es mir da auch nicht hilft, dass ich das einklagen könnte – weil ich schlicht die Zeit bis zur Entscheidung nicht überbrücken könnte.

Ich habe im Moment weder die Kraft noch die Nerven das durchzukämpfen. Auch wenn das bedeutet, dass ich hier vielleicht auf sehr viel Geld verzichte.

Leider hab ich bei Behörden ja die Erfahrungen gemacht, dass sich ein „etwas durchkämpfen“ durchaus auf andere Bereiche auswirkte. Auch wenn es das nicht sollte.

Ich bin von den Fahrtkostengenehmigungen abhängig und das könnte mir die Existenzgrundlage nehmen. Da möchte ich kein Risiko eingehen.

Insgesamt war der Termin sehr schwierig. Mit sehr vielen Kämpfen, vereinzelten Tränen und viel Angst.

Zum Schluss gab es einen Wortwechsel, den ich nicht einschätzen kann – war das ernst gemeint? Oder als Scherz? Es hat mich auf jeden Fall sehr verunsichert und so war das Ende etwas ungut.

Dazu kam dann, dass in dem Moment, in dem ich raus gehen wollte, auch eine andere Patientin verabschiedet wurde – also bin ich nur noch panisch rückwärts gegangen.

Dann weiß ich nur noch, dass ich Angst/Tränen/Schluchzen nicht in Griff bekam (wobei ich nur wenige Sekunden erinnere), dann fehlt mir die Zeit. Es gibt noch Blitzbilder, wie ich vor- und zurückschaukelnd auf dem Stuhl saß, aber ich könnte nicht sagen ob der Thera da anwesend war oder nicht – oder wie lange das alles dauerte.

Erst als ich zu Hause war setzt die Erinnerung wieder ein.

Im Moment ist einfach alles viel zu viel – auch das war Thema. Als die Entscheidung klar war, fehlte mir ein Gefühl der Erleichterung, stattdessen ploppten andere Themen massiv nach vorne. Ich bin so – müde. Ausgelaugt. Es gibt keine wirklichen Ruhephasen, keine Möglichkeit einfach mal durchzuatmen um mich dann dem nächsten Thema zu widmen.

Vielleicht ist deshalb immer wieder das „Abschießen“ nötig – um mir eine – wenigstens körperliche – Auszeit zu verschaffen.

In den letzten Tagen ging es um so viele Entscheidungen. Entscheidungen die wichtig sind, aber eben auch Konsequenzen nach sich ziehen.

Wie die Arzttermine oder die Handsprechstunde – da weiß ich dass Untersuchungen/Behandlungen anstehen, die schwierig sind, die auch triggern, aber eben auch nötig sind. Dadurch, dass sich das mit der Endokrinologie jetzt doch nicht als „erledigt“ markieren lässt, ist jetzt das mit der Handsprechstunde auch schon egal.

Es wird auch die Ohrlöcher geben, auch wenn ich immer noch sehr damit zu kämpfen habe. Nicht wegen der Ohrlöcher, eher mit dem „mir was gönnen“.

Aber auch wie es mit der Buchbinderei weitergeht hat sich jetzt entschieden – oder ich hab es entschieden.

Wie gesagt fehlt mir leider die Erleichterung oder das Gefühl des „ok erledigt/geschafft“. Stattdessen kommt sofort das nächste und alles verliert sich im Brei von Überforderung/Verzweiflung.

Seit ein paar Tagen ist es nicht mehr der Gedanke „alles zuviel“, sondern „ich kann nicht mehr“.

Für mich bedeutet das: schauen, dass ich deutlich mehr Auszeiten kriege – wenigstens körperlich. Und versuchen, dass mit der Klinik etwas zu beschleunigen.

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