Thera heute

Erst ja ein Termin mit dem Ersatzthera, der das mit der Klinik erstmal geregelt hat – geplante Aufnahme in der Woche ab dem 9. – wann genau erfahr ich dann über einen Anruf – aber es wird wohl in der übernächsten Woche sein. Geplant sind 3 bis max 4 Wochen, wobei leider aktuell wohl kein Oberarzt wirklich zuständig ist und daher nicht geklärt werden konnte ob die Bedingungen auf Station für mich machbar sein werden.

Dafür eben schon übernächste Woche, denn aktuell sind die Wartezeiten wohl bei 6 Wochen.

Das mit „keine Gruppen“ sollte wohl machbar sein, der Rest hängt halt davon ab, wer dann grad als Arzt zuständig ist. Dass da aktuell gar keiner ist – nur als Vertretung einer – bedeutet wohl, dass es noch weniger Termine gibt.

Es gibt aber auch die klare Absprache, dass ich sofort gehen kann, wenn ich merke dass es mir nicht gut tut, die Bedingungen eben nicht eingehalten werden oder klärbar sind. Denn leider klappte das bisher immer nur, wenn der Oberarzt da auch sehr deutlich und klar das auch dem Pflegepersonal kommunizierte. Das sehe ich bei fehlendem Oberarzt leider nicht. Noch weniger als bei einem der die Konfrontation scheut, weil ja das Pflegepersonal dieses Fehlen auch ausgleichen müssen und somit eh mehr machen müssen und eigenständiger arbeiten.

Das selbe gilt für die Medikamentenumstellung – es geht mir dabei ums was ganz bestimmtes und ich werde mich nicht auf Sachen einlassen, die für mich nur im stationären Rahmen eine Rolle spielen würden (wie Gruppentauglichkeit oder ähnliches).

 

Und was meinen Thera angeht – er hatte mir ja nicht geantwortet gehabt, ob er die Termine weiter machen würde (er muss ja auch sehen, wie er sie dann abgerechnet kriegt), weil er die mail erst zu spät gelesen hat. Der Ersatzthera ging jetzt einfach davon aus (die beiden kennen sich ja), ich war da eher skeptisch – zumal eben auch nur eine sms kam, dass er das nachher mit mir besprechen will.

Wie auch immer – er macht es jetzt, aber eher mir zu liebe, begeistert ist er nicht und gut findet er es auch nicht. Eher im Rahmen, dass er ja die Arbeit für die Klinik macht (nur dass das eh keine Therapie stattfindet).

Ansonsten ging es heute dann sehr lange um den Aufenthalt, das warum und wieso usw. Er hatte sich dann anfangs an den Medis etwas festgebissen, aber wir bekamen es dann noch hin.

Blöd war, dass es dann nur darum ging und nicht um das was mir wichtiger gewesen wäre – nämlich ob und wie wir weitermachen. Im Laufe des Termins wurde das Problem immer wieder sehr deutlich, eine Lösung fanden wir nicht – wobei mir erst gegen Ende auffiel, das wir da glaub ich auch grad unterschiedlich drauf schauen – er das weiter als klar ansieht – und das Grundproblem nicht als ein Grundproblem, sondern nur als „unterschiedliche Ansichten“. Dass das aber Ansichten sind, die für mich nicht koppelbar sind – dass wir wirklich erstmal schauen müssen ob wir da einen Umgang finden bei dem sich keiner von uns verbiegen muss – das war glaub ich erst ganz zum Schluss Thema.

Ich hab das in der mail auch nochmal genauer geschrieben. Und in einer zweiten dann mal versucht das Alltags-Drumerhum der letzten Wochen zusammenzufassen, weil auch klar wurde, dass er davon grad so überhaupt nichts mitbekommt. Gar nichts – absolut gar nichts.

Das wurde dann eine sehr lange mail und entsprechend brauchte ich fast eineinhalb Stunden um zu entscheiden ob ich sie abschicke oder nicht. Und ehrlichgesagt bin ich sehr unsicher ob das die richtige Entscheidung war.

Es ist grad sehr mühsam, aber immerhin merke ich dass wirklich beide versuchen eine Lösung zu finden. Es ging zwar auch heute dann kurz um „seine Ansicht“ – ich versuchte dann „meine“ gegenüber zu stellen.

Ich glaube es hakt sehr bei der Definition oder dem Verständnis der „Anteile“ – da gibt es halt welche mit Verbindung zu mir, die nicht immer einer Meinung mit mir sind, durchaus auch Täterintrojekte sein können, aber eben trotzdem eher eine „wohlmeindende“ Verbindung haben, aber es gibt auch Anteile die sind sehr getrennt und alles andere als „wohlmeinend“ – da geht es auch diesen Anteilen nicht mehr um (alten) Schutz – sondern nur noch um – Macht und Unterwerfung.

Dummerweise haben die Anteile grade eh schon sehr arg das Sagen – und das sind auch die, da ist für mich eine ganz klare Positionierung des Theras unumgänglich – da kann ich mit dem nicht positionieren gar nicht umgehen.

Das ist bei den Anteilen (auch bei den Täterintrojekten) mit denen es eine Verbindung gibt nicht so extrem.

Für mich gibt es ja grob drei Gruppen: das „pro“ (also der Anteil der was ändern will, fühlen will, „ich“), „contra“ – die Anteile die klar gegen mich arbeiten und auch ganz klar keine – auch keine alte – Schutzfunktion haben, denen es nur um Macht und Unterwerfung geht  und es gibt die Gruppe „dazwischen“ – das sind Anteile, die durchaus auch  Täterintrojekte sein können, die aber schon noch eher meinen eine (alte) Schutzfunktion zu haben, die als nicht grundsätzlich es negativ meinen, sondern eher – veraltet – sind. Da gibt es auch eine Verbindung zum „pro“, die es beim „Contra“ nicht mehr gibt.

Er hat das alles in einen Kreis gezeichnet – wobei der Kreis das „ich“ sein sollte (jetzt das „ich“ unterschiedlich definiert – er eher als Körper – dann stimmt es ja auch – aber für mich ist der sozusagen nur die „WElt“ auf der diese ganzen Anteile leben, aber die gehören nicht unbedingt immer zusammen) – für mich waren es zwei Kreise – einer für das „pro“ und das „dazwischen“ und einer für das „contra“ – das eigentlich die ganze Zeit versucht den anderne Kreis zu vereinnahmen. Also nicht nur zerstören, sondern wirklich schlicht komplett zu übernehmen.

Da ist auch keine Kommunikation möglich oder ein Aussteigen aus dem Kampf – die übernehmen dann einfach.

Ich hab es – sehr stark vereinfacht, weil es so niht wirklich läuft – so dargestellt, dass die „dazwischen“ quasi erst eine Etnscheidung für eine Seite treffen (durchaus auch unterschiedlich) – während das „contra“ immer gegen ein Verändern, Fühlen, Entwickeln wettert und das „pro“ dann versucht dessen Argumenten eben etwas entgegenzusetzen.

 

Als Beispiel:

Contra: ach das geht doch gaaaar nicht – Gefühle sind gefährlich und du schaffst das eh nicht

pro: ja das war früher so – da war es gefährlich, aber heute ist das anders und heute bin ich damit auch nicht alleine

Dazwischen: hört sich beides an und entscheidet dann

Aktuell ist es so:

Contra: ach das geht doch gaar nicht, Gefühle sind gefährlich und du schaffst das eh nicht

pro: zuckt die Schultern und denkt „haben sie ja vielleicht recht“ und wird noch ein Stück kleiner

Dazwischen: hört also nur eine Seite und da nichts dagegen kommt übernehmen sie

 

Mir wurde vorhin klar warum mir das solche Angst macht – in diesen „2 Wochen“ – als die Mutter so übernommen hatte – war es so – es gab kein infrage stellen mehr oder ähnliches – und ja das ist jetzt anders – aber das „Contra“ übernimmt immer mehr, weil das „pro“ immer kleiner wird und es geht nicht mehr darum dass es gehört werden muss, weil es selbst nicht mehr recht weiß was richtig ist und was nicht.

Das liegt daran, weil das „pro“ mit dem „ich – in mir drin, die ich eigentlich bin“ eng gekoppelt ist und das keinen Raum mehr bekam. Weil ein hinspüren nicht aushaltbar ist.

Genau das ist es, was ich dringend durchbrechen muss. Sehr dringend. Und eben auch alleine nicht mehr schaffe.

Raus aus dem Funktionieren, einfach übernehmen, das „pro“ wieder stärken, eine alternative Orientierung zum „contra“ schaffen. Versuchen rauszufinden was ich wirklich will – dafür ist hinspüren nötig – und trotz diesem Wissen kneife ich da – schaffe es nicht, weil es weh tut.

Und weil es zu Hause auch zu gefährlich werden könnte.

Ob das im stationären Rahmen sinnvoll möglich ist, wird sich dann zeigen – wenn nicht, gehe ich nach Hause und suche einen anderen Weg. Im Moment fällt mir keiner ein – es ist ein – Versuch. Einer auf den ich viele Hoffnungen setze – denn es MUSS sich was ändern – so kann es nicht weitergehen (wenigstens ein Vorteil des Funktionierens – es überwiegt auch über die Angst, die so ein Aufenthalt natürlich auslöst).

Irgenwann wird es um ein miteinander aller Anteile gehen müssen und hoffentlich auch können – aktuell geht es um was anderes.

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